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Historische Generationen

Über einen sozialen Mechanismus kulturellen Wandels und kollektiver Kreativität

Beate Fietze
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Beate Fietze, Historische Generationen (2015), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839409428

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Beschreibung / Abstract

In Zeiten beschleunigten gesellschaftlichen Wandels hat das Generationsthema Konjunktur. Die wissenschaftsgeschichtliche Rekonstruktion des Generationenverständnisses seit der Antike offenbart jedoch, dass die bei Karl Mannheim angelegte Verbindung von Generationstheorie und Theorien des sozialen Wandels im Zuge der Professionalisierung der Soziologie verloren ging.
Diese Studie schlägt durch eine innovative Interpretation der klassischen Vorlage die Brücke zu aktuellen Theorieentwicklungen. Unter Rückgriff auf die Analysen von Margaret S. Archer und Shmuel N. Eisenstadt stellt die Reformulierung des Generationskonzeptes den Konstitutionsprozess historischer Generationen als einen sozialen Mechanismus kulturellen Wandels und kollektiver Kreativität heraus. Damit wird nicht nur der Anschluss an die makrosoziologische Diskussion neu eröffnet, sondern auch die kulturtheoretische Frage nach der Vermittlung von Biographie und Geschichte wieder aufgenommen.

Beschreibung

Beate Fietze (Dr. phil., Dipl.-Soz., Dipl.-Psych.) forscht an der Berlin Graduate School of Social Sciences des Instituts für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind soziologische Theorie, Kulturanalyse, Sozialstrukturanalyse, Generationssoziologie, Elitetheorie, Professionssoziologie und Organisationssoziologie.

Kritik

»Fietze bringt die Generationssoziologie einen großen Schritt voran und bietet besonders Sozialwissenschaftlern viele sehr wichtige Einblicke.«
Jutta Weingarten, www.kult-online.uni-giessen.de, 05.11.2009

»Die Leistungen von Fietzes Studie sind: Erstens hält sie hartnäckig die Differenz zwischen Generationen im Mannheimschen Sinne und Kohorte durch [...]. Zweitens gelingen ihr bei der Übernahme aus neueren Konzepten spannende Anregungen [...]. Drittens bringt sie das Thema der historischen Generationen [...] in die Nähe der Untersuchung von sozialen Bewegungen.«
Werner Fuchs-Heinritz, Soziologische Revue, 33 (2010)

»Fietzes textnahe Interpretation von Mannheims Theorie und ihr spezifisches Modell, seinen Generationsentwurf für die Erforschung politischer Generationen im öffentlichen Raum zu rehabilitieren und in die Gegenwart zu transformieren, [ist] ein wichtiger Beitrag für die Generationsforschung, nicht nur in der Soziologie.«
Astrid Barwolf, H-Soz-u-Kult, 09.08.2010

»Beate Fietze greift in ihrer lesenwerten und für andere Fachgebiete überaus ertragreichen Studie Mannheims Generationentheorie auf und fragt insbesondere nach ihrer [...] kulturtheoretischen Grundierung.«
Ulrike Jureit, Historische Anthropologie, 18 (2010)

Besprochen in:

Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, 30/3 (2010)

Lizenz

http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/

Open Access Angabe

This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License (CC BY-NC-ND 3.0)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover Historische Generationen
  • INHALT
  • Vorwort
  • Einleitung
  • 1. Generationssoziologie als Kultursoziologie: Eine wissenschaftsgeschichtliche Rekonstruktion der Generationstheorie
  • 1.1 Die Dominanz der zyklischen Zeitvorstellung von der Antike bis zur Neuzeit: Das genealogische Prinzip
  • 1.2 Die lineare Zeitvorstellung der Neuzeit als historischer Fortschritt und biographische Entwicklung: Das Konzept der Lebensalter
  • 1.3 Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Das Konzept der historischen Generationen
  • 1.4 Die Zäsur durch Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg
  • 1.5 Der Einzug des Strukturfunktionalismus in die Generationssoziologie: Das Konzept der Altersgruppen
  • 1.6 Der Abschied der Generationssoziologie von der Kulturtheorie: Das Kohortenkonzept
  • 1.7 Begriffskonfusion als Symptom der Stagnation generationssoziologischer Theoriebildung
  • 1.8 Die Wiederentdeckung der Generationstheorie
  • 1.9 Die zögerliche Rückkehr der Kulturtheorie in die Generationssoziologie
  • 1.10 Resümee
  • 2. Die Konstitution historischer Generationen: Ein sozialer Mechanismus kulturellen Wandels
  • 2.1 Die Generationstheorie von Karl Mannheim
  • 2.2 Generationslagerung: Selektivität des Realitätszugangs
  • 2.3 Generationszusammenhang als Emergenzphänomen
  • 2.4 Generationsbildung als sozialer Mechanismus kulturellen Wandels
  • 2.5 „Entscheidende Kollektivereignisse“ als Chiffre
  • 2.6 Generationseinheiten: Die Interpreten des Zeitgeistes
  • 2.7 Resümee
  • 3. Das Dilemma der Mannheimschen Wissenssoziologie: Gefangen zwischen Lebensphilosophie und Soziologie
  • 4. Generationsspezifische Akteure: Die Reformulierung des Konzepts Historischer Generationen
  • 4.1 Die Ersetzung der Kategorie des Zeitgeistes durch das Konzept der Öffentlichkeit
  • 4.2 Die neue Verknüpfung von Geist und Macht: Politische Eliten als generationsspezifische Akteure
  • 4.3 Die Politisierung altersspezifischer Situationsdeutungen: Generationsspezifische Akteure als Cross-cutting-Kategorie
  • 4.4 Der Repräsentativitätsanspruch der Generationseliten
  • 4.5 Die Definition des Generationsbewusstseins
  • 4.6 Resümee
  • 5. Narrative Identitätskonstruktion: Biographie und Generation
  • 5.1 Das Konzept der kulturellen Erinnerung
  • 5.2 Die Prädominanz der ersten Eindrücke
  • 5.3 Jugenderlebnisse als biographische Matrix narrativer Identitätskonstruktionen
  • 5.4 Der biographische Zeithorizont und die Dauer einer Generation: Lebensdauer und Wirkungsdauer
  • 5.5 Die narrative Identitätskonstruktion generationsspezifischer Akteure
  • 5.6 Resümee
  • 6. Prozesscharakter sozialen Wandels: Generation und Geschichte
  • 6.1 Theorien sozialen Wandels und die Analyse generationsspezifischer Wandlungsprozesse
  • 6.2 Die Bedeutung der Zeit für die Analyse kulturellen Wandels
  • 6.3 Morphogenese und die Konstitution historischer Generationen
  • 6.4 Varianten der Generationsbildung
  • 6.5 Resümee
  • 7. Gesellschaftskrise und Generationsbildung: Ein sozialer Mechanismus kollektiver Kreativität
  • 7.1 Kreativität als Potential und Prozess
  • 7.2 Charismatische Bindung und die Redefinition der sozialen Ordnung
  • 7.3 Gesellschaftskrise als generationsstiftendes Ereignis
  • 7.4 Tradition und Innovation
  • 7.5 Politisierung der Kultur und institutionelle Weichenstellung
  • 7.6 Resümee
  • 8. Die Generation der amerikanischen Progressivisten
  • 8.1 Die Progressive Era als historischer Wendepunkt
  • 8.2 Die Krise der 1890er Jahre als Geburtsstunde einer neuen historischen Generation
  • 8.3 Neue Perspektiven: Die Herausforderung des etablierten kulturellen Systems durch die Situationsdeutung der Progressivisten
  • 8.4 Die Generationseliten als innovative Minderheiten
  • 8.5 Die „formativen Jahre“ der Progressivisten
  • 8.6 Der Konstitutionsprozess des progressivistischen Generationszusammenhangs
  • 8.7 Die konkurrierenden Generationseinheiten
  • 8.8 Resümee
  • 9. Globalisierung und Generationsbildung
  • 9.1 Das Jahr 1968 als Symbol der ersten globalen Generation
  • 9.2 Die globale Gleichzeitigkeit der Studentenbewegung
  • 9.3 Die Globalisierung des sozialhistorischen Raums als Voraussetzung für die Globalisierung des Generationszusammenhangs
  • 9.4 1968 als Ausdruck globaler politischer und kultureller Umbrüche
  • 9.5 Die Krise des Ost-West-Verhältnisses als politischer Entstehungszusammenhang der ersten globalen Generation
  • 9.6 Institutionelle Konstitutionsbedingungen der globalen Generationselite
  • 9.7 Die Politisierung der Kultur durch die 68er-Generation
  • 9.8 Resümee
  • Schluss
  • Literatur

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