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Kontingenz in der Gegenwartsgesellschaft

Dimensionen eines Leitbegriffs moderner Sozialtheorie

Markus Holzinger

Diese Publikation zitieren

Markus Holzinger, Kontingenz in der Gegenwartsgesellschaft (2015), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839405437

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Bereits Aristoteles erklärte das Zufällige als das, was weder unmöglich noch notwendig ist und aus diesem Grund auch anders sein kann. Auf der anderen Seite gewinnen der Begriff der Kontingenz und die Einübung des »Möglichkeitssinns« (Robert Musil) ihre Konturen primär im Alltag der Moderne. Und erst heute erkennen wir in aller Radikalität, dass sämtliche Ordnungsformationen disponibel und durch den Zwang zur Dezision geprägt sind: Immer mehr Problemkomplexe müssen als Folgen von Entscheidungen gedeutet werden. Gleichzeitig führt das Verschwinden substantieller Fundamente auch zu neuen Ungewissheiten.
Anhand wichtiger Dimensionen und sozialer Phänomene fasst diese Studie die Bandbreite des Kontingenzdiskurses zusammen und diskutiert maßgebliche Autoren. So entsteht ein materialreiches, breites Panorama unserer gegenwärtigen Gesellschaft, das uns zudem ein lehrreiches Erlebnis ermöglicht: die Begegnung mit uns selbst.

Beschreibung

Markus Holzinger (PD Dr. phil.) studierte Philosophie, Soziologie und Germanistik in Bamberg und München. Er ist Privatdozent für Soziologie an der Georg-August-Universität Göttingen und arbeitet an der AutoUni der Volkswagen Aktiengesellschaft im Ressort »Arbeit, Organisation, Personal, Führung«. Seine Forschungsschwerpunkte sind Soziologische Theorie, Politische Soziologie, Wissenschaftsforschung und Organisationssoziologie.

Kritik

»Für die Soziologie wird der Diskurs um das Kontingenzthema entlang der Themen Globalisierung, Weltgesellschaft, Modernisierung, Organisation und soziologische Epistemologie kritisch aufbereitet. Die einzelnen Kapitel sind dabei ausgesprochen gelungen und geben einen guten und breiten Überblick über die verschiedenen Themen - nicht nur im Hinblick auf Kontingenz.«
Gregor Bongaerts, Soziologische Revue, 33 (2010)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover Kontingenz in der Gegenwartsgesellschaft
  • Inhalt
  • 1 Einleitung: Kontingenz in der Gegenwartsgesellschaft
  • 1.1 Zur Dynamik der Kontingenzerfahrung. Einige Schlaglichter
  • 1.2 Problemstellung des Textes und Gliederung der Arbeit
  • 2 Dimensionen des Begriffs Kontingenz
  • 2.1 Zur Bedeutungsvielfalt von Kontingenz
  • 2.2 Strukturelle Voraussetzungen der Kontingenz innerhalb der europäischen Moderne
  • 3 Panorama philosophischer und soziologischer Perspektiven des aktuellen Kontingenzdiskurses
  • 3.1 Max Weber: Unversöhnte Moderne
  • 3.2 Theodor W. Adorno: Die Kontingenz der Individuen
  • 3.3 Unbestimmtheit der Sprache: Jacques Derrida
  • 3.4 Kontingenz und politische Theorie
  • 3.5 Kontingenz und Postmoderne
  • 3.6 Kontingenz im Lichte der Theorie reflexiver Modernisierung
  • 4 Homogenisierung der Werte? Globale Konturen von Kontingenz
  • 4.1 Das Phänomen Globalisierung
  • 4.2 Homogenisierung: Die Expansion der Weltgesellschaft
  • 4.3 Zur Kritik der Konvergenzthese: Theoretische Argumente und empirische Beispiele
  • 4.4 Die Multiple-Modernities-Debatte. Zu Shmuel Eisenstadts Ansatz
  • 4.5 Zusammenfassung: Das Kontingentwerden der Unterscheidungen
  • 5 Kontingenz in Organisationen
  • 5.1 Zum Begriff der Organisation
  • 5.2 Das technokratische Paradigma als Modell der kontingenzfreien Organisation
  • 5.3 Kontingenz und Entscheidungskorridor: Macht und Mikropolitik
  • 5.4 Paradoxien und Kontingenz in der Suche nach der optimalen Organisationsstruktur. Probleme der Grenzverortung zwischen Individuum und Organisation
  • 5.5 Der Status transnationaler Organisationen
  • 5.6 Zusammenfassung: Kontingenz in Organisationen
  • 6 Zur Epistemologie der Kontingenz. Wissenssoziologische und handlungstheoretische Reflexionen
  • 6.1 Zwei Mythen der Soziologie
  • 6.2 Zur Methode des Relationismus
  • 6.3 Die Mikro-Makro-Dichotomie ist ein Artefakt der Gesellschaftstheorie
  • 6.4 Reflexive Soziologie
  • 6.5 Zusammenfassung: Epistemologie und Kontingenz
  • 7 Schluss: Die wiedergefundene Komplexität
  • 8 Literatur

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