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Zwischen Fremdbestimmung und Autonomie

Neue Impulse zur Gehörlosengeschichte in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Diese Publikation zitieren

Anja Werner(Hg.), Marion Schmidt(Hg.), Zwischen Fremdbestimmung und Autonomie (2019), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839447161

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Im deutschsprachigen Raum steckt die Erforschung der Geschichte gehörloser Menschen als marginalisierte, sprachlich-kulturelle Minderheit noch in den Anfängen. Dieser Band bietet einen innovativen Blick auf Deutschland, Österreich und die Schweiz seit dem 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Unter Einbeziehung der Sichtweisen gebärdensprachlich gehörloser Menschen behandeln die Beiträge Bildungschancen und -methoden, Menschenrechte, Erfahrungen der Unterdrückung und Autonomie sowie die Selbstorganisation in verschiedenen politischen Systemen. Damit wird ein Grundstein gelegt für eine Gehörlosengeschichte im deutschsprachigen Raum, die sich ihrer vielfältigen transnationalen Wurzeln und Einflüsse bewusst ist.

Beschreibung

Marion Schmidt promovierte 2016 am Institute for the History of Medicine der Johns Hopkins University, USA. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin in Göttingen. In ihrer Forschung untersucht sie die Wahrnehmung von Behinderung und Minderheiten in den Bio- und Psychowissenschaften, insbesondere die Entwicklung von minderheitsspezifischen Dienstleistungen. Sie setzt sich außerdem für eine stärkere Verankerung und Vernetzung der Gehörlosengeschichte und Disability Studies in Europa ein.
Anja Werner (geb. Becker) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie erforscht die Geschichte von Minderheiten aus transnationalen Perspektiven, insbesondere von gebärdensprachlich gehörlosen und afrikastämmigen Menschen. Für ihre Recherchen zur Geschichte von Taubheit erhielt sie verschiedene Forschungsstipendien, u.a. vom Deutschen Historischen Institut in Washington D.C. und vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

Kritik

»Für die Deaf History ebenso wie für die Disability History ist der Sammelband [...] eine enorme Bereicherung.«
Sebastian Barsch, Das Zeichen, 113 (2019)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Inhalt
  • Dank
  • Einleitung
  • Teil 1: Die Perspektiven gehörloser Menschen sichtbar machen: Innovative methodische Ansätze
  • »…meine Taubheit ist mir aber wohl nicht schädlich…«
  • »Gitter am Kopf und Loch im Herzen«
  • »Hab ich das richtig verstanden?«
  • Teil 2: Taube Akteure und Gehörlosenverbände in Interaktion mit der hörenden Mehrheitskultur
  • Die ›Lex Zwickau‹
  • Die Vorgeschichte der Gründung von Interessenvertretungen der Gehörgeschädigten und Blinden in der SBZ und frühen DDR, 1945-1957
  • Gebärdensprachforschung in der Schweiz
  • Die Erinnerung an die jüdische Gehörlosengemeinschaft und den Deaf Holokaust wiederfinden
  • Teil 3: Hörende Perspektiven auf Gehörlosigkeit neu bewerten: Interdisziplinäre Quellen und Ansätze
  • Die strafrechtliche Schuldfähigkeit von drei tauben Mördern in Preußen zwischen 1727 und 1828
  • Zur Geschichte der Gehörlosenpädagogik in der Habsburger Monarchie
  • Georg Wilhelm Pfingsten
  • Die Relikte von Oralismus und Behindertendiskriminierung in Österreich
  • Autorenverzeichnis

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