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Antisemitismus im Kontext

Erkundungen in ethnisch heterogenen Jugendkulturen

Tim Seidenschnur

Diese Publikation zitieren

Tim Seidenschnur, Antisemitismus im Kontext (2014), transcript Verlag, Bielefeld, ISBN: 9783839422939

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Der Begriff »Jude« wird als Schimpfwort verwendet - und antisemitische Witze stellen einen Anlass zum gemeinsamen Lachen dar. Gruppendiskussionen, in denen Jugendliche solcherlei antisemitische Redensarten aufgreifen, stehen im Fokus dieses Buches.
Tim Seidenschnur geht den partikularen Gruppennormen nach, die zur nonchalanten Verwendung und Akzeptanz antisemitischer Redensarten führen und fragt nach den Bedingungen ausbleibenden Protests der Mitschüler. Zudem wird analysiert, ob und wie diese kontextuell gebundenen, antisemitischen Äußerungen in die politische Kultur der Bundesrepublik hinein wirken und wie sich das Empörungspotenzial auswirkt, das die sensibilisierte Öffentlichkeit empfindet.

Beschreibung

Tim Seidenschnur (Dr. rer. pol.) lehrt Soziologie an der Universität Kassel am Lehrstuhl für Makrosoziologie.

Kritik

»Das Buch von Tim Seidenschnur rüttelt auf und macht auch betroffen, weil in der bundesrepublikanischen Gesellschaft Ausgrenzungsmechanismen existieren, die es Jugendlichen mit Migrationsgeschichte enorm erschweren, an der Abgrenzung gegen Nationalsozialismus und Antisemitismus teilzuhaben. Das pädagogische Defizit in der politischen Jugendbildung der Gegenwart wird so offenbar [...]. Darauf den Finger gelegt zu haben, ist das Verdienst Tim Seidenschnurs.«
Wilhelm Schwendemann, www.socialnet.de, 05.09.2014

Besprochen in:

IDA-NRW, 1 (2013)
Deutschlandradio Kultur, 23.06.2013, Rainer Kampling
VKRG Inform, 3 (2013)
deutsche jugend, 62/6 (2014)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover Antisemitismus im Kontext
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • Ein Wort über die Beobachtung des Beobachters
  • 1. Einleitung
  • 2. Stand der Forschung
  • Der Begriff der Nonchalance
  • Politische Kultur und generationale Bezüge
  • Identitätsnarration und Antisemitismus
  • Interpretationsgemeinschaften und abschließendes Vokabular
  • Konflikt und Nonchalance
  • 3. Methodisches Vorgehen
  • Zielgruppenanalyse
  • Projektdurchführung mit Hilfe von Gruppendiskussionen
  • Auswertung durch die Variation von Lesarten
  • 4. Formen der Nonchalance und deren Grenzen
  • Auftreten der Nonchalance
  • Benedikt
  • Die Mutter
  • Herr Kantl
  • Rechtsradikalismus als verbindliche Identitätsnarration
  • Palästina, Antisemitismus und das Ende der Beiläufigkeit
  • Exkurs: Familiale Überlieferung von Antisemitismus und die Eigenständigkeit der Nonchalance
  • 5. Kommunikative Strategien
  • Silent Bargains
  • Gefährliche Begegnung
  • Kommunikative Überspielung
  • 6. Der Streit
  • Konflikte im „Wir“ als Grundlage der Nonchalance
  • Konflikte um das „Wir“ der Jugendlichen – der Konsens der Abgrenzungsnorm vom Rechtsradikalismus als Grenze der Nonchalance
  • Konflikte um antisemitische Äußerungen ohne nonchalante Symbolik
  • Konflikte um die Nonchalance
  • Fazit des Konfliktkapitels und die ausbleibende Identifizierung eines Dissenses in Dilemma-Situationen
  • Fazit
  • Exkurs: Verhandlungen in Dilemma-Situationen
  • 7. Verhandlungen über den Rahmen
  • 8. Einordnung der Nonchalance durch jüdische Jugendliche
  • Das Miterleben nonchalanter Äußerungen im schulischen Alltag
  • Die Verortung der Nonchalance in spezifischen schulische n Situationen
  • Die Reaktionsstrategien jüdischer Jugendlicher auf Nonchalance
  • 9. Perspektiven einer Bildungssoziologie
  • Rahmentheoretisches Bildungskonzept
  • Dissensorientiertes Bildungskonzept
  • 10. Fazit
  • 11. Literatur

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