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»Es war noch einmal ein Traum von einem Leben«

Schicksale jüdischer Landwirte am Bodensee 1930-1960 Mit einem Beitrag von Christoph Knüppel

Oswald Burger und Manfred Bosch

Cite this publication as

Oswald Burger, Manfred Bosch, »Es war noch einmal ein Traum von einem Leben« (2015), UVK Verlagsgesellschaft, 78462 Konstanz, ISBN: 9783864968631

Beschreibung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bezeichnete der Soziologe Werner Sombart die Juden als Motoren des Fortschritts. Ihr herausragender Anteil an der Modernisierung der Gesellschaft, die Wirtschaft und Handel ebenso betraf wie die geistigen und intellektuellen Leistungen in Forschung, Presse oder Kunst, war offenkundig und begünstigte antisemitische Stereotypen.

Gegenüber den geistigen und intellektuellen Tätigkeitsfeldern waren Juden in traditionellen Berufsfeldern wie Handwerk, Gärtnerei oder Landwirtschaft nur marginal repräsentiert – am ehesten gingen die Begriffe »Jude« und »Landwirtschaft« noch in der Figur des Viehhändlers zusammen. Dennoch gab es jenseits des Landjudentums, das aufgrund von Emanzipation und Stadtflucht ständig an Bedeutung verlor, Juden, die sich für eine landwirtschaftliche Existenzweise entschieden. Was ihre Motive waren, wie sie die Bedrohung des Nationalsozialismus erlebten und welches ihre Schicksale waren, zeigt der vorliegende Band belegt an einem knappen Dutzend höchst unterschiedlicher Beispiele im Bereich des nördlichen Bodensees auf.

Beschreibung

Manfred Bosch beschäftigt sich als Publizist seit langem mit der südwestdeutschen Zeit- und Literaturgeschichte und hat sich durch zahlreiche Bücher und Herausgaben, vor allem mit seiner »Bohème am Bodensee«, einen Namen gemacht. Für sein Werk wurde er mit dem Bodensee-Literaturpreis 1997 und mit dem Kulturpreis des Bodenseekreises 2008 ausgezeichnet.

Oswald Burger ist Lehrer i.R., Historiker, Literaturveranstalter und Kommunalpolitiker aus Überlingen am Bodensee, der für die Erforschung der Überlinger Zeitgeschichte mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Er publiziert seit den 1980er Jahren regelmäßig Beiträge über Geschichte, Literatur und Politik in der Bodenseeregion

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Titelseite
  • Impressum
  • Vorwort des Herausgebers
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • »...das Land, das uns soviel Kummer gemacht hat«
  • Entscheidung für die innere Emigration
  • Die Schlinge zieht sich zusammen
  • Als Farmer in Chile
  • Die »Deutschen Blätter«
  • Alte und neue Heimat
  • Anmerkungen
  • »Jetzt haben wir keine Ruhe und keinen Frieden mehr«
  • Hof und familiärer Kibbuz
  • Trügerische Sicherheit
  • Das Ende einer Idylle
  • Verkauf des Hofes
  • Neue Heimat Palästina
  • Langwierige Bemühungen um Wiedergutmachung
  • Streiter für den Dialog
  • Anmerkungen
  • »Ein durch und durch ideal veranlagter Mensch«
  • Herkunft
  • Enttäuschung über den Vater
  • Exil und Studium in der Schweiz
  • Restitution
  • Rückkehr nach Deutschland
  • Alter in Armut
  • Schenkung
  • Die Martin-Buber-Jugendherberge Überlingen
  • Anmerkungen
  • »Man wollte mir unter irgend einem Vorwand den Hof wegnehmen«
  • Im Dienste Salems
  • Eva Licht muss den Hof allein durchbringen
  • Eva Licht hält an zwei Nichtarien fest
  • Der Künstler Markus Behmer
  • Die Zeit nach 1945
  • Anmerkungen
  • An der Restitution ihres Besitzes gescheitert
  • Als Ingenieur im Ausland erfolgreich
  • Rückkehr nach Deutschland
  • Die Rassengesetze beginnen zu greifen
  • Ausplünderungen
  • und Vertreibung vom Hof
  • Suzanne Dingler erzählt über ihren Einsatz als »Arbeitsmaid« auf dem Unteren Hof
  • Unter dem Diktat des »Reichserbhofgesetzes«
  • Bemühungen um Restitution
  • Ausbleibende Zahlungen aus Ansprüchen der »Wiedergutmachung«
  • Die Nachbesitzer
  • Anmerkungen
  • Land und Geist
  • Zur Geschichte der Überlinger »Bauern-Zeitung«
  • Hugo Landauer in Daisendorf
  • Die Familie Landauer unter der Herrschaft der Nationalsozialisten
  • Heimatliebe in Übersee
  • Arisierung in Karlsruhe
  • Anmerkungen
  • »Ein Stück Erde sein eigen nennen«
  • Rückzug an den Bodensee
  • Lebens- und Seelenlandschaft
  • Die Suche nach einem eigenen »Stück Erde«
  • Ein eigener Hof
  • Verkauf und Emigration
  • Exil in London
  • Ungeliebtes London
  • Endlich wieder am Bodensee
  • Letzte Jahre
  • Anmerkungen
  • »Unterricht unter den Pflaumenbäumen«
  • Die Idee von einem Kinderheim
  • Das Kinderheim Winkelhof
  • Hermann Levinger
  • Die Kinder
  • Im »Dritten Reich«
  • Der Winkelhof wird Gasthaus
  • Letztes Kapitel: Nach 100 Jahren
  • Anmerkungen
  • »Abschied von dem Land, das unsere Heimat war«
  • Der Burachhof 1934–1938
  • In Israel
  • Anmerkungen
  • Bildnachweise
  • Dank
  • Register

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