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Wirkungen politischer Bildung

Journal für politische Bildung 3/2018

Martin Nugel, Klaus-Peter Hufer und Nadine Balzter

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Martin Nugel, Klaus-Peter Hufer, Nadine Balzter, Wirkungen politischer Bildung (15.12.2018), Wochenschau Verlag, Schwalbach am Taunus, ISBN: 97837344077892018 #3,

Beschreibung

Über Demokratieentwicklung und die Unterstützung der Handlungsfähigkeit in demokratischen Gesellschaften als Rahmen der politischen Bildung besteht weitgehender
Konsens. Unterstellt wird damit auch, dass notwendige Einstellungen und Kompetenzen erlernbar sind. Organisierte politische Bildung wird von Lehrenden vermittelt;
Teilnehmende eigenen sich ihre vielfältigen Inhalte an bzw. lernen sie. Damit stellt sich aber neben der Frage nach methodisch-didaktisch sinnvollen Vermittlungsformen von
Inhalten auch die Frage nach den (biographischen) Wirkungen – bezogen insbesondere auf die Teilnehmenden, darüber hinaus aber auch auf die Lehrenden und deren
berufliches Umfeld.
Teilnehmende setzen sich durch den Besuch politischer Bildungsveranstaltungen, der zumeist aus subjektiven Gründen passiert, Erfahrungen aus, die sie sonst vermutlich so
nicht machen würden. Die Frage, welche (biographischen) Wirkungen die Teilnahme an politischer Bildung auslösen kann, ist bisher nur in Ansätzen beantwortet. Zu
Wirkungen bzw. Effekten politischer Bildung bei Teilnehmenden liegen aktuell sehr wenige empirische Erhebungen und Forschungsergebnisse vor. In den
Standardhandbüchern zur politischen Bildung finden sich dazu keine Kapitel, und auch Evaluationen zum Stand der politischen Bildung bzw. zum Bildungsurlaub behandeln das
Thema nur am Rande. Empirische Untersuchungen, in denen die Frage nach Wirkungen und Effekten, die auf die Teilnahme an Veranstaltungen der der politischen Jugendund
Erwachsenenbildung zurückzuführen sind, im Mittelpunkt stehen, existieren nur sehr wenige.
Die Wirkungsforschung in der politischen Bildung befindet sich in einem Spannungsverhältnis, gleichzeitig liegen bisher nur relativ wenige grundlegende Untersuchungen im
Bereich der Wirkungsforschung vor. Der oftmals gewählte Zugang, die Lehrenden zur Motivation der Teilnehmenden zu befragen, gibt – wenn überhaupt – Begründungen für
die Teilnahme. Er kann aber keinen Aufschluss darüber geben, welche (langfristigen biographischen) Wirkungen die Teilnahme bei Einzelpersonen hatte. Wissen über diese
Fragestellung würde zur Legitimation der politischen Bildung beitragen. Denn es ist anzunehmen, dass Personen durch ihr Denken und Handeln weitere Kreise beeinflussen,
als durch die tatsächliche Teilnahme an politischer Bildung erreicht werden.
In diesem Kontext versammelt diese Ausgabe des Journals Beiträge, in denen einerseits aktuelle Ergebnisse der Wirkungsforschung zur politischen Jugend- und
Erwachsenenbildung dargestellt werden. Anderseits zieht das Heft auch eine vorläufige Bilanz der Wirkungsforschung in der politischen Bildung und diskutiert dabei das
Thema insgesamt vor dem Hintergrund bisheriger Studien in Bezug auf seine Relevanz für die Zukunft der politischen Bildungsforschung.

Beschreibung

Beschreibung

Nadine Balzter,
M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik der Technischen Universität Darmstadt. Arbeitsschwerpunkte: Politische Jugendbildung, Politisches Engagement, Erwachsenenbildung, erziehungswissenschaftliche Biographieforschung, Differenzreflexive Professionalisierung, Gender und Dis/ability Studies.

Prof. em. Dr. Wolfgang Benz
studierte Geschichtswissenschaft, Politische Wissenschaft und Kunstgeschichte in Frankfurt/M., Kiel und München. Von 1969 bis 1990 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München. Im Anschluss lehrte er von 1990 bis 2011 an der Technischen Universität Berlin und leitete das zugehörige Zentrum für Antisemitismusforschung mit den Schwerpunkten Vorurteils- und Antisemitismusforschung sowie der Erforschung des Nationalsozialismus, in denen er internationale Anerkennung genießt. Einige seiner Veröffentlichungen gelten als Standardwerke der Geschichtsforschung zur Zeit des Nationalsozialismus und zu den Abläufen des Holocaust, darunter die mit Hermann Graml und Hermann Weiß herausgegebene „Enzyklopädie des Nationalsozialismus“ (1997), das mehrbändige „Handbuch des Antisemitismus“ (2008 – 2015) ebenso wie die mit Barbara Distel herausgegebene Reihe „Der Ort des Terrors. Die Welt der nationalsozialistischen Zwangslager“ (2005 – 2009), die als umfassendste Darstellung des NS-Lagersystem gilt und erstmals die verfügbaren Forschungsergebnisse im engeren Sinne der Aufarbeitung zusammenführte.

Prof. Dr. Helmut Bremer
ist Leiter des Fachgebiets Erwachsenenbildung/Politische Bildung an der Universität Duisburg-Essen. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Politische Erwachsenenbildung, Adressaten- und Teilnehmerforschung, soziale Ungleichheit, Bildung und Weiterbildung, Habitus, Lernen und Sozialisation.

Andreas Hechler
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Bildungsreferent bei „Dissens – Institut für Bildung und Forschung“ in Berlin. Schwerpunkte seiner Arbeit in den letzten Jahren waren geschlechterreflektierte Neonazismusprävention, Intergeschlechtlichkeit in der Pädagogik, Männlichkeit, sexualisierte Gewalt und der Themenkomplex NS-„Euthanasie“, Familienbiographien, Ableismus und Erinnerungspolitik.

Klaus-Peter Hufer,
Dr. rer. pol. phil. habil, ist außerplanmäßiger Professor an der Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Bildungswissenschaften. Er war über 50 Jahre als Fachbereichsleiter in der Kreisvolkshochschule Viersen tätig und ist Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen zur Theorie und Praxis politischer Bildung und Erwachsenenbildung.

Dr. Susanne Offen
ist Bildungswissenschaftlerin sowie Studienrätin für das Lehramt an berufsbildenden Schulen mit den Unterrichtsfächern Politik und Sozialpädagogik. Aktuell verwaltet sie eine Professur für Sachunterricht an der Leuphana Universität Lüneburg. Der außerschulischen politischen Bildung ist sie über Arbeit und Leben Hamburg verbunden. Seit Frühjahr 2017 ist sie zudem Teil der erweiterten Journal-Redaktion.

Dr. des. Antje Pabst,
Bildungs- und Erziehungswissenschaftlerin, ist wiss. Mitarbeiterin an der Professur für Erwachsenenbildung der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind das Lernen Erwachsener, Beruf und Beruflichkeit im Wandel der Zeit sowie Literalität und Grundbildung.

Dr. Martin Nugel
arbeitet als Lehrkraft für besondere Aufgabe am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik der Universität Bamberg und war Fachbereichsleiter für schulbezogene Kinder- und Jugendarbeit bei der Evangelischen Jugend Nürnberg.

Laura Schlitt
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Duisburg-Essen im Fachgebiet Erwachsenenbildung/Politische Bildung. Ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte sind das Feld des politischen Dokumentarfilms sowie der Habitus von Erwachsenenbildner/-innen.

Jens Schmidt
ist Jugendbildungsreferent bei Arbeit und Leben Hamburg. Seine Themenschwerpunkte sind geschlechterbezogene Bildungsarbeit und intersektionale politische Bildung. Er ist Projektleiter der Fortbildungsreihe „breit aufgestellt“, Leiter des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Hamburg und des Projekts empower – Beratung von Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.
Dr. David Sirakov ist Direktor der Atlantischen Akademie. Er hat Politikwissenschaft und Öffentliches Recht an der Universität Trier studiert und wurde an der TU Kaiserslautern mit einer Arbeit zu den russisch-amerikanischen Beziehungen promoviert.

Dr. David Sirakov
ist Direktor der Atlantischen Akademie. Er hat Politikwissenschaft und Öffentliches Recht an der Universität Trier studiert und wurde an der TU Kaiserslautern mit einer Arbeit zu den russisch-amerikanischen Beziehungen promoviert.

Sarah Wagner,
M.A., ist Bildungsreferentin an der Atlantischen Akademie. Sie hat Politikwissenschaft, Englisch und Bildungswissenschaften an der Universität Trier und an der Universität Nebraska-Omaha studiert.

Prof. Dr. Christine Zeuner
ist Professorin für Erwachsenenbildung an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und Mitglied der Journal-Redaktion. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind politische Erwachsenenbildung, Internationale Erwachsenenbildung sowie Literalität und Grundbildung.

Eva Zimmermann
hat Erziehungswissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig studiert. Derzeit arbeitet sie am Deutschen Jugendinstitut, Außenstelle Halle, in der Evaluation des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Tim Zosel
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen im Fachgebiet Erwachsenenbildung/Politische Bildung. Seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte sind politische Bildung und Flucht sowie Politikbilder von Pädagog/-innen.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Editorial
  • Inhalt
  • MitDenken: "Da sind auch noch andere, die man berücksichtigen muss!"
  • SchwerPunkt: Wirkungen
  • Klaus-Peter Hufer: Wirkungslose Wirkungsforschung?
  • Nadine Balzter: Zur Debatte der Wirkungsforschung und Rekonstruktion biographischer Nachhaltigkeit politischer Jugendbildung
  • Eva Zimmermann, Frank König: Wie wirkt politische Bildung?
  • Helmut Bremer u.a.: Jugend partizipiert
  • Antja Pabst, Christine Zeuner: Mehrfachteilnahme am Bildungsurlaub
  • ZeitZeugen: Wolfgang Benz
  • BildungsPraxis: Jens Schmidt: breit aufgestellt!
  • Andreas Hechler: Komplexe Verhältnisse
  • VorGänge
  • LeseZeichen
  • ÜberGrenzen: David Sirakov, Sarah Wagner: Untergang der liberalen Weltordnung?
  • AusBlick
  • IMPRESSUM

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