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Metaphysik und Erfahrung in Kants praktischer Philosophie

Oliver Laschet

Diese Publikation zitieren

Oliver Laschet, Metaphysik und Erfahrung in Kants praktischer Philosophie (2014), Verlag Karl Alber, Freiburg, ISBN: 9783495860199

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Kant verfolgt in seinen ethischen Grundlegungsschriften das wiederholt erklärte Ziel, "eine reine Moralphilosophie zu bearbeiten, die von allem, was nur empirisch sein mag und zur Anthropologie gehört, völlig gesäubert wäre" (Grundlegung, KW IV, 13). Die damit zugleich beanspruchte strikte Trennung einer erfahrungsfreien Metaphysik praktischer Vernunft von empirischer Anthropologie wird im vorliegenden Buch kritisch in Hinblick auf ihre systematische Tragfähigkeit für die von Kant ausgearbeitete Moralphilosophie überprüft. Dabei zeigt sich, dass Kant den begründungstheoretischen Status der empirisch-anthropologischen Elemente, die er bei der konkreten Ausgestaltung seiner moralischen Pflichtenlehre offenkundig in Ansatz bringt, weder hinreichend expliziert noch geltungstheoretisch in Hinblick auf die Kohärenz seiner dichotomischen Wissenschaftsaufspaltung reflektiert. Vielmehr überschätzt Kant die metaphysische Reichweite und den streng apriorischen Charakter seiner Ethik und Rechtsphilosophie insbesondere in seinen diesbezüglichen programmatischen Äußerungen. Erst durch die Korrektur dieses Selbstverständnisses anhand einer systematischen Rekonstruktion und Beurteilung der Kantischen Argumentationsschritte erschließt sich die substanzielle Bedeutung seines Terminus "Metaphysik der Sitten". Im Rahmen dieser Korrektur tritt zudem die Parallelität der Kantischen "Metaphysik der Sitten" zu seinen Metaphysischen Anfangsgründen der Naturwissenschaft zutage, die - unbeschadet ihres apriorischen Geltungsanspruchs - ebenfalls auf empirische Begriffe und Fakten Bezug nehmen.

Beschreibung

Oliver Laschet, geb.1978, hat Philosophie, Geschichte und Sportwissenschaften in Köln studiert. Promotion am Philosophischen Seminar der Universität zu Köln. Er arbeitet derzeit als Lehrer an einem Gymnasium in Bonn.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhaltsverzeichnis
  • Danksagung
  • Zitierweise und Siglen
  • Einleitung
  • I. Das Verhältnis von Metaphysik und Erfahrung in den Grundlegungsschriften der Kantischen Moralphilosophie
  • 1. Kants theoretische Grundlegung seiner Moralphilosophie
  • 1.1 Die Exposition des Begriffes einer »reinen Moralphilosophie« in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
  • 1.2 Die Herleitung des Sittengesetzes in der Kritik der praktischen Vernunft
  • 1.3 Die Geltungsfundierung des Sittengesetzes in der Kritik der praktischen Vernunft
  • 1.4 Zur Verhältnisbestimmung von Sittengesetz und Kategorischem Imperativ als dem »allgemeinen Imperativ der Pflicht«
  • 2. Zur Funktionalität des Kategorischen Imperativs für die Ableitung konkreter sittlicher Pflichten
  • 2.1 Die Beispielfälle des Kategorischen Imperativs in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
  • 2.2 Das Relativismusproblem der Allgemeinen-Gesetzes-Formel
  • II. Apriorität und Empirie in Kants Rechtsphilosophie
  • 3. Zur Bestimmung des Verhältnisses von Ethik und Rechtsphilosophie
  • 3.1 Ethische und juridische Gesetzgebung
  • 3.2 Apriorität und Empirie in Kants moralischem Rechtsbegriff
  • 4. Die Begründung der drei Grundzüge einer Theorie des öffentlichen Rechts
  • 4.1 Privatrecht, öffentliches Recht und Naturrecht
  • 4.2 Staats- und Eigentumsrecht
  • 4.3 Das Völkerrecht und das Problem der supranationalen Zwangsgewalt
  • 4.4 Das Weltbürgerrecht
  • 5. Ausblick: Kants Begriff der Politik als »ausübende Rechtslehre«
  • 5.1 Öffentlichkeit und Recht als Prämissen der Politik
  • 5.2 Publizität als Vermittlungsprinzip von Moral und Politik
  • Literaturverzeichnis
  • Register

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