Zugriffsrechte erwerben. Einloggen

Grausamkeit und Metaphysik

Figuren der Überschreitung in der abendländischen Kultur

Diese Publikation zitieren

Mirjam Schaub(Hg.), Grausamkeit und Metaphysik (2015), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839412817

Getrackt seit 05/2018

16
Downloads

Beschreibung / Abstract

Das Herzstück der philosophischen Ideengeschichte, die Metaphysik, wird in diesem Buch in Beziehung zu etablierten Praktiken zur Erzwingung von Wahrheiten gesetzt. Wie kommt es, dass im 19. Jahrhundert ein Denken, das grausam, kompromisslos und schmerzhaft zu sein vorgibt, salonfähig wird? In dem kurzen historischen Moment, da Grausamkeit als Praxis aus der Öffentlichkeit verschwindet und ins Private, Sexuelle, Rhetorische abgeschoben wird, treffen sich - so die These der Beiträge - Metaphysik und Grausamkeit in ihrem Überschreitungswillen, der sich nach innen zu richten beginnt. Diese Inversion wird als Schlüssel für die Entdeckung von Passivität verhandelt.

Beschreibung

Mirjam Schaub (PD Dr.) ist Visiting Research Fellow am Institute for Advanced Studies in the Humanities (IASH) der University of Edinburgh. Als Kunstkritikerin schreibt sie für Kataloge und Zeitschriften. Neben der Aufklärung und französischen Philosophie liegen ihre Forschungsschwerpunkte in der Ästhetik und Kunstphilosophie.

Kritik

»[Dieses Buch] entwirft ein Panorama der Unmenschlichkeit.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2010

»Wie so oft sind es [...] eben doch die PhilosophInnen, die in ihren Versuchen, sich dem grundsätzlichen Problem der unweigerlichen emotionalen Ambivalenz in der Darstellung des Kriegs und der Grausamkeit zu widmen, Erhellendes zutage fördern.«
Jan Süselbeck, www.literaturkritik.de, 23.03.2010

Besprochen in:

Wort und Antwort, 52/3 (2011), Thomas Eggensperger

Inhaltsverzeichnis

  • Cover Grausamkeit und Metaphysik
  • Inhalt
  • I. Einführung
  • Grausamkeit und Metaphysik. Zur Logik der Überschreitung in der abendländischen Philosophie und Kultur
  • Über dieses Buch
  • II. Die Erfindung der Grausamkeit aus dem Geist der Metaphysik
  • Das Paradox der Grausamkeit. Zur Theorie der Grausamkeit bei Nietzsche
  • Gratwanderung zu einem positiv belegten Grausamkeitsbegriff
  • Der ›unzerstörbare Kern‹ des Menschen – nur ›dunkel gedachte Metaphysik‹? Grausamkeit als Desintegration der Person bei Kant und Reemtsma
  • Le Grand Macabre? Über Deleuze, Metaphysik und Masochismus
  • III. Politiken der Grausamkeit
  • Grausamkeit als Modus der Unterhaltung. Zur Funktionalisierung von Grausamkeit in den Folterszenen spätmittelalterlicher Passionsspiele und Heiligenlegenden
  • Die Gewalt des Namens. Von der Missachtung zum sozialen Tod
  • Bartleby, der ›neue Messias‹? Passivitätsstrategien des Gesetzes
  • ›Politische Metaphysik‹ und Ikonographie der Grausamkeit. Carl Schmitt, Leo Strauss und der Bilderkrieg im Irak
  • IV. Mediale Inszenierungen
  • Die grausame Geste. Zum Zusammenspiel von Verletzung und Verweisung
  • Grausame Unbestimmtheit in den Dramen Sarah Kanes
  • Grausamkeit – Passivität – Präferenz. Annäherung an eine Figur namens Bartleby
  • ›Wetten, dass Ihr in – sagen wir mal – 12 Stunden alle drei kaputt seid, okay?‹ Die Überschreitungslogiken von Film und Philosophie am Beispiel von Michael Hanekes Funny Games
  • V. Psychodynamik
  • Selbstüberwindung? Adolf Eichmann und das Phänomen der Spaltung von Person und Handlung im grausamen Akt
  • Mechanismen der Folter. Zu den psychosozialen Dimensionen von Grausamkeit
  • Die Psychodynamik des Sadeschen Libertin
  • Ins Leere lieben. Eine Fußnote zu Bataille
  • VI. Trajekte und Trojaner
  • Im Kerkerkontinuum der Kreatur. Zu Walter Benjamins Ontologie im Ursprung des deutschen Trauerspiels
  • Aus der Welt. Wie die Erfahrungen von Entführten (nicht) zur Sprache kommen
  • Die Profanierung des Realen
  • Der Undank eines dankbaren Motivs
  • Das letzte der Trajekte …
  • Aufzeichnungen aus dem Kellerloch (1864) [Auszug]
  • Autorinnen und Autoren
  • Register

Mehr von dieser Serie

    Ähnliche Titel