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Der Kampf ist nicht zu Ende

Geschichte und Aktualität linker Gewalt

Prof. Dr. Klaus Schroeder und Monika Deutz-Schroeder

Diese Publikation zitieren

Prof. Dr. Klaus Schroeder, Monika Deutz-Schroeder, Der Kampf ist nicht zu Ende (2019), Verlag Herder, Freiburg, ISBN: 9783451816345

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Die deutsche Demokratie wurde und wird immer noch von beiden Seiten der politischen Ränder bedroht. Extremisten links wie rechts zielen auf den Umsturz der bestehenden Verhältnisse und bedrohen dazu Leib, Leben und Besitz einer friedlichen Mehrheit. Die gewalttätigen Ausschreitungen anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg im Sommer 2017 haben der Öffentlichkeit einmal mehr deutlich gemacht, dass Gewalt für Linksextremisten ein zentrales Mittel der politischen Auseinandersetzung ist. Klaus Schroeder und Monika Deutz-Schroeder haben nun ihre langjährigen Forschungen zum Thema Linksextremismus in der ersten Gesamtdarstellung linker Gewalt in der Bundesrepublik zusammengefasst.

Tatsächlich spielt die extreme Linke eine herausragende Rolle in der politischen Geschichte Europas und Deutschlands. Beginnend mit der französischen Revolution und Robespierre, gefolgt von den Bolschewiken um Lenin, denen sich Stalins Terrorherrschaft anschließt. Ab 1918 wird in Deutschland linke Gewalt in Gestalt von Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und der KPD manifest. Diese kommt als SED in der sowjetischen Besatzungszone/DDR an die Macht. In den Westzonen gewinnt die extreme Linke erst wieder in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts an Bedeutung. Zu nennen sind hier insbesondere

•Rudi Dutschke
•der Sozialistische Deutsche Studentenbund
•die Osterunruhen
•Hausbesetzungen
•die RAF mit den dominanten Akteuren Andreas Baader und Ulrike Meinhoff
•der Deutsche Herbst 1977
•die Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer
•der Kampf gegen die Frankfurter Startbahn West und gegen Atomkraft
•die 1. Mai-Demonstrationen in West-Berlin und Hamburg.

Nach der Wiedervereinigung konzentriert sich der linke Protest gegen die deutsche Einheit, gegen rechte Kräfte, gegen Gentrifizierung und zunehmend gegen Globalisierung bzw. gegen die G8/G7-Gipfel. An vielen dieser genannten Bewegungen wird deutlich, wie sie sich in Richtung terroristischer Gewalt entwickeln.

In dieser Gesamtdarstellung geht es um die Geschichte und Aktualität linker Gewalt, nicht um einen Vergleich von linker und rechter Gewalt. Während es sehr viele Schriften und Studien zum Rechtsextremismus und zu rechter Gewalt gibt, finden sich entsprechende Forschungen über linke Gewalt hingegen nur sehr begrenzt. Beides – linke und rechte Gewalt – dürfen nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Linke Gewalt richtet sich viel stärker gegen das System und seine Träger und wird meist explizit politisch begründet. Das Buch soll einen Anstoß geben, sich grundsätzlich mit allen Formen politisch motivierter Gewalt und nicht nur mit rechter Gewalt zu beschäftigen.
Beide Autoren sind Experten in der Forschung auf diesem Gebiet und bemühen sich um einen differenzierten Blick auf die linke Szene. Sie vermeiden pauschalisierende Aussagen und sehen Unterschiede zwischen der gemäßigten, der radikalen und der extremen Linken, auch wenn die Trennlinien häufig verschwimmen. Die Begründungen für linke Gewalt stellen sie authentisch dar, indem Akteure zu Wort kommen.

Beschreibung

Klaus Schroeder, geboren 1949, Prof. Dr., Professor am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat; zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen deutsche Teilungsgeschichte, Geschichte der DDR, Wiedervereinigungsprozess, Extremismus, Sozialstaat; ein Schwerpunkt seiner Forschung ist der Linksextremismus in Deutschland.

Monika Deutz-Schroeder, Diplompolitologin, Studium der Politologie und Soziologie in Berlin; wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsverbund SED-Staat. Arbeitsschwerpunkte u. a.: Alternativbewegung, DDR, Linksextremismus.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Widmung/Impressum
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Einleitung
  • Linke Gewalt seit der Französischen Revolution
  • Linke Gewalt in Deutschland
  • Der asymmetrische Blick auf »Extremismus«
  • Aufbau des Buches
  • Was ist linke Gewalt?
  • Gesellschaft und Gewalt
  • Extremismus
  • Linksradikalismus und Linksextremismus
  • Politische Gewalt
  • Bereitschaft zu politisch motiviertem Gewalthandeln
  • Gewalt als gesellschaftliches Grundprinzip
  • Das staatliche Gewaltmonopol
  • Gewalt und »Militanz«
  • Kurzer historischer Abriss linker Gewalt
  • Die Französische Revolution
  • Karl Marx und die kommunistische Bewegung
  • Pariser Kommune
  • Anarchistische Gewalt
  • Das bolschewistische Gewaltregime
  • Gewalt und Terror
  • Der bewaffnete Kampf der Kommunisten gegen die Weimarer Republik
  • Politische Gewalt in der DDR
  • Kommunistische Nachkriegsplanungen
  • Sowjetische Besatzungsherrschaft
  • Die Gründung des SED-Staates
  • Der Sicherheits- und Unterdrückungsapparat
  • Volkserhebung gegen die sozialistische Diktatur am 17. Juni 1953
  • Das Grenzregime
  • Isolierungs- und Internierungslager
  • Der Todeskampf der DDR
  • Das Ende der DDR
  • Gewalt in sozialistischen Staaten
  • Die Gewaltdiskussion in der Neuen Linken
  • Die Entstehung und Radikalisierung der Neuen Linken
  • Revolutionäre Gewalt als Strategie
  • Repressive versus befreiende Toleranz
  • Von der »begrenzten Regelverletzung« zum Revolutionskonzept
  • Eskalation der Provokationsstrategie
  • Revolutionäre Gewalt
  • Strukturelle Gewalt
  • Grenzüberschreitungen
  • Der linke Terrorismus
  • Der Weg in den Untergrund
  • Linker Antisemitismus?
  • Die Bewegung 2. Juni
  • Die RAF und das Konzept Stadtguerilla
  • Anschläge der RAF
  • Versuchte Gefangenenfreipressungen
  • Der Deutsche Herbst
  • Internationalisierung des Terrorismus
  • Der Umgang mit den eigenen Genossen
  • Die Revolutionären Zellen
  • Die Militante Gruppe
  • Die Revolutionären Aktionszellen
  • Straßenmilitanz
  • Gewalttätige Proteste gegen den Krieg in Indochina und die Folgen
  • Der Frankfurter Häuserkampf
  • Der Revolutionäre Kampf
  • Vermummung als Teil militanter politischer Identität
  • Hausbesetzungen in Berlin
  • Kampf gegen die Atomkraft
  • Kampf um die Hafenstraße und die Rote Flora
  • Der Kampf gegen die Bundeswehr
  • Die Proteste gegen die Startbahn West
  • Chaostage in Hannover
  • Die Proteste gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm
  • Der revolutionäre 1. Mai
  • Proteste gegen Repräsentanten der USA
  • Aktuelle linke Gewalt und ihre ­Begründungen
  • Gewalt gegen die Polizei
  • Gewalt gegen »rechts«
  • Gewalt gegen Politiker und Parteien jenseits der AfD
  • Gewalt gegen Burschenschaftler
  • Militante Aktionen gegen die Bundeswehr und Sicherheitsfirmen
  • Anschläge gegen Infrastruktur und Logistik
  • Anschläge gegen Immobilienfirmen und Gebäude
  • Aktionen gegen Jobcenter und Arbeitsämter
  • Aktionen gegen Globalisierung
  • Brandstiftungen aus verschiedenen Anlässen
  • Das Verhältnis linker Gruppen zur Gewalt
  • Die militanten Straßenkämpfer
  • Fehlende linke Distanz zur Gewalt
  • Ausmaß und Intensität linker Gewalt
  • Entwicklung des Linksextremismus
  • Empirie politisch links motivierter Gewalt
  • Extremistische Konfrontationsgewalt
  • Fazit und Ausblick
  • Anhang
  • Anmerkungen
  • Literatur
  • Abkürzungsverzeichnis

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