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Doping im Hochleistungssport

Anpassung durch Abweichung

Uwe Schimank und Karl-Heinrich Bette

Diese Publikation zitieren

Uwe Schimank, Karl-Heinrich Bette, Doping im Hochleistungssport (1995), Suhrkamp Verlag, Berlin, ISBN: 9783518755082

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Doping hat dem guten Ruf des Sports massiv geschadet. Es katapultierte diesen Sozialbereich in ein Glaubwürdigkeitsdefizit hinein, das in seinen Auswirkungen überhaupt noch nicht abzusehen ist. Dabei ist Doping keine zufällige Entgleisung, sondern in der Eigenlogik des modernen Spitzensports und dessen Beziehungen zur gesellschaftlichen Umwelt strukturell angelegt.
Wo der Sieg/Niederlage-Code unerbittliche Konkurrenzkämpfe institutionalisiert und das sporttypische Motto des »citius-altius-fortius« wie ein Motor ohne Bremsvorrichtung auf permanente Überbietung drängt, tauchen Probleme spätestens dann auf, wenn Körper und Psyche der Athleten von dieser Grenzenlosigkeit des Wollens immer stärker überfordert werden. Diese Dynamik erhält ihre eigentliche Schubkraft allerdings erst dadurch, daß der Spitzensport immer größeren Ansprüchen seiner gesellschaftlichen Umwelt ausgesetzt ist. Der moderne Hochleistungssport bedient ein breites Spektrum von Publikumsmotiven und wird dadurch auch für die Massenmedien, die Politik und die Wirtschaft interessant. Diese Umweltakteure setzen die Athleten immer stärker unter Erfolgsdruck.
Doping ist aufgrund dieser Entwicklungen nichts Akzidentielles, sondern etwas Essentielles des modernen Hochleistungssports. Sozial als legitim angesehene Ziele werden mit illegitimen Mitteln verfolgt: eine Anpassung durch Abweichung. Die Devianz von Athleten ist dabei keine isolierte individuelle Entscheidung. Vielmehr findet Doping in einer dafür anfälligen Subkultur statt und wird durch ein weitgefächertes Umfeld getragen.

Inhaltsverzeichnis

  • [Cover]
  • [Informationen zum Buch und Autor]
  • [Titel]
  • [Impressum]
  • Inhalt
  • Vorwort zur zweiten Auflage
  • Einleitung: Ein soziologischer Blick auf das Dopingproblem
  • I. Strukturdynamiken des Hochleistungssports
  • 1. Schrankenloser Siegescode und überforderter Körper
  • 2. Entfesselung durch Umweltansprüche
  • 3. Die biographische Falle
  • II. Doping als Struktureffekt
  • 4. Dopingdefinitionen als soziale Konstruktionen
  • 5. Doping als illegitime Innovation
  • 6. Die Dopingfalle
  • 7. Gesellschaftliche Delegitimierung des Leistungssports
  • III. Problemlösungsstrategien der Sportverbände
  • 8. Wege und Schwierigkeiten der Dopingbekämpfung
  • 9. Vertuschen und Hinwegreden des Dopingproblems
  • Ausblick: Soziologische Reflexionsimpulse zur Selbständerung des Hochleistungssports
  • Nachwort 2006: Doping und kein Ende
  • 1 Beredtes Schweigen: Der wissenschaftliche Dopingdiskurs und seine Tabus
  • 2 Ausbau einer Mehrebenen-Analyse: Zur Kontinuität der soziologischen Aufklärung
  • Abbildungsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Literaturverzeichnis
  • Über die Autoren

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