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Zeitenwende in der Weltpolitik

Mehr Verantwortung in ungewissen Zeiten

Sigmar Gabriel

Diese Publikation zitieren

Sigmar Gabriel, Zeitenwende in der Weltpolitik (2018), Verlag Herder, Freiburg, ISBN: 9783451818288

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Alles, was seit Jahrzehnten verlässlich und sicher erschien, ändert sich in rasantem Tempo: Die USA fühlen sich nicht mehr für die Sicherheit in Europa verantwortlich. Die europäische Einigung ist nicht mehr selbstverständlich. China arbeitet sich in immer mehr Bereichen an die Weltspitze und Russland kehrt als internationaler Akteur zurück. Erneut dreht sich die Spirale der Aufrüstung und des nuklearen Wettrüstens. Der langjährige SPD-Vorsitzende und Wirtschafts- sowie Außenminister Sigmar Gabriel beschreibt (s)einen Weg, wie man in einer unsicheren Welt bewahrt, was wichtig ist. In gewohnter Deutlichkeit lässt sich Sigmar Gabriel in die Karten der Politik blicken. Für ihn ist klar: Die jetzt anstehenden Entscheidungen über die Zukunft sind jenseits der politischen Routine. Europas Einigung und seine internationale Bedeutung hängen zentral von der Frage ab, wie sich Deutschland dazu verhält. Europa hat wieder eine "deutsche Frage", die Gabriel beantworten will.

Deutschland steht vor zahlreichen Herausforderungen in einem neuen Zeitalter. Einer Epoche, in der die Grundfesten der (west-)deutschen Nachkriegsordnung massiv infrage gestellt werden, wie Sigmar Gabriel festhält:
•Innenpolitisch angesichts eines Parteiensystems im Umbruch, in dem die großen Volksparteien SPD und Union, die Deutschlands Schicksal seit Jahrzehnten geprägt haben, dramatisch an Zustimmung und politischer Bindungskraft verlieren.
•Wirtschaftlich angesichts eines furiosen technologischen Wandels, der sich mit einer nie gekannten Dynamik vollzieht. Das Megathema künstliche Intelligenz und die Neuerfindung des Autos durch Elektromobilität und autonomes Fahren haben für zusätzliche Beschleunigung gesorgt. Die Konsequenzen für den Industriestandort Deutschland, zumal für seine Vorzeigebranche Fahrzeugbau und den gesamten Automotive-Bereich, lassen sich kaum überschatzen.
•Geostrategisch angesichts einer Weltordnung in Unordnung mit zunehmenden Kriegen und Konflikten auch in Europas Nachbarschaft. Gleichzeitig ist offen, wie die Europäische Union und das transatlantische Bündnis, ja der Westen überhaupt, als Eckpfeiler deutscher Außenpolitik, die jeweiligen Sinnkrisen überwinden sollen.
•Sozial angesichts von Zuwanderung und demografischem Wandel. Vor allem aber angesichts einer Arbeitsgesellschaft, die sich rasant verändert und das Verständnis von Bildung und Berufstätigkeit vor neue Herausforderungen stellt. Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung etwa gehen davon aus, dass perspektivisch nicht weniger als 25 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland automatisierbar sind. Das Szenario, dass in naher Zukunft Roboter Roboter-Autos bauen, ist längst keine Science Fiction mehr.

"Die großen Fragen nach Deutschlands Zukunft, nach seiner gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Perspektive und nach seinem Platz in der Welt bleiben in fahrlässiger Weise unbeantwortet. Die Zentralmacht Europas ist orientierungslos. Wie werden die Historiker unsere Zeit beschreiben? Als den Beginn eines neuen chinesischen Zeitalters und den selbst verschuldeten Ausstieg Europas aus der Weltgeschichte? Die Antworten werden wir mit unserem Handeln in den kommenden Jahren liefern. Und auf die Antworten von uns Deutschen wird es dabei insbesondere ankommen." (Sigmar Gabriel)

Beschreibung

Sigmar Gabriel, geboren 1959, ist Mitglied des Deutschen Bundestages und einer der bekanntesten deutschen Politiker; von 1999 bis 2003 war er niedersächsischer Ministerpräsident, er bekleidete danach das Amt des Bundesumweltministers (2005-2009), des Bundeswirtschaftsministers (2013-2017) sowie des Bundesaußenministers (2017-2018); von 2013 bis 2018 war er Vizekanzler und von 2009 bis 2017 zugleich Vorsitzender der SPD.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • 1. Warum dieses Buch
  • 2. Die Rückkehr der deutschen Frage
  • Deutschland, ein Sehnsuchtsort
  • Neue deutsche Sonderwege
  • Runter vom hohen Ross
  • 3. Auf dem Weg in eine neue Welt
  • Ein schwarzer Juni für den Westen
  • Die weltpolitischen Spielregeln des 20. Jahrhunderts
  • Der neue Multilateralismus à la carte
  • Die Welt im Krisenmodus
  • Die Kehrseite der Globalisierung
  • EXKURS: Die Attraktivität der Autoritären
  • G0-Welt? Modelle einer neuen Ordnung
  • Comeback der alten Imperien
  • Der Westen zwischen Tatenlosigkeit und Misstrauen
  • 4. Die Botschaft des Trumpismus
  • Trumps Amerika als schurkische Supermacht
  • Eine neue Lastenverteilung ist nötig
  • Es geht nicht mit Trump, aber auch nicht ohne die USA
  • Auf dem Weg in den Handelskrieg
  • Immer mehr Pulverfässer
  • Hoping for the best – Preparing for the worst: Die transatlantischen Beziehungen neu gestalten
  • 5. Russland – Nachbar, Partner, Gegner?
  • Kein Interesse am Status quo mehr
  • Am Anfang Chaos und Zerfall
  • Der Aufstieg des Wladimir Putin
  • Die erneute Entfremdung vom Westen
  • Scheinriese Russland?
  • Wieder Wandel durch Annäherung?
  • Ein Waffenstilland in der Ukraine als Voraussetzung
  • Problematische Pipeline-Politik Europas
  • Politische Naivität vermeiden
  • 6. Die chinesische Herausforderung
  • Chinas Strategie und die Planlosigkeit des Westens
  • Der chinesische Herrschaftsanspruch – nach außen und nach innen
  • Europäische Antworten?
  • 7. Europa in einer unbequemen Welt
  • Die EU ohne Großbritannien
  • Die Gefahr des Scheiterns
  • Herausforderungen für unser Wohlstandsmodell
  • »Stronger Europe?«
  • Die Einmaligkeit Europas erhalten – trotz Zuwanderung
  • Mutige Visionen für Europa statt Nettozahler-Legenden
  • Stärken, was uns zusammenhält
  • Das vegatarische Europa in einer Welt voller Fleischfresser
  • Ein Europa als zivile Großmacht
  • Ein Europa mit strategischer Kultur
  • Ein krisenfestes und soziales Europa.
  • Ein Europa mit Mütter- und Vaterländern.
  • Politik und Werte in und für Europa
  • 8. Der Kampf um Deutschlands Seele
  • Europas Stabilität hängt an Deutschlands Mitte
  • Deutschland hat zu viel Angst
  • Mehr Programme und weniger Gründe
  • Zivile Leitkultur
  • Zu Großem bereit sein, auch im Sozialen
  • Neue Ehrlichkeit in der Flüchtlingspolitik
  • Reizthema Rüstungsexporte
  • Alternde Gesellschaft und Zuwanderung
  • Entschlossener handeln: Abschiebung und Grenzschutz
  • Deutschland muss robuster und eigenständiger werden
  • Deutschland muss mehr Außenpolitik wagen
  • Friedensdiplomatie und kritischer Patriotismus
  • 9. Ausblick: Die europäische Antwort
  • Dank
  • Anmerkungen
  • Personenregister

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