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Im Interesse des Kindes?

Elterntrennung und Sorgerechtsmodelle in Deutschland, Großbritannien und den USA

Kerima Kostka

Diese Publikation zitieren

Kerima Kostka, Im Interesse des Kindes? (2004), Lambertus Verlag, Freiburg, ISBN: 9783784128009

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung

Die Autorin untersucht Sorgerechtsmodelle bei Trennung und Scheidung am Beispiel dreier Staaten (Deutschland, USA, Großbritannien) im Hinblick darauf, ob sie den betroffenen Kindern zugute kommen. Im Zentrum der Betrachtungen steht die deutsche Kindschaftsrechtsreform von 1998, die ähnlich wie die britischen und amerikanischen Reformen Tendenzen zur Deregulierung erkennen lässt: Durch den Rückzug des Staates bei Trennung und Scheidung soll die Autonomie der Eltern gestärkt werden.

Die Untersuchung überprüft die zwei zentralen Zielsetzungen der Reformen:

Zum einen soll im Interesse des Kindes durch die Vorgabe gesetzlicher Leitbilder (gemeinsames elterliches Sorgerecht) und den Ausbau pädagogischer Interventionen (bspw. Mediation, Sorgeplan, Informationstreffen) das Verhalten der Eltern in Richtung einer gemeinsam ausgeübten Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung beeinflusst werden. Die langjährigen und wissenschaftlich vielfältig dokumentierten Erfahrungen aus Großbritannien und den USA werden im Hinblick auf die Frage ausgewertet, ob und inwieweit positive Einflüsse solcher gesetzlichen Leitbilder und pädagogischen Maßnahmen auf das Verhalten geschiedener Eltern und die Situation der Kinder festzustellen sind. Dabei ergeben sich überraschende Diskrepanzen zu den Ergebnissen einer ersten Evaluation der deutschen Kindschaftsrechtsreform.

Zum zweiten ist erklärtes Ziel der Reformen die Verbesserung der Rechte des Kindes und die Förderung des Kindeswohls. Es wird untersucht, wie Kinder die Scheidung erleben, was ihnen helfen und was die Bewältigung erschweren kann. Anschließend werden Perspektiven für eine kindeswohlorientierte Weiterentwicklung der Rechtspolitik und der Jugendhilfepraxis aufgezeigt.

In- und ausländische Studien zu beiden Fragestellungen werden hier erstmals einer eingehenden Kritik unterzogen, die Ergebnisse auf dem Hintergrund unterschiedlicher Rechtskulturen interpretiert und so seriös vergleichender Argumentation zugänglich gemacht.

Beschreibung / Abstract

Die Autorin untersucht Sorgerechtsmodelle bei Trennung und Scheidung am Beispiel dreier Staaten (Deutschland, USA, Großbritannien) im Hinblick darauf, ob sie den betroffenen Kindern zugute kommen. Im Zentrum der Betrachtungen steht die deutsche Kindschaftsrechtsreform von 1998, die ähnlich wie die britischen und amerikanischen Reformen Tendenzen zur Deregulierung erkennen lässt: Durch den Rückzug des Staates bei Trennung und Scheidung soll die Autonomie der Eltern gestärkt werden.

Die Untersuchung überprüft die zwei zentralen Zielsetzungen der Reformen:

Zum einen soll im Interesse des Kindes durch die Vorgabe gesetzlicher Leitbilder (gemeinsames elterliches Sorgerecht) und den Ausbau pädagogischer Interventionen (bspw. Mediation, Sorgeplan, Informationstreffen) das Verhalten der Eltern in Richtung einer gemeinsam ausgeübten Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung beeinflusst werden. Die langjährigen und wissenschaftlich vielfältig dokumentierten Erfahrungen aus Großbritannien und den USA werden im Hinblick auf die Frage ausgewertet, ob und inwieweit positive Einflüsse solcher gesetzlichen Leitbilder und pädagogischen Maßnahmen auf das Verhalten geschiedener Eltern und die Situation der Kinder festzustellen sind. Dabei ergeben sich überraschende Diskrepanzen zu den Ergebnissen einer ersten Evaluation der deutschen Kindschaftsrechtsreform.

Zum zweiten ist erklärtes Ziel der Reformen die Verbesserung der Rechte des Kindes und die Förderung des Kindeswohls. Es wird untersucht, wie Kinder die Scheidung erleben, was ihnen helfen und was die Bewältigung erschweren kann. Anschließend werden Perspektiven für eine kindeswohlorientierte Weiterentwicklung der Rechtspolitik und der Jugendhilfepraxis aufgezeigt.

In- und ausländische Studien zu beiden Fragestellungen werden hier erstmals einer eingehenden Kritik unterzogen, die Ergebnisse auf dem Hintergrund unterschiedlicher Rechtskulturen interpretiert und so seriös vergleichender Argumentation zugänglich gemacht.

Inhaltsverzeichnis

  • Im Interesse des Kindes?
  • Inhalt
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Vorbemerkung
  • A. Einleitung
  • I. Einführende Überlegungen: Deregulierung und Privatisierung
  • II. Aktuelle Reformen im Familienrecht: Deutschland, Großbritannien und die USA.
  • B Bezugspunkte von Pädagogik und Recht in historischer Perspektive
  • I Zur Einmischung des Staates in die Privatsphäre der Familie
  • C Die Grundlagen: Erleben und Bedürfnisse des Kindes bei Trennung und Scheidung
  • I Zur Rezeption entwicklungspsychologischer Erkenntnisse im Kindschaftsrecht
  • II Erkenntnisse der Scheidungsfolgenforschung
  • III Umgang als Mittel zur Minderung der Scheidungsfolgen
  • IV Resümee: Anforderungen an sich trennende Eltern
  • D Kindschaftsrechtliche Reformen: Theoretische Erörterungen in den USA, Großbritannien und im deutschen Gesetzgebungsverfahren
  • I Zur Relevanz der Erfahrungen in Großbritannien und den USA für die deutsche Situation
  • II Zur Leitbildfunktion von Gesetzen
  • III Zur Eingriffsberechtigung des Staates bei Scheidung
  • E Pädagogische Intentionen der Scheidungsgesetzgebung: Ergebnisse empirischer Forschung in den USA und Großbritannien und deren Rezeption im deutschen Gesetzgebungsverfahren
  • I Einleitung
  • II Umgang und Unterhalt
  • III Auswirkungen des gemeinsamen Sorgerechts: Weitere Erfahrungen aus den USA
  • IV Zwischenresümee Verhaltenssteuerung durch Leitbilder
  • V Beeinflussung elterlichen Verhaltens durch konkrete Maßnahmen
  • VI Resümee
  • F Konsequenzen und Perspektiven für die Zukunft
  • I Nach der Kindschaftsrechtsreform: Beurteilung der Deregulierungstendenzen im Licht der aktuellen Praxis
  • II Perspektiven für die Zukunft
  • G Schlussresümee
  • Anhang: Methodik der verwendeten Studien
  • Literaturverzeichnis
  • Stichwortverzeichnis

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