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Kulturfaire und prognostisch valide Erfassung des phonologischen Arbeitsgedächtnisses bei Kindern mit Migrationshintergrund

Marco Ennemoser, Soulemanou Pepouna und Nils Hartung

Diese Publikation zitieren

Marco Ennemoser, Soulemanou Pepouna, Nils Hartung, Kulturfaire und prognostisch valide Erfassung des phonologischen Arbeitsgedächtnisses bei Kindern mit Migrationshintergrund (07.05.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0340-4099, 2012 #1, S.26

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Das Nachsprechen von Kunstwörtern gilt im Bereich der Sprachdiagnostik als wichtiger Indikator für das phonologische Arbeitsgedächtnis und spielt im Rahmen von Screening-Verfahren zur Früherkennung von Risikokindern eine große Rolle. Ferner wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass Kunstwörter ein weitgehend kulturfaires Aufgabenformat darstellen, da es sich hierbei unabhängig -- von der jeweiligen Herkunftssprache um unbekanntes Wortmaterial handelt. Dabei bleibt weitgehend unberücksichtigt, dass die üblicherweise verwendeten Kunstwörter auf der Phonetik und Phonotaktik des Deutschen basieren, so dass eine Konfundierung mit dem sprachlichen Vorwissen sehr wahrscheinlich ist. Die vorliegende Untersuchung geht der Frage nach, inwieweit die Leistungen im Nachsprechen von Kunstwörtern sowie deren prognostische Validität von der phonetisch- honotaktischen Vertrautheit mit dem Wortmaterial beeinflusst werden. Zu diesem Zweck wurden 62 Risikokinder mit unterschiedlichen Herkunftssprachen untersucht (deutsch, türkisch, russisch). Erwartungsgemäß zeigten Kinder bei Kunstwörtern, die auf der Phonotaktik einer für sie fremden Sprache basierten, deutlich schwächere Nachsprechleistungen. Zudem hatten diese "fremdsprachlichen" Kunstwörter bei Migrantenkindern einen höheren prädiktiven Wert für die nachfolgende Entwicklung des Sprachverständnisses, als Kunstwörter, die an das Deutsche oder an die jeweilige Erstsprache angelehnt waren.

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