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Der Sicherheitsdiskurs

Die Innere Sicherheitspolitik und ihre Kritik

Thomas Kunz
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Thomas Kunz, Der Sicherheitsdiskurs (2015), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839402931

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Beschreibung / Abstract

Seit fast 40 Jahren wird der Sicherheitsdiskurs durch die gegenläufige Bezugnahme von Innerer Sicherheitspolitik und linker Kritik geprägt. Letztere galt im Sicherheitsdiskurs über lange Jahre hinweg selbst als Feindbild. Erstmals rückt diese kritische Position nun in den Mittelpunkt der Forschung. Aus diskursanalytischer Perspektive untersucht der Autor konservative und kritische Positionen zu Innerer Sicherheit - und kommt zu überraschenden Befunden: Trotz ihrer vordergründigen politischen Gegenläufigkeit sind auffällige Gemeinsamkeiten und geteilte Grundannahmen feststellbar.
Zudem werden im Sicherheitsdiskurs gegenwärtig sog. Fremde bzw. »kriminelle Ausländer« als Hauptfeindbilder mobilisiert, d.h. Konstruktionen, die wesentlich rassistisch fundiert sind. Angesichts jener bereits angesprochenen Gemeinsamkeiten lautet deshalb eine weitere zentrale Frage, ob bzw. inwieweit die heutige Kritik an Innerer Sicherheitspolitik diesen Feindbildwandel berücksichtigt.
Das Buch leistet mit der beschriebenen Fokussierung einen längst überfälligen Beitrag zum Verständnis und zur Neubewertung des Verhältnisses zwischen Innerer Sicherheitspolitik und ihrer - fast schon traditionell zu nennenden - Kritik.

Beschreibung

Thomas Kunz (Dr. phil.), Politikwissenschaftler, ist tätig im Bereich Evaluation und Begleitforschung von Projekten der Sozialen Arbeit. Er ist Lehrbeauftragter am Fachbereich Sozialpädagogik der Fachhochschule Darmstadt und am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Innere Sicherheit und Rassismus, Migrations- und Integrationspolitik, Inklusion/Exklusion, Fremdheitskonstruktionen und Diskurstheorie.

Kritik

»Die Stärke der Untersuchung liegt darin, dass sie nicht nur zeigen kann, wie gerade die Diffusität des Sicherheitsdiskurses auf seinen verschiedenen Ebenen diesem dazu verhalf, so ubiquitär zu werden.«
Soziologische Revue, 32/1 (2009)

»[E]ine Fundgrube bemerkenswerter Gedanken, Zusammenstellungen, Vergleiche, Quellen und Blickwinkel: Der Autor stellt die tragenden Diskurse der inneren Sicherheit brilliant zusammen.
Wer in diesem Thema mitdiskutiert, sollte dieses Buch lesen.«
Jörg Bergstedt, contraste, 273/6 (2007)

»Die Zeiten ändern sich, die Topoi der Diskurse kaum - dieser Eindruck entsteht beim Lesen der materialreichen Studie von einem Sicherheitsdiskurs, in dem sich zwar die Feindbilder verschieben, aktuelle Konjunkturen jedoch als Kontinuitätslinien sich bis in die 1970er Jahre zurück verfolgen lassen.
Indem [der Autor] seine Arbeit als Weiterentwicklung der Kritik der Inneren Sicherheit versteht, fordert er die verbliebenen kritischen Akteure auf anzuerkennen, dass Zuwanderungsdiskurs und Sicherheitsdiskurs sich längst miteinander verwoben haben.«
Sven Bergmann, Das Argument, 266 (2006)

»Der Autor argumentiert, dass auch jene Stimmen, die sich kritisch zur Politik der Inneren Sicherheit der jeweiligen Bundesregierung verhielten, sich letztendlich affirmativ zu diesem konservativen Sicherheitsdiskurs verhielten. Insgesamt liegt nun also eine erste Studie zu diesem Themenbereich vor, deren zentrale These von der gegenseitigen Verwiesenheit von 'konservativem' und 'kritischem' Diskurs Beachtung verdient.«
Holger Nehring, H-Soz-u-Kult

»Der Begriff der 'inneren Sicherheit' hat sich seit den frühen 70er-Jahren zunächst im politischen, sodann im administrativen und zuletzt auch im wissenschaftlichen Bereich etabliert. Dennoch ist der Terminus inhaltlich nicht präzise gefasst und findet in verschiedenen Verwendungszusammenhängen und politischen Lagern eine je eigene Verwendung. Vor diesem Hintergrund geht es Kunz darum, den 'Sicherheitsdiskurs' zu analysieren und den inhaltlichen Hintergrund verschiedener Positionen aufzudecken. Das Buch bietet damit eine ausführliche Übersicht über die Entwicklung der sprachlich-begrifflichen Repräsentation einer Politik der inneren Sicherheit sowie der Kritik an dieser Politik.«
Zeitschrift für Politikwissenschaft-Bibliografie, 3(2005)

Besprochen in:
Frankfurter Rundschau, 09.11.2005, Rudolf Walther
Bürgerrechte & Polizei, Cilip, 83/1 (2006)
ZAG, 49 (2006)
DISS-Journal, 15 (2007), Siegfried Jäger

Lizenz

http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/

Open Access Angabe

This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License (CC BY-NC-ND 3.0)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Inhalt
  • Innere Sicherheit – bekanntes Thema, neue Perspektiven
  • Innere Sicherheit und ihre Feinde
  • Innere Sicherheit als Gegenstand von Affirmation und Kritik
  • Politik Innerer Sicherheit – Mythos Sicherheit
  • Innere Sicherheit zwischen 1972 und 1998
  • Innere Sicherheit im Zeichen des 11. September 2001
  • Anschlüsse
  • Fragestellung und Erkenntnisinteresse
  • Aufbau der Arbeit
  • Innere Sicherheit als Gegenstand bisheriger Forschungen
  • Innere Sicherheit und Sozialwissenschaft – eine erste Annäherung
  • Die politikwissenschaftliche Bearbeitung des Themas Innere Sicherheit
  • Aktualisierung und Weiterentwicklung
  • Methodologisches und Methodisches
  • Zum Verhältnis von Empirie und Diskurs
  • Diskurstheorie und Diskursanalyse
  • Forschungspraktisches Vorgehen
  • Erste Ermittlungen – Innere Sicherheit in einschlägigen Fachlexika und Handwörterbüchern
  • Auswahl der Untersuchungseinheiten, fachdiskursive Zuordnung und Diskursformbestimmung
  • Exemplarische Detailanalysen „Allgemeine Sozialwissenschaften“
  • Exemplarische Detailanalysen „Spezielle Sozialwissenschaften“
  • Exemplarische Detailanalysen „Rechtswissenschaft“
  • Erste Ermittlungsergebnisse
  • Spurensicherung – Innere Sicherheit als zentrale Kategorie in Ministerialverwaltung und parlamentarischem Sprachgebrauch
  • Die Abteilung IS Innere Sicherheit – Aspekte des Abteilungsstrukturwandels im Bundesministerium des Innern
  • Almanach der Bundesregierung
  • Parlamentsspiegel Jahresregister
  • Kurzbericht zur Spurensicherung
  • Lokaltermin – Innere Sicherheit in Begrüßungs- und Eröffnungsreden von BKA-Jahrestagungen
  • Die Bedeutung des BKA
  • Die BKA-Jahrestagung
  • Tagungsbände des BKA
  • Die Rekonstruktion des Sicherheitsdiskurses anhand von BKA-Tagungsbänden – Fazit
  • Widerstand gegen die Staatsgewalt – Vom Kampf gegen Fluten und Vampire
  • Zur Diskursformbestimmung des Kritischen Diskurses
  • Zwei Spielarten der Bezugnahme auf Kritik
  • Aufbau und weiteres Vorgehen
  • Ansätze reflexiver Wahrnehmung von Kritik an Innerer Sicherheitspolitik im Kritischen Diskurs
  • Die Kategorien konservativ und kritisch im Sicherheitsdiskurs
  • Der Kritische Sicherheitsdiskurs oder: vom Mainstream der Kritik
  • Metaphern und Kollektivsymbolik im Kritischen Diskurs
  • Topoi und Argumentationsfiguren im Kritischen Diskurs
  • Die Bewegungsgebundenheit des Kritischen Diskurses
  • Konturen des Kritischen Diskurses
  • Der Sicherheitsdiskurs – Kapitel 4 bis 7 revisited
  • Erste Ermittlungen...
  • Spurensicherung...
  • Lokaltermin...
  • Widerstand gegen die Staatsgewalt...
  • Zur Einführung der Unterscheidung zwischen Konservativem und Kritischem Diskurs
  • Neue Feindbilder, alte Kritikmuster – Kritischer Diskurs quo vadis?
  • Literatur
  • Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
  • Anhang

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