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Literarische Gendertheorie

Eros und Gesellschaft bei Proust und Colette

Diese Publikation zitieren

Ursula Hennigfeld(Hg.), Ursula Link-Heer(Hg.), Fernand Hörner(Hg.), Literarische Gendertheorie (2015), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839405574

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Dieser Band lässt sich auf das Paradox ein, von einer literarischen Gendertheorie zu sprechen. Proust wie auch die zwei Jahre jüngere Colette, die sich als seine literarische Zwillingsschwester sah und in Deutschland noch wiederzuentdecken ist, möchten die Literatur nicht mit dem »Preisetikett« der Theorie und Ideologie belasten. In Wirklichkeit aber wird dieses Theorieverbot von den literarischen Œuvres selbst unaufhörlich unterlaufen. Die Fülle der Detailwahrnehmung momentaner kinetischer, mimischer, gestischer, vokaler Eigenarten und ihrer Metamorphosen ist stets mit einem Reichtum an Reflexionen individuellen wie sozialen Verhaltens verknüpft. Der Band ist konsequent auf diesen originellen Thesaurus einer impliziten Theorie von Eros und Sexualität, Gesellschaft und Geschlecht fokussiert.

Beschreibung

Ursula Link-Heer (Prof. Dr. phil.) lehrt romanische Literaturwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal und ist schon seit mehr als 30 Jahren Proust-Leserin. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Manierismus, Psi-Diskurse und Literatur.
Ursula Hennigfeld (Jun.-Prof. Dr. phil.) lehrt Romanische Philologie an der Universität Freiburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Romanische Literaturen des 16./17. Jahrhunderts, Terror-Diskurse im 21. Jahrhundert sowie romanistische Kultur- und Medienwissenschaft.
Fernand Hörner (Prof. Dr. phil.) ist Professor für Medien- und Kulturwissenschaften an der Hochschule Düsseldorf.

Kritik

»Bei Proust steht [...] die Figur des schwulen Dandys Charlus im Mittelpunkt, während bei Colette vorrangig 'Die Ladies of Llangollen' behandelt werden. In beiden Fällen wird die Inszenierung von (Homo-)Sexualität verdeutlicht, wobei sich viele SchreiberInnen bewundernswert hartnäckig in kleine Textpassagen verbeißen. Dadurch gelingt es, die Bedeutung der beiden AutorInnen für die Dekonstruktion tradierter Männer- und Frauenbilder freizulegen und einen Beitrag für die Gender-, Men's und Queer Studies zu leisten.«
Martin Weber, LAMBDA-Nachrichten, 2 (2007)

»Insgesamt gesehen ist der Band eine gewinnbringende Lektüre und zeigt, dass die Literatur [...] auch alle theoretischen und philosophischen Grundfragen integrieren kann und dabei Anstoß für weitere Theoriebildung gibt.«
Jörg Theis, Jahrbuch des Frankreichzentrums der Universität Saarbrücken, 8 (2008)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover Literarische Gendertheorie
  • INHALT
  • Einleitung
  • SEX AND GENDER/SEXE ET GENRE: (UN-)ÜBERSETZBARKEITEN
  • Colette, Beauvoir und Kristeva: Gender und Genie
  • Literatur und die Überwindung der Dichotomien. Zum Verhältnis von Lebenswelt, Men’s Studies, Gender Studies und savoir littéraire
  • AUFLÖSUNG DER GRENZEN
  • Proust, Colette/Treue, Freiheit/Weiblich, Männlich
  • Emanzipation der/durch Sprache: Subversion von Genderdiskursen bei Colette
  • Verkehrung der Zeichen, Gerechtigkeit aus Licht
  • Die Destabilisierung der Geschlechter bei Colette
  • Proust et le troisième sens. Die Visualität des »Dritten« zwischen Ornament und Bildwiderstand
  • Die Figur des unsichtbaren Dritten im Rollenspiel der Geschlechter. Anmerkungen zu den Voyeurszenen der Recherche
  • RANDGÄNGE BEI PROUST UND COLETTE
  • In der Kammer. Die Verortung der Homosexualität bei Proust
  • Der bewegte Mann. Proust und die Ästhetik des verschwindenden Körpers
  • Was Sie schon immer über den Masochismus wissen wollten, Proust aber nie zu fragen wagten
  • Ein verliebtes Frauenpaar ›Ancien Régime‹ — Colette und das Rätsel der Ladies of Llangollen
  • DYNAMISCHE KÖRPER
  • Codierungen des Eros: Zur Fraktalität der Gender- und Sehdispositive bei Marcel Proust
  • Unschärfe: Unbestimmtheit und Nuance bei Colette und Proust
  • Einige Objekte der Recherche, auf denen man die Markierung des Geschlechts hinterlassen hat
  • Anhang
  • Die AutorInnen

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