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Nicht(s) sagen

Strategien der Sprachabwendung im 20. Jahrhundert

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Emmanuel Alloa(Hg.), Alice Lagaay(Hg.), Nicht(s) sagen (2015), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839408285

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Beschreibung / Abstract

Das 20. Jahrhundert war durch eine radikale Rückbesinnung auf die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache gekennzeichnet. Der neuzeitliche Traum einer restlosen Benennung des Weltganzen wird fraglich, wenn ihr Medium - die propositionale Aussagelogik - unter Verdacht gerät.
Der Band wirft die brisante Frage auf, ob der für das Jahrhundert prägende linguistic turn nicht so sehr in einer Hinwendung, als vielmehr in einer »Abwendung« vom Sagen besteht, die sich in der Entsagungsgeste von Melvilles Bartleby emblematisch verkörpert. Einzelanalysen zu literarischen Strategien bei Mallarmé, Wittgenstein, Celan, Foucault, Adorno, Derrida, Lévinas u.a.m. führen vor, wie Unterlassen nicht nur ein kritisches, sondern auch stets ein schöpferisches Moment in sich birgt.
Mit Beiträgen von Giorgio Agamben, Jean Clam, Rüdiger Zill u.v.a.m.

Beschreibung

Emmanuel Alloa (Prof. Dr.) ist Professor für Ästhetik und Kunstphilosophie an der Universität Freiburg (Schweiz).
Alice Lagaay ist Vertretungsprofessorin für Ästhetik und Kulturphilosophie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Sie ist Mitbegründerin des internationalen Forschungsnetzwerkes »Performance Philosophy« (www.performancephilosophy.org) und Mitherausgeberin der gleichnamigen Buchreihe bei Palgrave Macmillan.

Kritik

»In der Zusammenschau ergeben die Texte ein komplexes Bild, das der tatsächlichen Pluralität von Krisen und Umgangsweisen entspricht.«
Christian Grüny, Zeitschrift für Kulturphilosophie, 3 (2009)

Besprochen in:

Monatshefte, 102/4 (2010), Stefan Greif
IASL online, 26.01.2009, Felix Christen
www.kritikon.de, 18.02.2009, Jan Müller

Lizenz

http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/

Open Access Angabe

This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License (CC BY-NC-ND 3.0)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover Nicht(s) sagen
  • Inhalt
  • Einleitung
  • GRENZEN DER SAGBARKEIT
  • Schwierigkeiten des Sagens, Gründe des Verstummens
  • »Sagen, was sich eigentlich nicht sagen lässt« – Adorno, Blumenberg und andere Leser Wittgensteins
  • Der Rest ist Schweigen – Wittgensteins Philosophie als Sprechverweigerung
  • WIE NICHT SPRECHEN: EINEDEBATTE
  • Lobpreis oder Preisgabe? Eine mehrfach vertagte Diskussion zwischen Marion und Derrida
  • Wie gesprochen werden? Zur Passion der Rede bei Derrida
  • Emmanuel Lévinas: Das skeptische Sprechen
  • PHILOSOPHISCH-POETISCHE ARCHÄOLOGIEN NICHT-AFFIRMATIVER REDE
  • Stilo obscuro? Zur Sprache des Dionysius Areopagita
  • Kierkegaards beredte Sigetik. Ein Beitrag zur Vorgeschichte postmoderner Entsagungsstrategien
  • Paradoxologisches Sprechen als Triumph der Sprache – Mallarmés Lyrik des »blanc«
  • ÜBER DAS VERSTUMMEN HINAUS
  • Über die Unmöglichkeit der Dichtung, die Stille zu ersteigen. Zu einem Wort Paul Celans
  • »…ein Reden und ein Denken, das nicht wir haben«. Zur Figur der indirekten Rede bei Maurice Merleau-Ponty
  • »I say to you that I am dead.« E.A. Poe, Roland Barthes und Michel Foucault über das Vertrocknen der Sprache
  • ENTHALTUNG, PASSIVITÄT, POTENTIALITÄT
  • »L’écriture et l’indifférence« – Der Fall Bartleby
  • Enthaltung als Chance? Ein Gespräch über radikale Passivität bei Giorgio Agamben
  • Über negative Potentialität
  • Autorinnen und Autoren

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