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Zur Kritik von Ressourcenansatz und Resilienzkonzept

Thomas von Freyberg und Angelika Wolff

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Thomas von Freyberg, Angelika Wolff, Zur Kritik von Ressourcenansatz und Resilienzkonzept (06.12.2021), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 1866-9344, 2011 #2, S.136

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Zusammenfassung: Ausgehend von der fortbestehenden Akzeptanz des Ressourcenansatzes in der Sozial- und Sonderpädagogik und dessen enger Verknüpfung mit dem Resilienzkonzept werden eine Reihe kritischer Einwände vorgetragen: Ressourcenansatz und Resilienzkonzept sind nicht geeignet, (1) die schweren Störungen und Konflikte schwieriger Kinder und Jugendlicher zu verstehen, (2) den Anteil der Institutionen öffentlicher Erziehung und Bildung an entgleisten und gestörten Bildungsprozessen zu identifizieren, (3) die Folgen struktureller Verantwortungslosigkeit bei den Professionellen der öffentlichen Bildung und Erziehung zu begreifen. Gegen eine Verharmlosung der schweren Störungen in den Lern- und Bildungsprozessen schwieriger Kinder und Jugendlicher, gegen eine Verleugnung vonAbhängigkeit und struktureller Verantwortungslosigkeit bei den zuständigen Professionellen und gegen die Ausblendung der gesellschaftlichen Grenzen öffentlicher Bildung und Erziehung wird ein Perspektivwechsel vorgeschlagen: auf die gesellschaftlichen und institutionellenVoraussetzungen einer mündigen Pädagogik, die fähig und bereit ist zu struktureller Verantwortlichkeit, zu professionellem Widerstand und zum Austragen von Konflikten -- Schlüsselbegriffe: Ressourcenansatz, Resilienzkonzept, Arbeitsbündnisse, pädagogischer Jargon, strukturelle Verantwortung, Widerstandskraft und Konfliktfähigkeit -- -- Abstract: In social pedagogy and special needs education, the resource-based view and, associated with this, the concept of resilience are broadly accepted. Against this mainstream perspective, it is argued that the resource-based view and the concept of resilience are not able (1) to help understand the serious disorders of handful children and adolescents, (2) to identify the contribution of institutions of public education to disordered or "derailed" processes of education, and (3) to grasp the consequences of structural irresponsibility on the part of the professionals in public education. A shift in perspective is proposed that looks into the social and institutional preconditions for mature pedagogy, i.e. a style of education that is able and willing to accept structural responsibility, offer professional resistance and carry out conflicts. Such an alternative perspective avoids trivializing the serious blockages in the development and education processes of handful kids, acknowledges the dependence and structural irresponsibility of education professionals, and accepts the social and political limits of public education. -- Keywords: resource-based view, concept of resilience, working alliance, pedagogic jargon, structural responsibility, resistance, ability to deal with conflict

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