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Zivilgesellschaft oder starker Staat?

Das Stiftungswesen in Deutschland (1815-1989)

Thomas Adam

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Thomas Adam, Zivilgesellschaft oder starker Staat? (2018), Campus Frankfurt / New York, 60486 Frankfurt/Main, ISBN: 9783593439648

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Beschreibung

Traditionelle Darstellungen der deutschen Geschichte gehen meist davon aus, die Deutschen seien besonders staatsorientiert. Diese Sichtweise verkennt, dass Deutschland um 1900 eine Weltmacht war, wenn es um das stifterische Engagement seiner Bürger ging: Stiftungen finanzierten öffentliche Museen, förderten die Wissenschaften, unterhielten Gymnasien wie Universitäten und stellten Sozialleistungen zur Verfügung. Dieses Buch, die erste umfassende Darstellung des Stiftungswesens in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert, behandelt dieses bislang als Randphänomen der Vormoderne verkannte zivilgesellschaftliche Handeln in allen seinen Aspekten. Thomas Adam verdeutlicht eindrucksvoll, dass Stiftungen mit ihren ungeheuren Finanzressourcen der modernen deutschen Gesellschaft einen spezifischen Charakter gaben, der nicht nur durch Adel oder Staat, sondern ganz wesentlich auch durch selbstbewusste Bürger bestimmt wurde.

Beschreibung

Thomas Adam ist Professor für transnationale Geschichte an der Universität Arlington (Texas, USA).

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Vorwort
  • 1. Einleitung
  • Zivilgesellschaft und Stiften in den deutschen Staaten vor 1815
  • Zivilgesellschaft und Demokratie
  • Aufbau des Buches
  • 2. Zwischen Emanzipation und Einflussnahme: Der Wettbewerb zwischen Adel und Bürgertum auf dem Gebiet der Kunst- und Kulturförderung
  • Die Stiftung fürstlicher Legitimität durch die Errichtung von Kunstmuseen
  • Vom Juniorpartner zum Chef: Aristokratische und bürgerliche Unterstützung für die Kunstproduktion und Kunstmuseen
  • Das Zusammenwirken des königlichen Hofes und der Börse bei der Gründung des Berliner Zoologischen Gartens
  • Die Rolle herausragender bürgerlicher Stifter: Städel, Richartz und Grassi
  • Vom Stiften zum unternehmerischen Sponsoring: Das Deutsche Museum in München
  • Die bürgerliche Übernahme königlicher Museen: Der Kaiser-Friedrich-Museumsverein
  • Die bürgerliche Förderung königlicher Bibliotheken: Die Freunde der Berliner Königlichen Bibliothek
  • Der Übergang der Museen von stifterischem Eigentum in städtisches Eigentum
  • 3. Pflanzstätten der höheren Bildung: Der Einfluss der Stifter auf die Zusammensetzung der künftigen intellektuellen Eliten an Gymnasien und Universitäten
  • Die Rolle von Stiftungen bei der Perpetuierung der sozialen Exklusivität von Gymnasien und Universitäten
  • Die Motivation zur Errichtung von Stiftungen
  • Die regionale Verteilung von Stiftungen und deren Verwaltung
  • Der Einfluss der Stipendienstiftungen auf die Zusammensetzung der Studentenschaft
  • Die Einrichtung von Stipendienstiftungen zur Unterstützung jüdischer Studenten
  • Universitätsstipendien für Frauen
  • 4. Zwischen nationalem Anspruch und lokaler Verwurzelung: Stiften für nationale Forschungseinrichtungen
  • Die Zusammenarbeit von Stiftern und Staat bei der archäologischen Ausgrabung alter Zivilisationen
  • Die staatlich-gesteuerte Suche nach Stiftern für die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
  • 5. Reformbewegung und Sozialkontrolle: Stiften, Wohnungsbau und die Ordnung familiärer Sozialbeziehung in der Arbeiterschaft
  • Modelle der Bereitstellung von Sozialleistungen
  • Stiften und Wohnungsreform
  • Stiften und Investieren: Das Modell der gemeinwohlorientierten Aktienbaugesellschaften
  • Stiften und Sparen: Das Modell der Wohnungsbaugenossenschaften
  • Stiften und Schenken: Das Modell der Wohnstiftung
  • Wohnungsreform und Mietzahlung
  • Der Übergang von stifterischem Eigentum in kommunales Eigentum
  • 6. Bürgergesellschaft und autoritärer Staat: Das Stiftungswesen am Vorabend des Ersten Weltkrieges
  • Die räumliche und zeitliche Dimension des Stiftungswesens im 19. Jahrhundert
  • Stiften in Leipzig: Eine Fallstudie
  • Die Rolle von Frauen im Leipziger Stiftungswesen
  • Jüdisches Stiften zwischen Ausgrenzung und Integration
  • Stiftungskapitalien und Volkswirtschaft
  • 7. Auf dem Weg zur staatszentrierten Gesellschaft: Der langsame Niedergang des Stiftens und der Zivilgesellschaft im 20. Jahrhundert
  • Die Rolle der Stiftungen bei der Finanzierung des Ersten Weltkrieges
  • Das Schicksal der Zivilgesellschaft im Übergang von der Monarchie zur Demokratie
  • Die Abgrenzung von jüdischen und »arischen« Stiftungen in den 1930er Jahren
  • Die sinkende Bedeutung der Stiftungen in den beiden deutschen Gesellschaften nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Eine Gesellschaft ohne Stiftungen? Stiftungen und Stifter in der DDR
  • Vom Stiften zum Sponsoring: Die Transformation des Stiftens in Westdeutschland
  • 8. Schlussbetrachtungen
  • Anmerkungen
  • Literaturverzeichnis
  • 1. Archivalien
  • 2. Literatur

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