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Paradoxien der Entscheidung

Wahl/Selektion in Kunst, Literatur und Medien

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Gregor Schwering(Hg.), Urs Stäheli(Hg.), Friedrich Balke(Hg.), Paradoxien der Entscheidung (2015), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839401484

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Beschreibung / Abstract

Die »Freiheit der Wahl« stellt sich nicht nur alle vier Jahre. Ob Brot, Kleidung oder Website - wir haben sie täglich. Gemeinhin wird damit eine »Freiheit der Entscheidung« bezeichnet - uneingeschränkte Bevorzugung des einen vor dem anderen. Dies gilt nur vordergründig, da jede Wahl sich notwendig auf eine Unterscheidung stützt: Nur was zuvor Bedeutung gewinnt (als wählbar erscheint), kann nachträglich als Wahlversprechen gelten. Wie nicht zuletzt der Beitrag von Niklas Luhmann verdeutlicht, ist hier ein Paradox am Werk: Die »Freiheit der Wahl« braucht eine Einschränkung - und erhält damit Selektionscharakter. Sie beinhaltet ein (Aus-)Gewähltes und ein Aussortiertes; eine Kehrseite des Prozesses, der für sich eine Freiheit beansprucht. Da diese Differenz nicht auf die Objektseite (das Gewählte) reduzierbar ist, sondern den Zugriff selbst (mit-)bestimmt, ist der synonyme Gebrauch von »Freiheit« und »Wahl« zu problematisieren. Dies versucht der Band in struktureller Standortbestimmung sowie spezifisch für die Felder Kunst, Literatur und Medien zu leisten.

Beschreibung

Friedrich Balke (Prof. Dr.) ist Professor für Medienwissenschaften unter besonderer Berücksichtigung der Theorie, Geschichte und Ästhetik bilddokumentarischer Formen. Er lehrte unter anderen an den Universitäten in Weimar, Konstanz und New York und ist Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs »Das Dokumentarische. Exzess und Entzug«.
Gregor Schwering arbeitet als Literatur-/Medienwissenschaftler am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Literatur der Romantik und des 20. Jahrhunderts, der Literatur- und/als Medientheorie sowie der Mediengeschichte.
Urs Stäheli (Prof. Dr.) lehrt Soziologie an der Universität Basel. Forschungsschwerpunkte u.a.: Soziologische Theorie, Medien- und Kultursoziologie, Wirtschaftssoziologie.

Kritik

»Nicht mehr vom 'offenen Kunstwerk' (Umberto Eco) ist heute die Rede sonderneher von Formen, mit denen es gelingt, die Selbstaktivierung von Kunst nach Außen hin zu vermitteln. In diesem Kontext spielen gegenwärtig zunehmend Fragen eine Rolle, die den systematischen medialen Umgang mit den funktionalen und dysfunktionalen Aktivitäten des Werkes und seiner Nutzer betreffen. Der interdisziplinär ausgerichtete Band 'Paradoxien der Entscheidung. Wahl/Selektion in Kunst, Literatur und Medien' reagiert auf diese aktuelle Forschungssituation.
Gerade für literatur- und medienwissenschaftlich interessierte Leser hält diese Aufsatzsammlung sicherlich anregende Theorie-Werkzeuge bereit, die geradezu zum autonomen Weiterdenken zwingen.«
Michael Kröger, www.sehepunkte.historicum.net, 5 (2005)

Lizenz

http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/

Open Access Angabe

This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License (CC BY-NC-ND 3.0)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover Paradoxien der Entscheidung
  • Editorial
  • Inhalt
  • Vorbemerkung
  • Die Paradoxie des Entscheidens
  • Die Ordnung der Sandkörner. Zu Christian Wolff und Barthold Heinrich Brockes
  • Fiktive Wahllosigkeit. Die Kunst der Orientierung in J.L. Borges’ »Garten der Pfade, die sich verzweigen«
  • 8448 verschiedene Jeans. Zu Wahl und Selektion im Internet
  • »Ich sehe was, was du nicht siehst …« Zur Paradoxie der Medienwertung
  • Unsichtbare Rahmen. Zur Interaktion von Kino und Fernsehen
  • Selektives Sehen im Kamerafokus. Peter Campus’ »Double Vision«
  • Es ist Ihre Entscheidung! Die Hypostasierung der Wahl in Ratgeberbüchern
  • Die Autorinnen und Autoren

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