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Ossip Mandelstams letzte Jahre

Verfemung, Verbannung und Tod eines Dichters 1932–38

Pavel Nerler

Diese Publikation zitieren

Pavel Nerler, Ossip Mandelstams letzte Jahre (2017), Verlag Ferdinand Schöningh, 33098 Paderborn, ISBN: 9783657785308

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Der russisch-jüdische Dichter Ossip Mandelstam, 1891 in Warschau geboren, ist einer der bedeutendsten Lyriker des 20. Jahrhunderts. Sein tragisches Schicksal im Stalinismus steht exemplarisch für das Los der Intellektuellen und Künstler in den Diktaturen der Moderne. Der extrem sensible, eigensinnige, demonstrativ individualistische Mandelstam war zwar in der Sowjetunion bis hin zu Stalin selbst als herausragender Poet anerkannt. Letztlich aber wurde dem Dichter seine Unangepasstheit zum Verhängnis: Nach einem Epigramm auf Stalin in das Mahlwerk von Miliz und Geheimdienst geraten, wurde Mandelstam bestraft, verbannt, rehabilitiert, wieder verhaftet und am Ende in den Gulag deportiert, wo er durch die Strapazen des Lagerlebens umkam. Pavel Nerler, wohl der beste Mandelstam-Kenner der Gegenwart, hat in langjährigen Recherchen aus den Archiven unbekanntes Material zusammengetragen und kann so die letzten Lebensjahre des Dichters in erschütternder Anschaulichkeit schildern: die Intrigen der Kollegen, aber auch die Versuche, ihn in die Sowjetgesellschaft einzubinden, die Verhöre, die Widrigkeiten der Verbannung, die psychischen Zusammenbrüche und am Ende den Tod im Fernen Osten.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Impressum
  • Inhalt
  • Prolog
  • »Und wir leben, doch die Füße, sie spüren keinen Grund«: Über dieses Buch
  • 15. Januar 1891
  • Geburtstag
  • Geburtsort
  • Geburtsjahr
  • Geburtsname
  • Wort und Schicksal
  • Europa
  • Debut
  • »Der Stein«
  • Stummheit
  • »Neue Gedichte«
  • Dichterprosa
  • Der Dichter und der Leser
  • Der Dichter und der Mythos
  • Moskau: Im Herzen-Haus (Februar 1932 – Herbst 1933)
  • Ein Dach über dem Kopf!
  • Personalrente
  • Nomenklatura?
  • Die Nachbarschaft
  • Der Konflikt mit Sargidschan und das Schiedsgericht
  • Lesungen in Moskau: »Literaturzeitung« und Staatsverlag
  • Lesungen in Leningrad: Kapella und Haus der Presse
  • Lesungen in Moskau. Polytechnisches Museum und Künstlerklub
  • Das »Apokryph« des Sonderagenten und die Logistik des Denunziantentums
  • In Stary Krym und Koktebel
  • Denunziation: kein Apokryph
  • Autoren!
  • »Fünfte« und »Sechste« Prosa
  • Das Stalin-Epigramm
  • In der Naschtschokin-Gasse (Ende 1933 – Mai 1934)
  • Berechtigungsschein, Einquartierung, Umzug
  • »Meisterin der schuldbewußten Blicke«
  • Das Archiv und die »Archivanen«
  • Dialektische Ohrfeige
  • Der Stalin-Preis für 1934 (Mai 1934)
  • Ungebetene Gäste: Verhaftung und Beschlagnahme
  • Zweite Beschlagnahme: Matrix der Verbrechen und Strafen
  • Ermittlung mit Christoforowitsch: Verhöre und Beschluss
  • »Über den Gesprächspartner«
  • Kein einwandfreies Verhalten
  • Verhör vor Zeugen
  • Bittgänge
  • Die Wundertat
  • »Auf dem Kama-Fluß…«: Mandelstams Uralwellen (Mai – Juni 1934)
  • Ural-Wellen
  • »Isolieren, aber erhalten!«
  • Der Weg in die Verbannung
  • Täubchenstadt-Tscherdyn
  • »Ein Sprung. Ich bin erwacht.«
  • Spaziergänge durch Tscherdyn
  • Stalins Gespräch mit Pasternak
  • »Auf dem Kama-Fluß …«
  • Verbannung in Woronesch: Der eingekesselte Mandelstam (Juni 1934 – Mai 1937)
  • Mandelstam und Woronesch
  • Drei Jahre, drei Namen
  • Woronesch und Mandelstam
  • Das Jahr mit Pawel Kalezki (Juni 1934 – Juli 1935)
  • Zentralnaja-Hotel
  • Auf der Veranda des Kochs
  • In der Mandelstam-Grube
  • »Erweiterung der literarischen Tätigkeit«
  • Ein Abend über den Akmeismus und Streichung der Rente
  • Verbannungsgefährten
  • Journalisten und Schriftsteller
  • Musiker und Schauspieler
  • Das Jahr mit Sergej Rudakow (April 1935 – Juli 1936)
  • Dank an »Freitag«
  • Kothurne anprobieren und einlaufen: Rudakows »Kosmogonie«
  • Im möblierten Zimmer beim »Mäusekrieger«
  • Das erste Woronescher Heft
  • Autor und Sargmacher von Mandelstams Gedichten
  • Das Tambower Nervensanatorium und neun Tage ohne Adresse
  • Briefe an den Woronescher Verband und das Minsker Plenum
  • Februar 1936: Achmatowas Besuch
  • Im Techniker-Wohnblock
  • »Chaos statt Musik«
  • Stawski und Kostarjow: verhängnisvolle Vermietung
  • Der erste Mandelstamkundler
  • Sadonsk
  • Exkurs: Rudakow nach Woronesch
  • Das Jahr mit Natalja Stempel (September 1936 – Mai 1937)
  • Herbst 1936: Beginn der Hetze
  • Bei der Theaterschneiderin
  • »Helle Natascha«: Die Kunst der Freundschaft
  • Winter und Frühling 1937: Höhepunkt der Hetze
  • Das Freundschaftsdreieck
  • Winter und Frühling 1937: Höhepunkt der Hetze
  • »Fass!«
  • Nachgebell
  • Exkurs: die Woronescher Beatrice
  • Nach Woronesch (Mai 1937 – März 1938)
  • Moskau: Unterdrückung durch das Regime
  • Sawjolowo: Erzwungene Sommerfrische
  • Kalinin: Überwintern und Einweisung ins Erholungsheim
  • Samaticha: die Meschtschora-Falle
  • Die Schriftstellerverschwörungen (März 1938 – Mai 1938)
  • Die »Schriftstellerverschwörung gegen Stalin« in Leningrad
  • Die »Schriftstellerverschwörungen gegen Stalin« in Moskau
  • Die Schriftstellerverschwörung gegen Mandelstam
  • Stawski und Kostarjow
  • Pjotr Pawlenko
  • Vier Gefängnismonate und ein Monat im Gefangenentransport (Mai 1938 – Oktober 1938)
  • Vorbereitung der Verhaftung und Verhaftung
  • In der Lubjanka
  • Im Butyrki-Gefängnis
  • Häftlingstransportzüge
  • Der Mandelstam-Transport
  • Transportlisten: Weggefährten
  • Transportlisten: Gesellschaftsporträt des Landes
  • Die letzten elf Wochen (9. Oktober 1938 – 27. Dezember 1938)
  • »Wtoraja retschka«. Und das blaue Meer!
  • »Übergeben – angenommen«
  • Transitlager: das Tor zur Kolyma
  • Das Transitlager
  • »Emiljewitsch«: erste Woche (13.-19. Oktober)
  • »Schwarze Nacht, stickige Baracke, fette Läuse …«: zweite Woche (20.-26. Oktober)
  • »Die letzten Tage bin ich zur Arbeit gegangen«: dritte Woche (27. Oktober – 2. November)
  • »Ich friere sehr ohne Kleider«: vierte Woche (3.-9. November)
  • Nächtlicher Besuch: fünfte Woche (10.-16. November)
  • Machorka im Tausch gegen Zucker: sechste Woche (17.-23. November)
  • Eine Woche auf Laken: siebte Woche (24.-30. November)
  • Quarantäne: achte Woche (1.-7. Dezember)
  • Die Diktatur der Sanitäter: neunte Woche (8.-14. Dezember)
  • Todgeweiht: zehnte Woche (15.-21. Dezember)
  • Ende der Quarantäne und Hitzekammer: elfte Woche (22.-27. Dezember)
  • Der 27. Dezember 1938
  • Tod
  • Fingerchen
  • Totenbegräbnis
  • Zuhause: Nadeschda Mandelstam (Mai 1938 – April 1939)
  • Erster Mai in Samaticha
  • Rostow Weliki und Strunino
  • Neujahr 1939
  • »Adressat verstorben«
  • Wie wurde Mandelstam entdeckt?
  • Erfüllte Prophezeiung
  • Der Dichter und die Gegenwart
  • Noch einmal: Wort und Schicksal
  • Das Mythologem
  • »Die Poesie ist Krieg!«
  • Epilog: Die ausgezehrte Kultur oder das neue Atlantis
  • Das Wort und die Kultur
  • Das Wort und die Vertikale
  • Gedichtesterben
  • Anmerkungen
  • Literatur- und Abkürzungsverzeichnis
  • Abbildungsnachweis
  • Personenregister
  • Bildteil

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