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Versnovellen im Kontext

Formen der Retextualisierung in kleinepischen Sammelhandschriften

Margit Dahm-Kruse

Cite this publication as

Margit Dahm-Kruse, Versnovellen im Kontext (2018), Narr Francke Attempto, 72070 Tübingen, ISBN: 9783772056468

Beschreibung

Mittelhochdeutsche Versnovellen sind überwiegend in thematisch und texttypologisch heterogenen Sammelhandschriften überliefert. Die Untersuchung nimmt ein repräsentatives Korpus dieser Kompilationen in einer Zusammenschau überlieferungsgeschichtlicher, philologischer und hermeneutischer Fragestellungen in den Blick. An Konrads von Würzburg Herzmaere als Modellfall einer vergleichenden Text-Kontext-Analyse wird gezeigt, dass die Sammlungsverbünde einen maßgeblichen Faktor für die Sinnkonstitution der inkorporierten Versnovellen darstellen, indem sie als Rezeptionskontexte den Einzeltext durch divergente Profile jeweils unterschiedlich semantisieren. Gleichzeitig ist die Sammlung als Produktionsrahmen des einzelnen Textes auch ein zentraler Parameter für dessen individuelle Formgebung. Zahlreiche sinnstiftende Korrelationen zwischen spezifischen Textvarianten und tradierender Sammlung machen eine intentionale Anpassung an das textuelle Umfeld plausibel, wodurch sich neue Perspektiven auf textkritische Überlegungen und die Rolle des Schreibers im mittelalterlichen Textmodell ergeben.

Beschreibung

Mittelhochdeutsche Versnovellen sind überwiegend in thematisch und texttypologisch heterogenen Sammelhandschriften überliefert. Die Untersuchung nimmt ein repräsentatives Korpus dieser Kompilationen in einer Zusammenschau überlieferungsgeschichtlicher, philologischer und hermeneutischer Fragestellungen in den Blick. An Konrads von Würzburg Herzmaere als Modellfall einer vergleichenden Text-Kontext-Analyse wird gezeigt, dass die Sammlungsverbünde einen maßgeblichen Faktor für die Sinnkonstitution der inkorporierten Versnovellen darstellen, indem sie als Rezeptionskontexte den Einzeltext durch divergente Profile jeweils unterschiedlich semantisieren. Gleichzeitig ist die Sammlung als Produktionsrahmen des einzelnen Textes auch ein zentraler Parameter für dessen individuelle Formgebung. Zahlreiche sinnstiftende Korrelationen zwischen spezifischen Textvarianten und tradierender Sammlung machen eine intentionale Anpassung an das textuelle Umfeld plausibel, wodurch sich neue Perspektiven auf textkritische Überlegungen und die Rolle des Schreibers im mittelalterlichen Textmodell ergeben.

Beschreibung

Margit Dahm-Kruse lehrt Ältere deutsche Literatur an der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Vorwort
  • 1 Einleitung
  • 2 Mittelhochdeutsche Versnovellen
  • 2.1 Forschung und Gattungsdiskussion
  • 2.2 Versnovellistisches Erzählen
  • 3 Die variable Form des Textes
  • 3.1 Manuskriptkultur
  • 3.2 Die variante Überlieferung mittelalterlicher Texte
  • 3.3 Varianz im Forschungsdiskurs
  • 3.4 Retextualisierung der Text zwischen Offenheit und Festigkeit
  • 3.5 Der Schreiber als Akteur von Textform und Sammlung
  • 4 Die Sammlung als Kontext
  • 4.1 Kleinepische Sammelhandschriften
  • 4.2 Lektüre im Kontext
  • 4.3 Retextualisierung im Sammlungskontext
  • 5 Das Herzmaere : Text und Untersuchung
  • 5.1 Konrads von Würzburg Herzmaere : Text und Rezeption
  • 5.2 Das Herzmaere als repräsentative Vergleichskonstellation
  • 5.3 Untersuchung
  • 6 Das Herzmaere im Kontext I: Der Cgm 714
  • 6.1 Die Handschrift
  • 6.2 Nürnberger Literaturbetrieb und städtisches Sammlungsinteresse
  • 6.3 Erster Teil Perspektiven des Minnediskurses
  • 6.4 Zweiter Teil Fastnachtspiele und Verkehrung
  • 6.5 Das Herzmaere im Cgm 714 Fazit
  • 6.6 Sammlungsübersicht Cgm 714
  • 7 Das Herzmaere im Kontext II: Textformen und Sammlungsprofile
  • 7.1 Der Cpg 341
  • 7.2 Die Straßburger Handschrift A 94
  • 7.3 Codex Vindobonensis 2885
  • 7.4 Codex Donaueschingen 104
  • 7.5 Die Prager Handschrift X A 12
  • 7.6 Archiv Schloss Schönstein Akte Nr. 7693
  • 7.7 Fragmente
  • 7.8 Textformen und Sammlungsprofile Fazit
  • 8 Exkurs: Kontinuitäten und Wandel
  • 8.1 Mittelalterliche Exemplarizität und moderne Novellistik
  • 8.2 Kleinepische Sammlungen nach dem Medienwandel
  • 8.3 Heterogenität ohne Homogenisierung
  • 9 Handschriften
  • 10 Literaturverzeichnis
  • 10.1 Primärliteratur
  • 10.2 Lexika
  • 10.3 Forschungsliteratur
  • 11 Autoren- und Werkregister

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