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Konditionierte Strukturverbesserung

Umbau und Neuformierung der deutschen Erziehungswissenschaft flankiert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unter Anleitung der OECD verwirklicht von der Kultusministerkonferenz

Frank-Olaf Radtke

Beschreibung

Zusammenfassung: Die deutsche akademische Pädagogik wurde in den letzten zwanzig Jahren einem konditionierten Strukturanpassungsprogramm unterworfen, das sie als Disziplin von ihrem vermeintlichen Sonderweg abbringen, organisatorisch neu formieren und international anschlussfähig machen sollte. Die Transformation wurde mit soft power durchgesetzt, einer neuen Regierungstechnik, die im Zeichen des Neo-Liberalismus sukzessive in alle Funktionssysteme der modernen Gesellschaft eingedrungen ist. Der Beitrag versucht nachzuzeichnen, wie im Zusammenspiel der OECD mit der deutschen Wissenschaftsadministration eine Wendung von der Produktion von scientific knowledge zur finalisierten Wissensform des expert knowledge durchgesetzt wurde, das direkt im Erziehungssystem erzeugt wird. Dass dabei zugleich die Eigenlogik und Eigennormativität der Pädagogik gegen das hegemoniale Rationalitätsmuster der Ökonomik ausgetauscht wurde, wird als Folgeproblem einer Innovation markiert, die nun die operative Ebene der Erziehung erreicht. Schlagworte: Strukturanpassungsprogramm, libertärer Paternalismus, epistemische Gemeinschaften, Logik des Misstrauens, Expertenwissen

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