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Vom "Mut zur Erziehung" zur konfrontativen Pädagogik

Albert Scherr

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Albert Scherr, Vom "Mut zur Erziehung" zur konfrontativen Pädagogik (05.08.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 0012-0332, 2008 #8, S.325

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Um pädagogisch-konzeptionelle Grundlagen einer Jugendbildung mit einem emanzipatorischen politischen Anspruch geht es im Beitrag von Albert Scherr. Der Autor setzt sich streitbar mit neueren Tendenzen auseinander, die eine emanzipatorische Ausrichtung von Jugendhilfe und Jugendarbeit diskreditieren und die Pädagogik in einen anschwellenden politischen und massenmedialen Sicherheits- und Kontrolldiskurs einzupassen wollen. Scherr argumentiert gegen Versuche, eine autoritäre Ordnungspädagogik als zeitgemäße Antwort auf die Situation heutiger Jugendlicher darzustellen. Er sieht einen Paradigmenwechsel mit Bestrebungen, die Prämissen einer demokratisch-emanzipatorischen Pädagogik zu verabschieden. Scherr setzt sich u.a. mit der sogenannten konfrontativen Pädagogik auseinander und wendet sich gegen Versuche, an die Stelle einer sozialwissenschaftlichen und gesellschaftskritischen Fundierung der Arbeit mit problembehafteten Jugendlichen eine individualisierende Täterorientierung zu setzen. Konfrontative Pädagogik und auch Erlebnispädagogik, so der Autor, seien letztlich Empowerment für die Pädagoginnen und Pädagogen selbst, aber nicht für die betroffenen Jugendlichen. Die Handlungsfähigkeit der Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter resultiere aus dem Versprechen, dass sich problematische Verhaltensweisen Jugendlicher an Einzelnen abtrainieren ließen, Veränderungen ihrer sozialen Lebensbedingungen gerieten damit aus dem Blick. Scherr versteht dies als eine Pädagogik der Entpolitisierung, als einen Schritt von der Sozialpädagogik zur Individualpädagogik. Gleichzeitig, so Scherr, werden in Zeiten zunehmender gesellschaftliche Spannungen sozialstaatliche Hilfen tendenziell durch eine Politik der Kriminalisierung ersetzt.

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