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Literatur des Desasters von Annual

Das Um-Schreiben der kolonialen Erzählung im spanisch-marokkanischen Rifkrieg. Texte zwischen 1921 und 1932

Stephanie Fleischmann

Beschreibung

In Folge des Desasters von Annual 1921, der »schmählichen« Niederlage der Spanier im Kolonialkrieg in Marokko, entsteht in Spanien eine Welle an Erzähltexten, die die Geschehnisse im Rif rechtfertigen oder verurteilen sowie ihre kulturelle, soziale und politische Bedeutung auszuloten versuchen.
Ausgehend von postkolonialen Theorien, die zugleich mittels Ereignistheorien einer kritischen Revision unterzogen werden, nimmt Stephanie Fleischmanns kulturwissenschaftliche Analyse dieser Texte einen historischen Moment in den Blick, in dem die koloniale Erzählung in ein Zeugnis existentieller Fremdheitserfahrungen umschlägt.

Beschreibung

Stephanie Fleischmann ist Kultur- und Literaturwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die hispano-afrikanische Literatur- und Kulturgeschichte sowie neuere lateinamerikanische Literatur.

Kritik

»Dass Stephanie Fleischmann das weitgehend unbekannte Textuniversum der 'Literatur des Desasters von Annual' und deren kulturelle Tiefendimension auf so hohem Niveau erschlossen hat, kann man [...] nur als Glücksfall bezeichnen.«
Christian von Tschilschke, Romanische Studien, 3 (2016)

Besprochen in:

Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft, 11 (2013)

Inhaltsverzeichnis

  • Cover Literatur des Desasters von Annual
  • Inhalt
  • Einleitung
  • 1. Theoretische und historische Rahmung
  • 1.1 Symbolische Strukturen: Postkoloniale Theoriegrundlagen
  • 1.2 Über die Realität und Medialität des Ereignisses
  • 1.3 Historische Rahmung
  • 2. Das koloniale Desaster und die vergüenza: Nachahmung und Verschiebung in der Marokko-Kriegsliteratur
  • 2.1 Das Scheitern des Epischen
  • 2.2 Ernesto Giménez Caballeros Notas marruecas de un soldado (1923): Das koloniale Stigma und seine nationalistische Kompensation
  • 2.3 Narzissmus, Schuld und Paranoia: Víctor Ruiz Albéniz’¡Kelb Rumi! (1922)
  • 3. Die Vergeschlechtlichung des kolonialen Desasters: Männliche Verbarrikadierungen und Dammbrüche an der Kontaktlinie
  • 3.1 Afrikanistische Männlichkeit und die geschlechtlichen Implikationen des Desasters
  • 3.2 Gregorio Corrochanos ¡Mektub! (1926): Das Desaster als selbsterfüllende Prophezeiung eines weiblichen Verrats
  • 3.3 José Díaz Fernández’ El blocao (1928): Sexuelle Frustration und Triebeinbrüche im militärischen Außenposten
  • 4. Grenzerfahrung, Subalternität und Trauma: Der Marokko-Krieg und die DissemiNation
  • 4.1 Entsendung: Marginalität und Erlösung in der Narration der Legion
  • 4.2 Heimsuchung: Fermín Galáns La Barbarie Organizada (1926/1931)
  • 4.3 Erzählung ohne Heimkehr: Über sprachliche Ohnmacht und traumatische Subjektivität
  • 4.4 Ankunft: Politische Ermächtigung und Gedächtnisstiftung in Eliseo Vidals ¡¡¡Los muertos de Annual ya son vengados!!! (1932)
  • 5. Vom orientalischen Chronotop zur Raum-Zeit des Absurden
  • 5.1 Außenposten der Zivilisation und Inseln der Barbarei: Raum und Zeit im sistema de posiciones
  • 5.2 Ramón Senders Imán (1930): Annual, Chronotop des Absurden
  • Epilog
  • Literaturverzeichnis

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