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Prekäre koloniale Ordnung

Rassistische Konjunkturen im Widerspruch. Deutsches Kolonialregime 1884-1914

Ulrike Hamann

Diese Publikation zitieren

Ulrike Hamann, Prekäre koloniale Ordnung (2015), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839430903

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Welche Krisen hat der Rassismus durch die Kämpfe Schwarzer Menschen im deutschen Kolonialreich erfahren? Während der langen 30 Jahre der Kolonialpolitik wurde Rassismus biopolitisch und gesellschaftsprägendes Paradigma.
Ulrike Hamann zeigt, welche spezifischen Artikulationen des Rassismus wann aktuell waren und wie diese sich mit der kolonialen und nationalen Politik verbanden. Ausgangspunkt der Analyse sind dabei erstmals nicht die »Rasse«-Theorien, sondern die Widerstände dagegen in einer postkolonialen Lesart. Durch die Schriften von Mary Church Terrell, W.E.B. Du Bois und Rudolf Duala Manga Bell werden die Artikulationen des deutschen Rassismus benannt - aber auch gesellschaftliche Gegenbilder entworfen.

Beschreibung

Ulrike Hamann (Dr. phil.), geb. 1974, lehrt und forscht am Lehrbereich Diversity and Social Conflict bei Gökçe Yurdakul am Institut für Sozialwissenschaften (ISW) der Humboldt-Universität zu Berlin sowie am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM). Sie promovierte im Exzellenzcluster »Normative Ordnungen« der Goethe-Universität Frankfurt/Main bei Nikita Dhawan. Sie forscht zu den Themen Rassismus, Wohnen, Flucht und Migration.

Kritik

»This is an impressive book.
Hamann has published an important challenge that drives onward today's debate and intense struggle in Germany and elsewhere between those resisting racial discourse and those seeking to refashion and employ it.«
Lora Wildenthal, German Studies Review, 40/3 (2017)

»Dem Buch [ist] ein breites, großes Lesepublikum zu wünschen. Denn die Fallbeispiele in ihrer Auswahl und Analyse zeugen sehr eindrücklich von der Hartnäckigkeit und Wandelbarkeit einer abwertend hierarchisierenden Denk- und Handelsweise und sensibilisieren für Formen des Rassismus, die momentan wieder erschreckend aktuell erscheinen.«
Bettina Brockmeyer, Neue Politische Literatur, 61 (2016)

Besprochen in:
www.sehepunkte.de, 16/4 (2016), Ulrike Kirchberger
Das Historisch-Politische Buch, 64/3 (2016), Ulrich van der Heyden

Inhaltsverzeichnis

  • Cover Prekäre koloniale Ordnung
  • Inhalt
  • I. Theoretische und methodische Einführung
  • I.1 Einleitung
  • I.2 Machttheorien und -begriffe
  • I.3 Politisches Moment, Orte des Sprechens und das Unvernehmen
  • I.4 Subjekt und Handlungsmacht
  • I.5 Vorgehensweise
  • I.6 Diskursanalyse als Methode
  • II. Der deutsche Alltag – Wachstumsbedingungen eines kolonia len Rassismus
  • II.1 Schwarze Präsenzen in der Zivilgesellschaft des Deutschen Kaiserreichs
  • II.2 Stereotype: Die Anthropologisierung des Sozialen
  • II.3 Provincializing Progress – der diskursive Rahmen wird verändert
  • II.4 Nationaldiskurs – Perspektivität als Diskurstypus
  • II.5 Antisemitismus als Referenzrahmen des kolonialen Rassismus
  • II.6 Fazit: Bedingungen des Rassismus in der Zivilgesellschaft
  • III. Militarisierung, Krieg und Krise
  • III.1 Krieg wird ‚Rassenkampf‘
  • III.2 Die präkoloniale Disposition der Deutschen: Der fleißige Patriarch als kolonialer Musterknabe
  • III.3 Die Wissenschaften und der Krieg
  • III.4 Paradigmenwechsel Biomacht. Formation des biologisierten politischen Verhältnisses
  • III.5 Verschmelzung von Form und Funktion
  • III.6 Krieg als Krise und Notstand. Bedingungen für das Dispositiv der ‚Rasse‘
  • IV. Kolonialer Alltag: Regierung der Widersprüche
  • IV.1 Erscheinen des ‚Rasse‘-Dispositivs
  • IV.2 Gegensätzliche Formationsweisen der Macht: Bedrohte Koloniale Ordnung und die Perspektive der Gleichheit
  • IV.3 Simulierte Lebensgefahr als invertierte Projektion
  • IV.4 Fazit: Die Unregierbarkeit der Gleichheit
  • V. Schluss und Ausblick
  • Quellen- und Literaturverzeichnis
  • Dank

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