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Die postmigrantische Gesellschaft

Ein Versprechen der pluralen Demokratie

Naika Foroutan

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Naika Foroutan, Die postmigrantische Gesellschaft (17.09.2019), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839442630

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Beschreibung

Das Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen führt zu einer Normverschiebung in europäischen Gesellschaften und erzeugt Spannungen, die sich in Polarisierung widerspiegeln. Es geht dabei weniger um Migration selbst als um die Prozesse, die stattfinden, wenn Migrant*innen und ihre Nachkommen ihre Rechte einfordern. Die Frage des Umgangs mit Migration wird so zur Chiffre für Anerkennung von Gleichheit in demokratischen Gesellschaften.
Naika Foroutan zeigt, dass die Migrationsfrage zur neuen sozialen Frage geworden ist - an ihr werden Verteilungsgerechtigkeit und kulturelle Selbstbeschreibung ebenso wie die demokratische Verfasstheit verhandelt. »Wie hältst Du es mit der Migration?« steht für die Frage danach, was ausgehandelt werden muss, damit die plurale Demokratie zusammenhält. Die postmigrantische Gesellschaft ist also eine, die sich im Kontext der Debatten um den Stellenwert von Migration neu ordnet.

Beschreibung

Naika Foroutan, geb. 1971, ist Sozialwissenschaftlerin und Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie leitet dort das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM). Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Transformation von Einwanderungsgesellschaften und deren Auswirkungen auf Migrations- und Integrationspolitik. Dabei analysiert sie gesellschaftspolitische Diskurse zu Dynamiken und Prozessen der Migration, kollektive Identität und Hybridität in postmigrantischen Gesellschaften mit einem Fokus auf Islam und Muslime. Sie war Vorstandsmitglied des Rates für Migration und veröffentlicht zu Themen der Integration und zu Vorurteilen gegenüber Migrant*innen auch in überregionalen Medien. Bekannt wurde sie 2010 für ihr Eingreifen in die Sarrazin-Debatte. Für ihre wissenschaftliche Arbeit erhielt sie u.a. den Berliner Integrationspreis 2011, den Wissenschaftspreis der Fritz Behrens-Stiftung 2012 und den Höffmann-Wissenschaftspreis der Universität Vechta 2016.

Kritik

O-Ton: »Die postmigrantische Gesellschaft im Blick« - Naika Foroutan im Gespräch bei DLF Kultur

Besprochen in:
www.derfreitag.de, 27.08.2019, Jamal Tuschick
www.textland-online.de, 28.08.2019

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Inhalt
  • Vorwort und Danksagung
  • Einleitung Die große Gereiztheit
  • PmG – kurz und knapp
  • Zum Aufbau
  • Grundlagen und Kernthese Ankerpunkte einer postmigrantischen Analyse
  • Die plurale Demokratie
  • Das politische Versprechen
  • Die postmigrantische Gesellschaft
  • I. Anerkennung und Aushandlung Der Kampf um gleiche Rechte
  • Vom normativen Anspruch zur empirischen Wirklichkeit
  • Strukturelle Anerkennungsdefizite: Leistungsmythos und Chancenungleichheit
  • Kulturelle Anerkennungsdefizite: Die Debatte um die Zugehörigkeit des Islam
  • Soziale Anerkennungsdefizite: Verwehrung sozialer Nähe – trotz Integration
  • Identifikative Anerkennungsdefizite: Exklusion aus dem nationalen Narrativ
  • Ausblick: Das normative Paradoxon als Herausforderung für die Gesellschaft?
  • II. Ambivalenzen und Ambiguitäten Die Irritation der Mehrdeutigkeit
  • Doppelte Ambivalenz: Verunsicherung durch normative Widersprüche und Un-Ordnung
  • Ambiguität und Hybridität: Mehrdeutigkeiten in der postmigrantischen Gesellschaft
  • Stereotypisierung und othering: Einhegung von Ambivalenz und Ambiguität
  • Ausblick: Hyperrealitäten als Ausweg aus der Ambivalenz?
  • III. Antagonisten und Allianzen Die Konfliktlinie der Pluralität
  • Polarisierung der postmigrantischen Gesellschaft
  • Postmigrantische Antagonismen – Abwehr statt Anerkennung
  • Postmigrantische Allianzen – Haltung statt Herkunft
  • Ausblick: Neue Lager der Zugehörigkeit?
  • Fazit, Ausblick und Nachwort
  • Das normative Paradoxon
  • Die Pluralität
  • Ausblick: Ein neues Narrativ für die postmigrantische Gesellschaft
  • Nachwort: Ist Deutschland nun eine postmigrantische Gesellschaft? Eine didaktische Checkliste zum Abschluss
  • Literatur

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