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Erzählter Pluralismus

Thomas Manns Ironie als Sprache der Moderne

Jens Ewen

Beschreibung

Die Einschätzung, dass Thomas Manns Texte von Ironie geprägt sind, hat deren Rezeption von Anfang an begleitet. Auffällig ist aber, dass sich seitdem kein allgemeiner Forschungskonsens über Begriff und Funktion der Ironie in Thomas Manns Werk etabliert hat. In dieser Arbeit wird der Versuch unternommen, einen möglichst präzisen und metasprachlich explizierten Ironiebegriff zu erarbeiten, der die Grundlage für die Interpretation von ausgewählten Texten Thomas Manns bildet. Die zentrale These der Untersuchung lautet, dass die Ironie im Werk Thomas Manns als Reaktion auf wichtige Elemente des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses verstanden werden kann. Die Ironie ist für Thomas Mann eine Möglichkeit, das Spannungsfeld zwischen Wahrheitspluralismus und Einheitssehnsucht ästhetisch zu bearbeiten. In diesem Sinne wird hier auch eine Antwort auf die häufig gestellte Frage nach der Modernität von Manns Werk gegeben.

Inhaltsverzeichnis

  • Front Cover
  • Impressum
  • Inhalt
  • Einleitung
  • Teil I: Thomas Mann und das Problem des modernen Künstlertums
  • 1. Kapitel: Suchbewegungen - Kunst und Künstlertum im Frühwerk (1893-1915)
  • 1.1 Annäherungen an das Künstlerproblem in "Gefallen", "Der Wille zum Glück", Enttäuschung"
  • 1.2 Der ironisch integrierte Künstler in "Der Bajazzo", "Buddenbrooks", "Tonio Kröger" und "Tristan"
  • 1.3 Glaubensfragen und fürstliche Künstler - "Fiorenza" und "Königliche Hoheit"
  • 1.4 Theoretisierungsversuche - "Geist und Kunst" und die Vorgeschichte (1906-1909)
  • 1.5 "Der Tod in Venedig" als literarischer Abschluss des Frühwerks
  • Lösung im Donnerschlag - Die Kriegsschriften
  • 2. Kapitel: Thomas Manns Künstlerproblematik im Kontext des ästhetischen Diskurses der Moderne
  • 2.1 Kreative Übernahme - Friedrich Nietzsches Wagner-Kritik
  • 2.2 Die Kunst im Systemvergleich - Autonomie des Kunstsystems
  • 2.3 Gegen den Willen hilft die Kunst - Arthur Schopenhauers Willensmetaphysik
  • 2.4 Das Schöne und die Geschichte - Friedrich Schillers ästhetische Theorie
  • 2.5 Der Anfang der modernen Ironie - Theoriedebatten in der Frühromantik
  • 3. Kapitel: Die Ironietheorie der "Betrachtungen eines Unpolitischen" (1918)
  • Teil II: Im Bewusstsein der Ironie. Erzählen unter Vorbehalt
  • 4. Kapitel: Eine Welt im Gebirge - "Der Zauberberg"
  • 4.1 Vom Problem der Kunst zum Problem der Welt
  • 4.2 Erziehungsmaßnahmen - Hans Castorp zwischen zwei Welten
  • 4.3 "eingehüllt im Vorbehalt" - Ironisierung einer Erzählinstanz
  • 5. Kapitel: Der ironisch-mythische Erzähler - "Joseph und seine Brüder" (1933-1943)
  • 5.1 Der ganze Mensch - "Ja - ja, nein"
  • 5.2 Wissenschaftlich-mythisches Erzählen
  • Fazit und Ausblick
  • Quellen- und Literaturverzeichnis
  • Dank

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