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Geschichte(n) von Macht und Ohnmacht

Narrative von Männlichkeit und Gewalt

Beschreibung

Männliche Gewalt gilt häufig als »Naturtatsache«: Seit der Antike sind männliche Narrative mit Gewalt bzw. der Inszenierung von Ritualen, die sich auf der Grundlage von gewaltgenerierenden Machtstrukturen vollziehen, verknüpft.
Angesichts aktueller Gender-Debatten und der soziokulturellen Dimension von Gewalt problematisiert der interdisziplinär ausgerichtete Band diese Auffassung von männlicher Gewalt- und Dominanzlogik. In einem historischen Überblick von der Antike bis zur Gegenwart gehen die Beiträge soziohistorischen Bedingungsstrukturen sowie typischen Narrativen um den Konnex von Männlichkeit und Gewalt nach.

Beschreibung

Uta Fenske (Dr.) lehrt Didaktik der Geschichte und ist wissenschaftliche Koordinatorin des Zentrums für Gender Studies an der Universität Siegen.
Gregor Schuhen (Jun.-Prof. Dr.) lehrt romanische und allgemeine Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Masculinity Studies an der Universität Siegen.

Kritik

» Alle Aufsätze tragen auf ihre Weise dazu bei, Männlichkeit im normativ gesetzten Konzept 'Mensch' seiner unmarkierten Geschlechtslosigkeit zu entreißen.« WeiberDiwan, 17 (2016)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Inhalt
  • Geschichte(n) von Macht und Ohnmacht<subtitle/>Eine Einleitung
  • Die andere Wange. Die Thematisierung von männlicher Gewalt in antiken Maskulinitätsdiskursen am Beispiel der Bergpredigt im Matthäusevangelium
  • Von Tränen und Blut. Männlichkeit und Gewalt in der Chanson de Roland und im Perceval
  • Kämpfende Freunde. Symbiotische Mechanismen im Erec Hartmanns von Aue
  • Gewalt, Gefühl, Geschlecht. Männlichkeit(en) in der iberoromanischen Narrativik der Frühen Neuzeit
  • Der ‚theatrale‘ Grund der Autorität. Rechtsgewalt und phobische Männlichkeit bei Lope de Vega
  • Der Held der italienischen Barockoper als Opfer. Die Männlichkeit des primo uomo in Leonardo Vincis Artaserse (1730)
  • „The virtue of a good whip“. Henry Morton Stanley und die Unterwerfung des ‚dunklen Kontinents‘
  • Gewalt und Ritual. Duell-Szenen bei Arthur Schnitzler
  • Harte Väter, aufbegehrende Söhne. Divergierende Männlichkeitsentwürfe und Formen der Gewalt in expressionistischer Erzählliteratur
  • Sehnsucht nach der Barbarei?. Ambivalenzen männlicher Gewalt in der präfaschistischen Literatur über den spanisch-marokkanischen Rifkrieg (1921-1926)
  • Mating means dying. Zur Männlichkeit der Drohnen in Entomologie und Literatur
  • „No duty to retreat“. Waffengewalt und die Remaskulinisierung Amerikas in den 1980er Jahren
  • Politik der (Ohn)Macht. La Fiesta del Chivo von Mario Vargas Llosa als Kritik am lateinamerikanischen Despotismus
  • Täterschaft, Gewalterfahrung und Demaskulinisierung in biografischen Ich-Erzählungen zu Holocaust und Nationalsozialismus (Bernhard Schlink, Thomas Lehr, Uwe Timm)
  • Autoren und Autorinnen

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