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Von der Torheit, wählerisch zu sterben

Suizid in der deutschsprachigen Literatur um 1900

Gerrit Vorjans

Beschreibung

Das Phänomen der Selbsttötung literarischer Figuren ist so alt wie die abendländische Literatur selbst. In den zahlreichen Arbeiten zu diesem Thema ist eine wichtige Frage aber bisher unbeantwortet geblieben: Welche Funktionen und Bedeutungen haben die Suizidarten?
Am Beispiel der deutschsprachigen Literatur um 1900 erforscht Gerrit Vorjans systematisch die spezifisch-literarischen Funktionen und die kulturellen Semantiken einzelner Arten der Selbsttötung. Mit einem Ansatz, der erstmals narratologische Konzepte mit praxistheoretischen Ideen verbindet, gelangt die Studie zu Erkenntnissen über das adelige Ehrverständnis, die Produktion von Frauenbildern und das bürgerliche Krisenbewusstsein.

Beschreibung

Gerrit Vorjans, geb. 1985, promovierte als Mitglied des Graduiertenkollegs »Selbst-Bildungen« im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Oldenburg.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover. Von der Torheit, wählerisch zu sterben
  • Inhalt
  • Danksagung
  • 1. Über bohrende Spitzen und zagende Figuren (Einleitung)
  • 2. Forschungsstand
  • 2.1 Der Suizid als Gegenstand der literaturwissenschaftlichen Forschung
  • 2.2 Der Suizid als Gegenstand der kultur- und geschichtswissenschaftlichen Forschung
  • 3. Theorie und Methode
  • 3.1 Literaturtheoretische Grundlagen
  • 3.2 Die Verdopplung der Analyseoptik
  • 3.3 Praxistheorien und Subjektivierung
  • 3.4 Grundlagen, Erkenntnispotenzial und Reichweite einer praxistheoretischen Perspektive auf Literatur
  • 4. Ehrenmänner? Pistolen- und Giftsuizid bei Männern
  • 4.1 Eine Frage der guten Haltung: Fontanes Schach von Wuthenow
  • 4.2 Der General ohne Zukunft – Ferdinand von Saars Vae victis!
  • 4.3 Der lebensmüde Adelssohn – Theodor Fontanes Stine
  • 4.4 Ehre verloren, alles verloren? Schnitzlers Lieutenant Gustl
  • 4.5 Bis zur Kopflosigkeit – Wedekinds Frühlings Erwachen
  • 4.6 Der Topos vom heroischen Suizid (Zwischenfazit)
  • 5. Ophelias Brüder: Männlicher Wassersuizid
  • 5.1 »Lieber der Müggelsee«: Die Krise der bürgerlichen Männlichkeit in Hauptmanns Einsame Menschen
  • 5.2 Der dekadente Asket im bürgerlichen Gewand: Thomas Manns Der kleine Herr Friedemann
  • 5.3 Der tödliche Ehrgeiz der Erzieher: Hermann Hesses Unterm Rad
  • 5.4 Die Umkehrung der Vorzeichen: Die Bezugnahme auf das Phänomen des männlichen Wassersuizids in Franz Kafkas Das Urteil
  • 5.5 »Ins Wasser gesprungen – in den Tod gegangen«: Krisenerzählung des Bürgertums (Zwischenfazit)
  • 6. Schöne Frauenleichen? Suizide weiblicher Figuren
  • 6.1 Das bürgerliche »Bildungswerk« und seine Grenzen: Kellers Regine
  • 6.2 Zwischen Sexualisierung und Pathologisierung: Fontanes Cécile
  • 6.3 Die Virginia im schlesischen Sodom: Gerhart Hauptmanns Vor Sonnenaufgang
  • 6.4 »Aussterben ist vornehm«: Dekadenz und Ästhetik in Keyserlings Harmonie
  • 6.5 Schöne Frauenleichen und hässliche Tode. Zur Disparität weiblicher Suiziddarstellungen (Zwischenfazit)
  • 7. Eine Funktionstypologie literarischer Suizidarten (Schluss)
  • Siglenverzeichnis
  • Literaturverzeichnis
  • Primärliteratur
  • Sekundärliteratur
  • Anhang

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