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Poetologie der Stimmung

Ein ästhetisches Phänomen der frühen Goethezeit

Stefan Hajduk

Beschreibung

Mit dem Erscheinen von Goethes »Werther« (1774) hält ein neues Phänomen Einzug in die Literaturgeschichte: die Stimmung. Dieses schon der Antike bekannte Gefühl einer fundamentalen Verschränkung von Ich und Welt avanciert im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts zu einem poetologischen Gestaltungsprinzip, das die folgende Epoche der Romantik entscheidend prägen wird. Nach ihrem Aufkommen in der Literatur wird die ästhetische Stimmung auch in Musik und anderen Künsten europaweit zu einem zentralen Ausdrucksmittel. Stefan Hajduks Studie liefert die systematische Ausarbeitung von Stimmung zu einem methodisch belastbaren Konzept der historischen Literaturforschung und verbindet damit die aktuelle Theoriedebatte über Emotionen mit der Praxis der wissenschaftlichen Gefühlslektüre.

Beschreibung

Stefan Hajduk (Dr. phil., M.A.) ist Lecturer in German Studies an der University of Adelaide, Australien. Seine Forschungsgebiete sind Ästhetik, Interkulturalität und die deutsche Literatur vom 18.-21. Jahrhundert.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover. Poetologie der Stimmung
  • Inhalt
  • Einleitung
  • 1. Ästhetische Stimmung: Gegenstand der Erkenntnis, theoretischer Begriff, methodische Herausforderung
  • 2. Das Thema Stimmung in der Literatur- und Kulturwissenschaft
  • 3. Zur aktuellen Lage der Stimmungsforschung und der Bedarf an Theoriebildung
  • 4. Zum Ort vorliegender Arbeit innerhalb der Forschungsdiskussion. Das theoretische Profil und der praktische Zweck
  • 5. Argumentationsskizze
  • 6. Zum Methodenproblem in der Psychologie und die ‚nicht-ästhetische‘ Theoriebildung
  • 7. Begriffsverwendung und Definitionsversuche in der Emotionsforschung. Das Desiderat einer (neu-)phänomenologischen Grundlagenreflexion
  • 8. Bemerkungen zur historischen Semantik (Spitzer) von Stimmung, ihrer ästhetischen Begriffsgeschichte (Wellbery) und der philosophischen Ausrichtung (Wetz)
  • TEIL A. STIMMUNG UND METHODE: THEORETISCHE GRUNDLAGENREFLEXION UND HISTORISCHE PERSPEKTIVIERUNG
  • I. Systematische Orte der Stimmung in der philosophischen Existenzialanalytik und in der historischen Literaturanalyse
  • II. Die phänomenologische Interpretation der Stimmung (Heidegger) und ihre poetologische Bedeutung
  • III. Poetologische Theoretisierung der Stimmung und die methodische Ausrichtung des Begriffes
  • IV. Historische Perspektivierung und Prämissen
  • TEIL B. POETIK DER STIMMUNGEN: ANALYSEN EINES LITERARISCHEN PHÄNOMENS (1774-1800)
  • Werthers expansives Gefühl und die Phänomenologie von Stimmungen: Raumästhetik und Zeitstrukturen
  • Hartknopfs Überschreitung empfindsamer Stimmungen: Musikästhetik und Allegorisierung von Selbst-Welt-Harmonie
  • Stimmungen im Drama und die Verstimmung im Abschied. Die weitere Entwicklung bei Ludwig Tieck
  • Schluss
  • Literatur
  • Zitierweise
  • Siglen

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