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Jüdisches Denken: Theologie - Philosophie - Mystik

Band 5: Meinungen und Richtungen im 20. und 21. Jahrhundert

Karl Erich Grözinger

Diese Publikation zitieren

Karl Erich Grözinger, Jüdisches Denken: Theologie - Philosophie - Mystik (2019), Campus Frankfurt / New York, 60486 Frankfurt/Main, ISBN: 9783593442242

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung

Karl Erich Grözinger ist Professor emeritus für Religionswissenschaft und Jüdische Studien an der Universität Potsdam und war Senior Professor am Zentrum Jüdische Studien Berlin- Brandenburg.

Beschreibung / Abstract

Meinungsvielfalt im Judentum ist sprichwörtlich. Dass sich diese aber in Konfessionen und Parteiungen niederschlägt, ist eine Erscheinung, die erst mit der Emanzipation einsetzte. Denominationen haben sich vor allem in Nordamerika etabliert. In Israel wird um das Verhältnis von Religion und Staat gerungen; dort versucht man, mit Religion oder Traditionselementen Politik zu machen. Meinungen treten nun als Verlautbarungen und Parteiprogramme auf, die miteinander rivalisieren. Ein völlig neues Phänomen ist auch ein vielgestaltiger, innovativer Feminismus. Aber auch die altbewährte Philosophie hat sich zu einem in vielen Farben schillernden Gruppenphänomen entwickelt. Selbst der dezidierte Atheismus und antizionistisches linkes Judentum schöpfen aus dem Traditionsarsenal. So ist das vernichtete europäische Judentum bis in die Gegenwart auf Schritt und Tritt spürbar. Band 5 bildet den Abschluss der Reihe »Jüdisches Denken«, deren Bände schon heute als Standardwerke gelten.

Kritik

»[Karl Erich Grözinger ] hat der deutschen Judaistik ein stolzes Monument errichtet. […] Er hat in einem gewaltigen Kraftakt bewiesen, dass sich kritische Werkanalyse und synthetische Gesamtschau, philologische Genauigkeit und philosophische, theologische und politische Relevanz keineswegs ausschließen müssen.« Daniel Krochmalnik, Jüdische Rundschau, März 2020

»Die blassen Zahlen verdeutlichen schon die riesenhaften Ausmasse des Werkes, nicht zu reden vom vielgliedrigen Aufbau des Ganzen und der sorgfältigen Durchführung im Einzelnen. Der Verfasser schöpft aus dem vollen, sein Werk wird zunehmend selbstreferentiell, mit Hilfe der Querverweise kann der Leser wie in einem Hypertext endlos durch dreitausend Jahre jüdischer Denkgeschichte navigieren.« DAVID, 14.04.2020

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Einführung
  • 1. Einheit und Disparatheit – in Geschichte und Gegenwart
  • 2. Geographische Neuverortung des europäischen Erbes
  • 3. Die Aufspaltung des Judentums – Denominationen
  • 4. »Systematische Theologie« als neues Merkmal jüdischen Denkens
  • 5. Die Autoren und Autorinnen
  • TEIL I – EIN LETZTES VERMÄCHTNIS DES ALTEN DEUTSCHENU ND FRANZÖSISCHEN JUDENTUMS – DIALOGISCHER EXISTENTIALISMUS VOM BEGINN DES 20. JAHRHUNDERTS
  • I. EINE EPISTEMISCH-EXISTENTIELLE HEILSKONZEPTION DES DOPPELTEN WEGES AUS JUDENTUM UND CHRISTENTUM – FRANZ ROSENZWEIG (1886–1929)
  • II. MYSTIK DES DIALOGS – MARTIN BUBER (1878–1965)
  • III. DIE HERAUSFORDERUNG DURCH DAS »GESICHT« DES ANDERN – EMMANUEL LÉVINAS (1905/6–1995)
  • TEIL II – AUFGLIEDERUNG DES JUDENTUMS – DAS DEUTSCH-JÜDISCHE ERBE IN DER NEUEN WELT
  • DIE JÜDISCHEN DENOMINATIONEN DER GEGENWART – IN SELBSTDARSTELLUNGEN
  • TEIL III – DIE ENTFALTUNGDES EUROPÄISCH-JÜDISCHEN DENKENS IN DEN VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA – DIE GROSSEN DENKER
  • I. ERKENNTNISTHEORIE, PHILOSOPHIE UND HALACHA – ORTHODOXE ANNÄHERUNGEN AN DIE MODERNE -JOSEF DOV (BER) HA-LEVI SOLOVEITCHIK (1903–1993)
  • II. DAS BEWUSSTSEIN VON DER ZUWENDUNG GOTTES – ABRAHAM JOSHUA HESCHEL (1907–1972)
  • III. INDIVIDUELLES ERLEBEN ALS TEIL DES BUNDESVOLKES ISRAEL – EUGENE B. BOROWITZ (1924–2016)
  • IV. JUDENTUM ALS ZIVILISATION – DIE FRAGE NACH DEM WESEN DES JUDENTUMS UND DESSEN »REKONSTRUKTION« – MORDECAI M. KAPLAN (1881–1983)
  • V. JUDAISM BEYOND GOD – HUMANISTISCHES JUDENTUM - SHERWIN T. WINE (1928–2007)
  • TEIL IV – RELIGION, TRADITION UND POLITIK IN ISRAEL
  • I. THEOZENTRIK STATT HUMANISMUS – HALACHA STATT ATHEISTISCHER ETHIK – RELIGION UND STAAT -JESCHAJAHU LEIBOWITZ (1903–1994)
  • II. JÜDISCHE IDENTITÄT ALS MULTIKULTURELLER HERMENEUTISCHER PROZESS – EINE BRÜCKE ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND GEGENWART UND ZWISCHEN DEN PARTEIUNGEN – AVI SAGI (GEB. 1953)
  • III. POLITIK DER VERNUNFT AUS DEN QUELLEN DES JUDENTUMS – MODUS VIVENDI STATT FRIEDENSUTOPIEN – MICAH GOODMAN (GEB. 1974)
  • TEIL V – DIE FEMINISTISCHE REVOLUTION
  • I. FEMINISTISCHE NEUGESTALTUNG DES JUDENTUMS – DIE KRITIK AN DER TRADITION – EINFÜHRUNG
  • II. KULTUR- UND RECHTSPHILOSOPHISCH BEGRÜNDETE NEUERZÄHLUNG DES JUDENTUMS – RACHEL ADLER (GEB. 1943)
  • III. FEMINISTISCHE ORTHODOXIE IN PHILOSOPHISCHEM GEWAND – TAMAR ROSS (GEB. 1938)
  • IV. EINE FEMINISTISCH-JÜDISCHE THEOLOGIE – JUDITH PLASKOW (GEB. 1947)
  • V. JUDENTUM ALS ARCHETYPISCHER HEILUNGSPROZESS – LYNN GOTTLIEB (GEB. 1949)
  • TEIL VI – THEMEN UND STRUKTUREN FÜR EINE JÜDISCHE PHILOSOPHIE IM EINUNDZWANZIGSTEN JAHRHUNDERT – STIMMEN AUS DER ACADEMIA
  • 1. Vorbemerkung
  • 2. Jüdische Philosophie als Religionsphilosophie – in den Spuren der Tradition
  • 3. Jüdische Philosophie im Dienst der Selbstdarstellung des Judentums und der Einmischung in die allgemeine Philosophie-Debatte
  • 4. Methoden und Wesen jüdischer Philosophie
  • 5. Jüdische Philosophie und die modernen Wissenschaften
  • EPILOG
  • Gibt es eine Einheit in der Vielfalt des jüdischen Denkens? – Ein Rückblick auf fünf Bände jüdischer Geistesgeschichte
  • Register
  • Bibliographie

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