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Das Theater der Erziehung

Goethes »pädagogische Provinz« und die Vorgeschichten der Theatralisierung von Bildung

Martin Jörg Schäfer

Beschreibung

Die Kapitel zur »pädagogischen Provinz« aus Goethes spätem Roman »Wilhelm Meisters Wanderjahre« präsentieren nicht nur einen eigenwilligen erzieherischen Entwurf sowie einen rückblickenden Kommentar zu den Bemühungen des selbsternannten »pädagogischen« 18. Jahrhunderts. Gleichzeitig markieren die hier aufgerufenen Diskurse und Dispositive ein Spannungsverhältnis zwischen einerseits Theater/Theatralität und andererseits Erziehung/Bildung. Von Goethes Inszenierung dieser Spannung her erweisen sich einige Klassiker der Erziehungs- und Bildungsliteratur als Vorboten für die im frühen 21. Jahrhundert um sich greifenden Theatralisierungstendenzen auf dem Bildungs- und Arbeitssektor: Rousseaus Erziehungsbibel »Émile«, Goethes eigene »Lehrjahre« und andere.

Beschreibung

Martin Jörg Schäfer (Prof. Dr. phil.) lehrt Neuere deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Theaterforschung an der Universität Hamburg.

Kritik

»Schäfer gelingt es, die bisher unzureichend untersuchte paradoxe Konstellation von Theatralität, Mimesis und Pädagogik in den Diskursen des späten 18. Jahrhunderts aufzudecken und lesenswert darzustellen.«
Tim Zumhof, H-Soz-u-Kult, 27.04.2017

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Inhalt
  • I. Vorspiel: Das Theater des lebenslangen Lernens im 21. Jahrhundert und seine Vorgeschichten im späten 18. Jahrhundert
  • 1. Lebenslanges Lernen: Das theatrale ›Vorspiel‹ der ›schönen neuen Arbeitswelt‹
  • 2. Vorgeschichte: Theatralität und Erziehung im späten 18. Jahrhundert
  • 3. Ausgangspunkt und Überblick
  • II. Das Theater in der »pädagogischen Provinz« von Goethes Wanderjahren. Austreibung, Regulierung, Dissimulation
  • 1. Das »Merkwürdige« der pädagogischen Provinz
  • 2. Die Ordnung der Erziehung und Bildung in der pädagogischen Provinz
  • 3. Nachäffen und Nachahmen: Strukturparallelen in Erziehung und Ästhetik
  • 4. Die Regulierung des Nachahmungstriebs in der pädagogischen Provinz
  • 5. Die demonstrative Austreibung des Theaters aus der pädagogischen Provinz
  • 6. Das verschleierte Theater in der pädagogischen Provinz: Feste, Rituale, Religion
  • 7. Die ›Zweideutigkeit‹ des Theaters in den Wanderjahren
  • 8. Das erziehungsresistente Kind der Theaterliebe
  • VORGESCHICHTEN ZUR »PÄDAGOGISCHEN PROVINZ«
  • III. Zweideutiges Theater: Platons politeia und der Rhythmus
  • IV. Verstecktes Theater. Rousseaus Émile und die Schauspielerei
  • V. Reguliertes Theater. Die neuen Pädagogen (Campe, Trapp, Salzmann u.a.) und der Nachahmungstrieb
  • VI. Theater des Selbstbewusstseins. Moritz’ Anton Reiser und das Spiel um Anerkennung
  • VII. Theater in Reserve. Goethes Lehrjahre und die Einhegung mimetischer (Un-)Produktivität
  • VIII. Nachspiel. Allerneueste Erziehungspläne
  • ANHANG
  • Abbildungen
  • Siglen
  • Literatur
  • Dank

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