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Das unerreichbar Nahe

Eine Einführung in die Philosophie mit Blick auf die Grenze des Denkbaren

Peter Strasser

Diese Publikation zitieren

Peter Strasser, Das unerreichbar Nahe (2019), Verlag Karl Alber, Freiburg, ISBN: 9783495817346

Beschreibung / Abstract

Strassers Einführung in die Philosophie ist mehr als ein Auf- und Abriss von Denkschulen. Es handelt sich um ein streitbares Plädoyer für das spekulative Denken als Medium der menschlichen Welt- und Selbstvergewisserung. Gegen die reduktionistische Verengung und hedonistische Verflachung des Geistes steht das Motto: "In den vorletzten Fragen der Philosophie rumoren die letzten."
Eine ausführliche Vorrede zum Werk, das nun in einer neu bearbeiteten Fassung vorliegt, begründet zeitwiderständig, warum der "Blick auf die Grenze des Denkbaren" wieder in den Fokus philosophischer Anstrengungen treten sollte. Andernfalls wäre mit einem Totalverlust jener Dimension zu rechnen, die einst die Welt des Menschen – und damit die Suche nach wahrer Humanität – ausmachte.
Dabei kommt dem Motiv des "unerreichbar Nahen" eine zentrale Rolle zu. Indem der Mensch kraft seiner geistigen Natur "das Wesen ist, das keines hat", führt sein Weg nach draußen immer schon hin zu sich selbst: zum Unbedingten, Absoluten, Ewigen. Er ist das "religiöse Tier" par excellence, das nicht aufhören kann, Wirklichkeit und Idee, Sein und Gut-Sein innerlich aufeinander zu beziehen.

"Das Merkwürdige an Strassers Gedanken ist, dass sie nicht aufhören, skeptisch zu sein. Eine Vorhersage zur geistigen Zukunft: Nach der Immanenzverblendung wird der Transzendenzwahnsinn kommen. Vielleicht ergreift er sogar die Massen. Da tut es gut zu wissen, dass man mit Strasser die Transzendenz, ohne sie billig zu destruieren, mit Vernunft betrachten kann." Franz Schuh ("Die Zeit").

Beschreibung

Peter Strasser, Jahrgang 1950, lehrt seit seiner Habilitation 1980 Philosophie und Rechtsphilosophie an der Karl-Franzens-Universität Graz sowie seit 1999 als Gastprofessor an der Universität Klagenfurt. Er ist Autor zahlreicher, vielbeachteter Bücher und Kolumnen (Die Presse und NZZ). 2014 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Inhalt
  • Prolog:
  • I. Homo Sapiens und Homo Deus
  • II. Vom Bakterium zu Bach: Ein zeitgemäßes Menschenbild?
  • III. Flohmarkt der Begriffe
  • IV. Die zwei Grundirrtümer der Philosophie
  • Teil A: Skeptisches Denken
  • § 1 Zum Begriff der Erkenntnis
  • I. Erkenntniskandidaten
  • II. Zur Definition von Erkenntnis
  • III. Erkennen und Wissen
  • IV. Wissensgründe, Erkenntnisgründe: eine Komplikation
  • V. Die zwei Hauptfragen der Erkenntnistheorie
  • § 2 Die Suche nach einem Erkenntniskriterium
  • I. Optimierung des Konsenses
  • II. Wahrheitsannäherung
  • III. Zur induktiven Rechtfertigung empirischer Sätze
  • IV. Der theoretische Gehalt von Beobachtungssätzen
  • V. Zur pragmatischen Rechtfertigung empirischer Sätze
  • VI. Zur evolutionären Rechtfertigung empirischer Erkenntnis
  • VII. Erkenntnis ohne Erkenntniskriterium?
  • § 3 Die Suche nach unbezweifelbaren Sätzen
  • I. Die transzendentalphilosophische Argumentation
  • II. Das Cartesische Argument
  • III. Commonsense-Argumente für Wissen und Erkenntnis
  • IV. Der ontologische Bereich der Skepsis und die Wirklichkeitsfrage
  • § 4 Erkenntnis der Wirklichkeit
  • I. Unsere natürliche Einstellung: die Dinge direkt wahrnehmen
  • II. Phänomenalismus
  • III. Wissenschaftlicher Realismus
  • § 5 Der große Zirkel des Erkennens und die Schwelle zur Metaphysik
  • Teil B: Metaphysisches Denken
  • § 6 Der Begriff der Metaphysik
  • I. Negative Charakterisierung
  • II. Hauptgruppen metaphysischer Probleme
  • III. Kennzeichen metaphysischer Sätze
  • IV. Ein Beispiel: Existenz in der Zeit
  • V. Die aporetische (dilemmatische) Struktur metaphysischer Probleme
  • § 7 Ryles Angriff: Kategorienfehler
  • I. Unechte Paradoxa
  • II. Ein klassischer Kategorienfehler: Sein als Prädikat
  • III. Das Problem der Wahrnehmung
  • § 8 Carnaps Angriff: Scheinprobleme
  • I. Das Sinnkriterium
  • II. Carnaps Realismusproblem
  • III. Das Problem des Fremdpsychischen
  • IV. Der Komplementärfarbenseher
  • V. Die ethische Dimension des Fremdpsychischen
  • VI. Zwei Arten von Transzendenz
  • § 9 Wittgenstein: Es gibt Unsagbares
  • I. Die Grenzen der Welt
  • II. Die logische Grammatik
  • III. Die Metaphysik als Sprachspiel
  • § 10 Ontologischer Relativismus
  • I. Welterzeugung durch Sprachanwendung?
  • II. Zur Frage echter ontologischer Alternativen
  • III. Die Welt an sich und der Putnam’sche Relativist
  • § 11 Zwischenbilanz: Wirklichkeit als regulative Idee
  • § 12 Revisionäre vs. deskriptive Metaphysik
  • § 13 Personale Identität: Ein Lehrstück in revisionärer Metaphysik
  • I. Identifizierende und wesentliche Merkmale
  • II. Kripke: Namen als starre Designatoren
  • III. Könnte ich auch andere Eltern haben?
  • IV. Der Primat des Selbstbewusstseins
  • V. »Ich« als fundamentaler Term
  • VI. »Ich bin mein Gehirn«
  • VII. Parfit: Unsere Identität ist nicht das, was zählt
  • § 14 Schlussfolgerung
  • Teil C: Religiöses Denken
  • § 15 Zum Begriff des religiösen Denkens
  • § 16 Die Frage nach der Existenz Gottes
  • I. Credo ut intelligam
  • II. Der ontologische Gottesbeweis
  • III. Diskussion des Anselm’schen Beweises
  • IV. Die Bedeutung der Existenz Gottes
  • V. Die Bedeutung der Attribute Gottes
  • VI. Die Unangemessenheit des Sprechens über Gott
  • VII. Die Gottesbeweise des Thomas
  • VIII. Kants Kritik der Gottesbeweise
  • IX. Zur Schlüssigkeit und Relevanz religiöser Argumente
  • § 17 Die Krise des rationalen Glaubens
  • I. Problematisierung der Glaubensquellen
  • II. Kritik der religiösen Überlieferung
  • III. Kritik der religiösen Erkenntnisquellen
  • IV. Das Immanenz-Postulat
  • V. Das Problem der Theodizee
  • VI. Warum schuf Gott nicht nichts?
  • VII. Die objektive Welt kennt weder Werte noch Zwecke
  • VIII. Kierkegaards Glaubensritter
  • IX Der Glaube ist wesentlich irrational
  • X. Die Glaubenslehren sind transhistorisch
  • XI. Grenzen der Irrationalisierung des Glaubens
  • XII. Der Glaube ist nicht bloß eine Moral
  • § 18 Die Krise des religiösen Empfindens
  • I. Das Numinose
  • II. Leben im Bann des Numinosen
  • III. Atheismus, religiöse Entspannung, Selbstvergottung
  • § 19 Philosophische Reaktion (A): Das Göttliche als das Sein an sich
  • I. Entmythologisierte Offenbarung
  • II. Heideggers Konzept des Numinosen
  • III. Heidegger als »Kopfverderber«
  • IV. »Nur noch ein Gott kann uns retten«
  • V. Kritik der abendländischen Metaphysik
  • VI. Kritik des Subjekts der Aufklärung
  • VII. Ein anderes Denken
  • VIII. Politisierung des Numinosen
  • IX. Philosophischer Gnostizismus
  • X. Offenbarung des Nichts
  • § 20 Philosophische Reaktion (B): Das Göttliche als das absolut Gute
  • I. Naturalismus
  • II. Moral im Naturalismus
  • III. Die Moral des Pavians
  • IV. Der Naturalist als Moralist
  • V. Auch Menschen sind Maschinen
  • VI. Die Ethik der Interessen
  • VII. Die Ethik des Glücks
  • VIII. Nonkognitivismus der Werte und moralische Autonomie
  • IX. Wertobjektivismus und Intoleranz
  • X. Die Ethik des Diskurses
  • XI. Das Problem der moralischen Selbstbindung
  • XII. Die »Stiftung« objektiver Werte
  • XIII. Manichäismus und Privation
  • XIV. Moderner Irrationalismus
  • § 21 Schlussbetrachtung: Diesseits und jenseits der Philosophie
  • Anmerkungen
  • Literatur

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