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Ereigniszeit und Eigenzeit

Zur literarischen Ästhetik operativer Zeitlichkeit

Metin Genç

Beschreibung

Zeit wird in der Moderne zunehmend als sich wandelndes Gewebe aus gegeneinander und miteinander laufenden Eigenzeiten erfahren, die sich je neu behaupten müssen. Nach Niklas Luhmann bringt diese Behauptungsdynamik paradoxerweise selbst wiederum erst die Zeit hervor, um die diskursiv und kulturell Bestimmungskämpfe stattfinden.
Metin Genç führt diese systemtheoretische Einsicht mit literarischen Zeithandhabungen zusammen und entwickelt daraus ein innovatives Analysemodell für ästhetische und textuelle Formen temporaler Komplexität. Erprobt wird dieses Modell an literarischen Experimenten von Alexander Kluge und Thomas Lehr, die die Ereignishaftigkeit und Zeitlichkeit der Zeit (re)konstruieren, lesbar machen, entfalten und dynamisieren.

Beschreibung

Metin Genç (Dr. phil.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Sprache und Literatur I der Universität zu Köln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen literarische Zeit- und Raumkonzepte, Literatur und Wissen, Mediengeschichte der Literatur sowie die Theorie der Ästhetik.

Kritik

»Eine überaus komplexe und anregende Studie [...], die der Auseinandersetzung mit der Produktion und Funktion von Zeitlichkeit in der Literatur weitere Impulse verleihen sollte.«
Michael Bies, Zeitschrift für Germanistik, 2 (2017)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover. Ereigniszeit und Eigenzeit
  • Inhalt
  • Einleitung
  • Endogene Unruhe
  • Konturen
  • Zeitgegenläufige Zeit
  • Operative Theorie der Zeit
  • No event, no system: Ereignistemporalität
  • Stay – far away, so close / Das System ›selbst‹
  • Operatives Emplacement: Gegenwart ex post
  • Offene Zukunft – unruhige Zeiten, komplexe Zeiten
  • Sinnemissionen: Rekursion einfach zweifach
  • Zaudernder Sinn
  • Textuelle Polyeventualität
  • Textuelle Ereignisreferenzen
  • Textereignis und Ereignistextur
  • Ereignishafte Materialität/Medialität
  • Textsinn als Ereignis
  • Polymorphe Zeiten
  • Zeit als operativ-epistemische Kategorie
  • Zeit als Sinnstruktur
  • Ereigniszeiten und Eigenzeiten
  • Literatur als Unruhestifter
  • »Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit« – Alexander Kluges Schlachtbeschreibung
  • Temporale Verflechtungen – Formenzeit
  • Literarische Logi(sti)k – Textbewegungen
  • Schlachtbeschreibung als Chronographie
  • Texturale Formensprache – polykontexturale Zeitbeobachtungen
  • Ereignisintensität und Zeitviskosität
  • Re/Cycling – Zyklische Erkundungen temporaler Zwischenräume
  • Time mapping – nichtende Ereignisse
  • Vom Ereignis zur Nachricht zum Ereignis – temporale Korrespondenzen
  • Nachrichtenerstattung – Ereignistransformationen
  • Strukturpräsenz und depräsentierte Ereignisse
  • Tiefenzeit – vertikale Zeithorizonte
  • Transkriptive Eigenzeiten
  • Chronolog(ist)ik – Phänomenologie der Textevolution
  • Ars moriendi der black box. Thomas Lehrs Frühling
  • Operative Mimesis
  • Stroboskopische Ereignishaftigkeit – Das Aufblitzen des temporalisierten Bewusstseins
  • Bullet time – kinetische Maßverhältnisse
  • Liquide Diskorporation – Die Ortlosigkeit des Zeitbewusstseins
  • Interpersonale Eigenzeit – Der soziale Index der Eigenzeit des Bewusstseins
  • Kopplungen – Die Eigenzeit des Bewusstseins und der Eigensinn der Sprache
  • Natura non facit saltus. Zeitnahmen und -gaben im Feld eines literarischen coup de temps: Thomas Lehrs Roman 42
  • Im Augenblick einer Neuen Physik – gleichzeitige Unzeit
  • Autarke Eigenzeiten
  • Präsentistische Ethik
  • Donner le temps – donner la mort: Exzesse und Gaben der Präsenz
  • Pornokinesis – Fremdzeit und Eigentum
  • How to do Time with Things: epistemische Ereignisse und technische Eigenzeiten
  • Schlussbetrachtung
  • Literatur

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