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Der blinde Fleck der Evolutionstheorie

Ansätze zu einem gewandelten Naturverständnis

Karl-Heinz Nusser

Diese Publikation zitieren

Karl-Heinz Nusser, Der blinde Fleck der Evolutionstheorie (2019), Verlag Karl Alber, Freiburg, ISBN: 9783495817148

Beschreibung / Abstract

Gehirnforschung und Evolutionstheorie sorgen für Aufregung. Die Gehirnforschung wartet mit Entdeckungen auf, die, wie sie behauptet, einem Frontalangriff auf unsere Menschenwürde gleichkommen. Die genetische Evolutionstheorie verspricht mögliche Verbesserungen der Keimbahn des Menschen, die für alle zu einem größeren Nutzen führen sollen. Der moderne Darwinismus rechtfertigt Zellfusion und Mutation mit der Natur, um der modernen Genetik das gute Gewissen zu verschaffen. Von keiner Zivilisation war die Menschenwürde so bedroht wie von der heutigen. Das Buch befasst sich mit dieser Gemengelage darwinistischer Theorien und verweist auf die neue Offenheit des Wissens vom Genom.
Haben wir den Menschen verstanden, wenn wir erst einmal den Einzeller verstanden haben, oder ist es gerade umgekehrt, wie Robert Spaemann meint, dass wir den Einzeller mit seinem Streben nur deshalb verstehen, weil wir Leben aus uns selbst kennen? Andere, der Evolutionstheorie nahestehende Denker, wie Hans Jonas, haben gesehen, dass diese bei der Frage der Zukunft des Menschen und der anderen Lebewesen keine Hilfe sein kann. Die Selbsterfahrung eines materiellen Wesens, wie wir es sind, das lebendig ist, sich selbst erkennt und zu sich "Ich" sagt, verweist auf eine Verantwortung, die nur der Mensch hat und die er wahrnehmen muss.

Beschreibung

Karl-Heinz Nusser, geb. 1940, lehrte und lehrt Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, an der Carl-von-Linde-Akademie der Technischen Universität München und an der Hochschule für Politik, München. Veröffentlichungen zu Themen der Praktischen Philosophie, Ethik und Sozialphilosophie.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Vorbemerkung zum Buch
  • Inhalt
  • Einleitung
  • 1. Die neue Eugenik des Darwinismus
  • 2. Die philosophische Sinnfrage als Aufklärung
  • 3. Ein Darwinismus der Offenheit für Aristoteles
  • 4. Die neue Situation der Genetik und ihr Unterschied zur genetischen Evolutionstheorie
  • 5. Ausführliche Übersicht der Kapitel
  • Hauptteil
  • 1. Natur, Mensch, Philosophie und Wissenschaft
  • 1.1 Verstehen, Erklären und der Begriff der Natur. Naturwissenschaftliche Bedingungsforschung und philosophische Wirklichkeitserkenntnis
  • 1.2 Der Test der Selbstprüfung nach Hans Jonas
  • 1.3 Die Grenzen der Physik bei der Thematisierung menschlicher Intentionalität und menschlichen Bewusstseins und das daraus folgende Recht der Anthropomorphisierung der Natur
  • 1.4 Zusammenfassung
  • 2. Natur und Mensch als Komplementarität. Das Leibfundament des Bewusstseins bei Augustinus und der Irrtum des Descartes
  • 2.1 Zusammenfassung und Überleitung zum nächsten Abschnitt
  • 3. Die Menschenrechte als Manifestation des unverzichtbaren Anthropomorphismus und die Hypothesen des stammesgeschichtlichen Gewordenseins
  • 3.1 Menschenwürde und Menschenrechte
  • 3.2 Die argumentative Einsicht in die Menschenwürde
  • 3.3 Zur Differenz von antiker griechischer und moderner Gesellschaft
  • 3.4 Die Menschenwürde, das unmittelbare Wissen um den Personkern und die Seele
  • 3.5 Die exzessive Tierethik als Entanthropomorphisierung durch entdifferenzierende Wissenschaft – das Mensch-Tier-Kontinuum
  • 3.6 Zusammenfassung
  • 4. Ist die Materie alles? Stephen Hawkings Lob der Ionier
  • 4.1 Zusammenfassung
  • 5. Aristoteles’ naturphilosophische Aspekte heute: die Zielstrebigkeit der Lebewesen; ökologisches und aristotelisches Kreislaufdenken von Verdunstung und Niederschlag
  • 5.1 Die Würde der Pflanzen und Tiere. Das Lebewesen und sein Streben
  • 5.2 Natur und Kunst als Ursachen
  • 5.3. Die Biosphäre als Element des Kosmos. Der Kosmos als Lebensraum
  • 5.4 Zusammenfassung
  • 6. Darwins erste naturhistorische These über die Entstehung der Arten (1859)
  • 6.1 Evolution und Erkenntnis der Spezies
  • 6.2 Homologe Beobachtungen und analoge Seinsaussagen – die Hypothesen des stammesgeschichtlichen Gewordenseins
  • 6.3 Der Mensch als Tier unter Tieren
  • 6.4 Der Mensch als moralisches Wesen
  • 6.5 Zusammenfassung:
  • 7. Der Zufall und das Tier-Mensch-Kontinuum
  • 8. Die Natur als das Gute und Beste
  • 8.1 Philosophischer und biologischer Artbegriff
  • 8.2 Art und Population
  • 8.3 Teleologie und Biologie
  • 8.4 Zusammenfassung der Kapitel sieben und acht
  • 9. Evolutionäre Genetik und evolutionäre Kosmogonie
  • 9.1 Wissenschaftsgeschichtliche Entwicklungen der Interpretation des Gens
  • 9.2 Die reduktiven Analyseebenen der Genetik: Bottom up und Top down
  • 9.3 Das Recht der Lebewesen als Eigensein
  • 9.4 Kausal-genetisches evolutives Weltbild und geistige Verursachung durch Verursachung der Ziele
  • 9.5 Zusammenfassung
  • 10. Die philosophische Kritik am Reduktionismus
  • 10.1 Natürliche Selektion und Intentionalität der Handlung
  • 10.2 Der Physikalismus: Die Moleküle als Grund von allem
  • 10.3 Die inkonsequente Aufhebung des Reduktionismus durch Thomas Nagel
  • 10.4 Zusammenfassung
  • 11. Die moderne Weichenstellung: Präbiotische und biologische Evolution als Prozess einer Ganzheit oder Erklärung von Leben und Geist aus der Metaphysik und der schöpferischen Freiheit Gottes?
  • 11.1 Der Evolutionismus und die Hirnforschung als Erschütterungen unserer Kultur?
  • 11.2 »Sein und Gewordensein«. Die Spannung zwischen dem Sein und der inneren Möglichkeit neodarwinistischer Konstruktionen
  • 11.3 Sein und Negativität
  • 11.4 Die neue Perspektive der Genetik: Von der Erklärung zur Forschung. Die Evolution als heuristische Idee
  • 12. Die Fülle des teleologischen Werdensprozesses: Woher stammt das Gute der Natur?
  • 12.1 Die Schwundstufe der Teleologie: die Teleonomie. Leben als heuristischer Begriff der neuzeitlichen Wissenschaft:Teleologie und Teleonomie
  • 12.2 Die metaphysische Grundlage des Ziel- und Bewegungscharakters der Natur
  • 13. Schlussbetrachtung
  • Literaturverzeichnis
  • Primärquellen
  • Andere Forschungsquellen

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