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Das Bild als kommunikatives Medium

Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft

Klaus Sachs-Hombach

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Klaus Sachs-Hombach, Das Bild als kommunikatives Medium (2013), Herbert von Halem, Köln, ISBN: 9783869623702

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Beschreibung

Bis heute hat sich eine allgemeine Bildwissenschaft nicht etabliert, und die Frage, welche Art von Wissenschaft dies überhaupt wäre bzw. welche konkrete Gestalt sie haben könnte oder haben sollte, ist noch unbeantwortet. Die vorliegenden Ausführungen sind von der Auffassung geleitet, dass eine allgemeine Bildwissenschaft nur im Sinne eines disziplinenübergreifenden Unternehmens möglich ist. Sie ist keine neue, weitere Disziplin, die neben die bereits ausgebildeten Bildwissenschaften tritt, sondern nichts anderes als der Theorierahmen, der für die unterschiedlichen relevanten Disziplinen ein integratives Forschungsprogramm liefert.

Im vorliegenden Band wird ein Vorschlag für einen solchen Theorierahmen unterbreitet. Er geht auf einen einzigen, systematisch zusammenhängenden Gedanke zurück, dessen Kurzform lautet: Bilder sind wahrnehmungsnahe Zeichen. Der Titel Allgemeine Bildwissenschaft lehnt sich daher zwar an die sehr erfolgreiche Etablierung einer allgemeinen Sprachwissenschaft an und bringt die Überzeugung zum Ausdruck, dass eine ähnlich nachhaltige Entwicklung auch im Bildbereich möglich ist. Damit ist aber nicht gesagt, dass Bilder wie sprachliche Zeichen untersucht werden sollen, sondern dass ihre Erforschung nur im Verbund von semiotischen und wahrnehmungstheoretischen Überlegungen möglich ist.

Dieser systematische Zusammenhang legt in historischer Hinsicht nahe, dass es sich beim "linguistic turn" im Grunde genommen um einen "semiotic turn" gehandelt hat, der aber durch die traditionelle rationalistische Auszeichnung der höheren Erkenntniskräfte nur in eingeschränkter Weise realisiert worden ist. Der noch ausstehende "visualistic turn" wäre demnach ein Unternehmen, mit dem das unvollendete Projekt des "semiotic turn" um zumindest eine der sensuellen Formen der Welterschließung vervollständigt würde.

Beschreibung

Klaus Sachs-Hombach, Jg. 1957, studierte Philosophie, Psychologie und Germanistik in Münster. 1990 schloss er seine Promotion an der Universität Münster ab, 2003 die Habilitation an der Universität Magdeburg. Von 1991 bis 1993 erfolgte ein Forschungsaufenthalt in Oxford und am MIT in Cambridge (MA). Seit 2011 hat er die Professur für Medienwissenschaft (Medieninnovation / Medienwandel) an der Universität Tübingen inne. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Bildtheorie, Kommunikationstheorie, Medientheorie und Zeichentheorie. Ebenfalls wichtig sind ihm die Bereiche der Ästhetik, der Kulturtheorie und der Geschichte und Theorie der Psychologie und Kognitionswissenschaft. Er ist einer der Gründer der Internetplattform "Virtuelles Instituts für Bildwissenschaft" (VIB), der Online-Zeitschrift IMAGE und der Gesellschaft für interdisziplinäre Bildwissenschaft (GIB) (siehe bildwissenschaft.org).

Inhaltsverzeichnis

  • Buchtitel
  • Impressum
  • Inhalt
  • Vorwort zur 3. Auflage
  • Vorwort
  • Einleitung
  • I. Philosophische Grundlagen einer Allgemeinen Bildwissenschaft
  • 1. Kurze Geschichte der philosophischen Bildtheorie
  • 1.1 Zwischen Verkörperung und Verweisung
  • 1.2 Der Aufstieg der mentalen Bilder
  • 1.3 Bilder als Symbolsysteme
  • 1.4 Zusammenfassung und Ausblick: Bild und Repräsentation
  • 2. Methodologische Voraussetzungen
  • 2.1 Begriff und Begriffsfeld
  • 2.2 Philosophie als Begriffskartografie
  • 2.3 Theorie und Theorierahmen
  • 2.4 Zusammenfassung und Ausblick: Bildwissenschaften und Bildwissenschaft
  • 3. Bilder als wahrnehmungsnahe Zeichen
  • 3.1 Enger Bildbegriff und weiter Bildbegriff
  • 3.2 Bilder als Zeichen
  • 3.3 Bild und Wahrnehmung
  • 3.4 Zusammenfassung und Ausblick: Bild, Kommunikation und Medium
  • II. Ebenen der Bildanalyse
  • 4. Bildsyntax
  • 4.1 Zum Begriff der Syntax
  • 4.2 Ein skeptischer Einwand
  • 4.3 Bildelemente
  • 4.4 Zusammenfassung und Ausblick: Von der Syntax zur Semantik
  • 5. Bildsemantik
  • 5.1 Zum Begriff der Semantik
  • 5.2 Bild und Ähnlichkeit
  • 5.3 Ähnlichkeit und Fiktionalität
  • 5.4 Zusammenfassung und Ausblick: Von der Semantik zur Pragmatik
  • 6. Bildpragmatik
  • 6.1 Zum Begriff der Pragmatik
  • 6.2 Bild und Prädikation
  • 6.3 Pragmatische Aspekte der Bildbedeutung
  • 6.4 Zusammenfassung und Ausblick: Bildhandeln als implizite Kommunikation
  • III. Bildtypen und Bildmedien
  • 7. Kleine Typologie der Bilder
  • 7.1 Darstellende Bilder: Vom Trompe-l’œil zum Ideogramm
  • 7.2 Strukturbilder: Von der Landkarte zum Diagramm
  • 7.3 Reflexive Bilder: Vom abstrakten zum ungegenständlichen Bild
  • 7.4 Zusammenfassung und Ausblick: Exemplifikation und Medialisierung
  • 8. Bilder als Medien
  • 8.1 Das fotografische Bild
  • 8.2 Das filmische Bild
  • 8.3 Das elektronische Bild
  • 8.4 Zusammenfassung und Ausblick: Medialisierung und Virtualisierung
  • 9. Zur Medialität mentaler Bilder
  • 9.1 Die Imagery Debate
  • 9.2 Bild und Determinismus
  • 9.3 Bild und kognitive Durchdringung
  • 9.4 Zusammenfassung und Ausblick: Mentale Bilder und Künstliche Intelligenz
  • IV. Bildexterne Bestimmungsfaktoren
  • 10. Bildfunktionen und Bildumgebungen
  • 10.1 Die kognitive Funktion von Bildern
  • 10.2 Die epistemische Funktion von Bildern
  • 10.3 Die normative Funktion von Bildern
  • 10.4 Zusammenfassung und Ausblick: Zur Leistungsfähigkeit der Bilder
  • 11. Kognitive Aspekte der Bildverwendung
  • 11.1 Stufen des Bildverstehens
  • 11.2 Zum Begriff des Prototyps
  • 11.3 Zum Begriff der kommunikativen Relevanz
  • 11.4 Zusammenfassung und Ausblick: Verstehen und Imaginieren
  • 12. Bild und Gesellschaft
  • 12.1 Bild und Kultur
  • 12.2 Bild und Manipulation
  • 12.3 Bild und Bildrhetorik
  • 12.4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Bild zwischen Reflexion und Anwendung
  • Literaturverzeichnis
  • Personen- und Sachverzeichnis

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