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Auf den Spuren von Diskurs, Traum und Wirklichkeit der architektonischen Formgebung in Decrolys Ermitage

Frederik Herman und Marc Depaepe

Diese Publikation zitieren

Frederik Herman, Marc Depaepe, Auf den Spuren von Diskurs, Traum und Wirklichkeit der architektonischen Formgebung in Decrolys Ermitage (2011), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0044-3247, 2011 #06, S.928

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Beschreibung / Abstract

Zusammenfassung: Der Aufbau dieses Beitrags ist dreigliedrig. Zunächst versuchen wir, den Diskurs der Decrolyaner in Bezug auf die Schularchitektur zu erforschen. Auf der Grundlage von Originalquellen beleuchten wir die Art und Weise, in der das Denken über Schulbau bei Decroly und seinen Anhängern im materiellen Nachlass zum Ausdruck gekommen ist. Anschließend wird Decroly´s eigener Schulstandort beschrieben und die Frage aufgeworfen, wie die bebaute Umgebung mit in die pädagogische Praxis einbezogen wurde. Im letzten Abschnitt betrachten wir den utopischen Entwurf der Architekten Renaat Braem (der heute noch immer als einer der bedeutendsten Vertreter der modernen Architektur und des modernen Städtebaus in Belgien gilt) und Jack Sokol aus dem Jahre 1946. Es war ein größenwahnsinniges Projekt, das sowohl von den genannten Architekten als auch von den Decrolyanern als Bruch mit den bestehenden Schulgebäuden, den alten Tempeln der Pädagogik, in denen man sich auch zum alten Glauben an die Didaktik bekannte, beschrieben wurde. Es schließt sich an das Gedankengut eines internationalen Plädoyers an, das während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts besonders in reformpädagogischen Kreisen diskutiert wurde. Dass die Decrolyaner letztendlich doch kein Projekt der erneuernden Architektur realisiert haben, hatte denn auch weniger mit ihrem bleibenden Argwohn gegen den einen oder anderen schularchitektonischen Determinismus zu tun, der dem Schulgebäude den Vorrang vor dessen flexiblem Gebrauch im Rahmen der aktiven Methode der neuen Schule einräumt, sondern schlichtweg mit finanziellen Engpässen.

Stichwörter: Schularchitektur, Belgien, Schulgebäude



Abstract: The contribution is divided into three parts, first, we try to uncover the Decrolyians´ discourse concerning school architecture. On the basis of original sources, we look at the manner in which Decroly´s and his disciples´ thoughts on school buildings expressed themselves in the material heritage. Subsequently, Decroly´s own school location is described and the question is raised as to how the developed environment was integrated into the pedagogical practice. In the final section, we study the utopian blue-print by the architects Renaat Braem (who nowadays is still considered one of the most important representatives of modern architecture and modern urban development in Belgium) and Jack Sokol, dating back to 1946. This had been a megalomaniacal project which was described both by the archtitects mentioned above and by the Decrolyians as a break with the existing school buildings, the ancient temples of pedagogy, in which one professed one´s faith in the old didactics. It links up with the body of thought of an international plea which had been discussed during the first half of the 20th century, mainly in reform-pedagogical circles. The fact that the Decrolyians did, in the end, not realize their project of a renewable architecture was not so much the result of their persistent skepticism regarding one or the other school-architectonic determinism, which would transport the school building beyond the pre-eminence of its flexible use within the framework of the active method, it was simply due to limited financial resources.

Key words: school architecture, school buildings, Belgium

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