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Pädagogische Verantwortung oder professionelle Lernhilfe?

Überlegungen zur Orientierung von Tutorenarbeit angesichts lebensweltimmanenter Professionalisierungsanforderungen

Alf Hellinger

Diese Publikation zitieren

Alf Hellinger, Pädagogische Verantwortung oder professionelle Lernhilfe? (18.06.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0943-5484, 2014 #1, S.33

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

"Zwei Grundausrichtungen der Aufgaben von Tutorien sind zu unterscheiden: Die erste Grundausrichtung geht aus von der Veränderbarkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse. Erkenntnisse über die Gesetze der Natur, Gesellschaft und Verstand befähigen den Einzelnen, die Lebensbedingungen zu verändern. Die primäre Rolle von Tutoren besteht darin, Hilfe-zur-Selbsthilfe zu leisten und den Demokratisierungsprozess vorantreiben. Die zweite Grundausrichtung geht von den Wissensbedarfen der Lebenswelt aus. Aufgabe von Tutorinnen und Tutoren ist es, Lernmethoden zu vermitteln und den Studierenden beim Lernen zu helfen. Doch es besteht ein Unterschied zwischen Lernen und Studieren. Lernen ist bezogen auf einen Lehrplan. Der Lehrplan ist eine Auswahl des verfügbaren Wissens. Der Lernprozess wird durch didaktische Vorgaben gesteuert. Das organisierte Lernen endet dann, wenn das Lernziel erreicht ist. Studieren ist bezogen auf einen Wissensüberschuss. Um eine Auswahl aus dem Überschuss des verfügbaren Wissens zu treffen, müssen sich Studierende selbst einen Überblick über das verfügbare Wissen verschaffen. Tutorinnen und Tutoren können ihnen dabei helfen. Doch die methodisch-didaktische Orientierung der Tutorien ist nur scheinbar ein Fortschritt zu einem besseren Umgang mit Wissen. Die Debatte über Professionalisierung des Lernens eskamotiert den Unterschied zwischen Schule (Instruktion, Lehrplan) und Universität (Wissenschaft, Erkenntnis). Methodentrainings und Standardisierung können keine hinreichende "Orientierung im Denken (Kant) leisten".



"Two basic orientation of the tasks of tutorials can be distinguished: The first basic approach is based on the variability of social relations. Knowledge about the laws of nature, society and mind empower individuals to change the living conditions. The primary role of tutors is to provide help for self-help and encourage democratization. The second basic approach is based on the knowledge needs of the lifeworld. Task of tutors is to provide learning methods and to help the students in learning. But there is a difference between learning and studying. Learning is based on a curriculum. The curriculum is a selection of the available knowledge. The learning process is controlled by didactic guidelines. Organized Learning ends when the learning goal is reached. Study is based on a knowledge surplus. To make a selection from the surplus of available knowledge, students must inform themselves an overview of the knowledge. Tutors can help them. But the purely method-oriented alignment of tutorials is only apparent progress towards more. However, the methodological and didactic orientation of the tutorials is only apparent progress to a better management of knowledge. The debate on the professionalization of learning conjures away the difference between school (instruction, curriculum) and university (science, knowledge). Training methods and standardization cannot afford adequate ´orientation in the thinking´ (Kant)."

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