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Populäre Geschichtsschreibung im 19. Jahrhundert: Motive und Strategien archäologischer Erzähler

Doppelausgabe 1 / 2

Stefanie Samida

Diese Publikation zitieren

Stefanie Samida, Ulrich Veit(Hg.), Populäre Geschichtsschreibung im 19. Jahrhundert: Motive und Strategien archäologischer Erzähler (2012), Waxmann Verlag, 48159 Münster, ISSN: 0012-7477, 2010 #1, S.87

Beschreibung / Abstract

Wie kein anderer vor ihm popularisierte Heinrich Schliemann mit seinen Ausgrabungen und Entdeckungen – vor allem in Troia – die noch junge Prähistorische Archäologie. Er verstand es, durch seine Presseberichte und Monographien eine breite Masse in seinen Bann zu ziehen und beim Leser seiner Publikationen ›Stimmung‹ und ›Zuneigung‹ zu wecken – ganz im Stile der damals äußerst populären Reisebeschreibungen. Sie sollten ihre Leser in erster Linie unterhalten, und dazu gehörte es, Geschichten in der Geschichte zu schreiben, also etwa über außerordentliche Strapazen und seltsame oder gefährliche Ereignisse zu berichten sowie Anekdoten über merkwürdige Vorfälle zu erzählen. In dieser Art ging auch Schliemann vor. Typisch sind etwa seine Schilderungen von Problemen mit der osmanischen Regierung, Erzählungen vom Kampf mit schlechtem Wetter, seinen Arbeitern und Krankheiten sowie von alltäglichen Entbehrungen. Er nutzte also verschiedene narrative Elemente in seinem archäologischen Œuvre. Ganz anders zeigt sich dagegen die populäre Arbeit Carl Schuchhardts über »Schliemann’s Ausgrabungen in Troja, Tiryns, Mykenae, Orchomenos, Ithaka im Lichte der heutigen Wissenschaft «. Wie Schliemanns Werke verfolgte auch sie das Ziel, ein großes gebildetes Publikum zu erreichen und diesem eine klare Anschauung von den Ergebnissen der Lebensarbeit Schliemanns zu verschaffen. Der Beitrag arbeitet zum einen die Erzählstrategien und Motive der beiden Protagonisten heraus; zum anderen macht er deutlich, dass diese Strategien und Motive nur im Zusammenspiel mit der Kenntnis der jeweiligen Biographie zu verstehen sind. Biographik – so die These – ist ohne Narratologie nicht vorstellbar.

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