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Gender Studies und Systemtheorie

Studien zu einem Theorietransfer

Diese Publikation zitieren

Thomas Küpper(Hg.), Sabine Kampmann(Hg.), Alexandra Karentzos(Hg.), Gender Studies und Systemtheorie (2015), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839401972

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Zwischen Gender Studies und Systemtheorie sind bislang kaum Verbindungslinien wahrgenommen worden. Vielmehr besteht das Vorurteil, die beiden Forschungskonzepte seien von Grund auf verschieden: Die »kühle Beobachtung« der Systemtheorie Niklas Luhmanns vertrage sich nicht mit dem politischen Engagement der Gender Studies. Tatsächlich aber eröffnet ein Austausch zwischen beiden Theorien neue Perspektiven: Gender Studies auf der einen Seite lenken das Augenmerk der Systemtheorie auf die von ihr bisher vernachlässigte Kategorie »Geschlecht«; die Systemtheorie auf der anderen Seite eignet sich gerade durch ihre auf Differenz abstellende Form der Beobachtung von Kommunikation dazu, Geschlechterkonstrukte ertragreicher zu analysieren, als dies bisher häufig der Fall ist.

Beschreibung

Sabine Kampmann (Dr. phil.) ist Kunst- und Kulturwissenschaftlerin und aktuell wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum. Sie war Gastwissenschaftlerin der Forschungsinitiative »Alter(n) als kulturelle Konzeption und Praxis« an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, zuvor Vertretungsprofessorin an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und lehrte als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Ihre Habilitationsschrift widmet sich dem Thema »Die neue Sichtbarkeit des Alters. Greise Körper in Kunst und visueller Kultur (2016)«. In ihrer Dissertation (»Künstler sein«) setzte sie sich Disziplinen übergreifend mit dem Thema Autorschaft in der Gegenwartskunst auseinander.
Alexandra Karentzos (Dr. phil.) ist Professorin für Mode und Ästhetik an der Technischen Universität Darmstadt. Zuvor war sie Juniorprofessorin für Kunstgeschichte an der Universität Trier und wissenschaftliche Assistentin bei den Staatlichen Museen zu Berlin. Sie war Fellow in der Forschungsgruppe »No Laughing Matter. Visual Humor in Ideas of Race, Nationality, and Ethnicity« am Dartmouth College, Hanover/USA und am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald sowie Gastwissenschaftlerin am Institut für Kunstgeschichte an der Universidade Federal de São Paulo/Brasilien. Sie ist Mitbegründerin und Mitherausgeberin der Zeitschrift »Querformat. Zeitgenössisches, Kunst, Populärkultur«. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kunst seit dem 19. Jahrhundert, Ironie und Postkolonialismus, Orientalismen, Gender Studies, Systemtheorie, Kunst und Tourismus sowie Antikenrezeptionen.
Thomas Küpper, Dr. phil., arbeitet als Akademischer Rat im Bereich Literatur- und Medienwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Zuvor vertrat er eine Professur für Medienwissenschaft an der Universität Frankfurt am Main sowie eine Professur für Kulturwissenschaft an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

Kritik

»Nicht, wie man vermuten könnte, zur soziologischen Geschlechterforschung, sondern zu den von Kunst- und LiteraturwissenschaftlerInnen betriebenen Gender Studies sehen die HerausgeberInnen eine besondere Affinität der Systemtheorie, da sich in Literatur und bildender Kunst, so die Begründung der HerausgeberInnen, Geschlechterkonstruktionen 'manifestieren'. Zudem verfügten die entsprechenden wissenschaftlichen Disziplinen über ein 'reiches Instrumentarium', historische Semantiken zu analysieren.«
Rolf Löchler, literaturkritik.de

»Die Herausgeber/-innen haben einen ausgesprochen heterogenen Mix aus soziologischen, literatur- und kunstwissenschaftlichen Beiträgen zusammengestellt, deren Gemeinsamkeit die Bezugnahme auf die Systemtheorie Niklas Luhmanns ist.
Der Theorietransfer kreist im Wesentlichen um das Phänomen der Wirksamkeit von Geschlechterstereotypen, die selbst in der funktional differenzierten Gesellschaft noch durchschlagen. Solche Stereotype sind wiederum ein ergiebiges Material für die Gegenwartskunst, um auf den Kopf gestellt oder ironisch umgebaut zu werden.«
Ursula Pasero, www.querelles.net, 15 (2005)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover Gender Studies und Systemtheorie
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Einleitung: Gender Studies und Systemtheorie
  • 1988 – und was nun? Eine Zwischenbilanz zum Verhältnis von Systemtheorie und Gender Studies
  • Systemtheorie und Gender: Geschlechtliche Ungleichheit in der funktional differenzierten Gesellschaft
  • Die Biologie der Medium/Form-Unterscheidung
  • Gender als Strategie der Dauer. Eine Lektüre von Baudelaires »Une Charogne«
  • Der Tanz ums Triviale. Geschlechterdifferenz und literarische Wertung in der russischen Kultur um 1900
  • »Ist es wahre Liebe…?« Kitsch und Camp aus evolutionstheoretischer Sicht
  • Manifest für Ironiker/innen. Zur Kunst der Beobachtung
  • Was heißt eigentlich Post-Feminismus? »… eine möglichst trittsichere und graziöse Flucht nach vorn« (Pipilotti Rist)
  • Zu den Autorinnen und Autoren
  • Zu den Abbildungen

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