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Praktische Gewissheit und die Rationalität zweiter Ordnung.

Zur gesellschaftstheoretischen Analyse des impliziten Wissens

Joachim Renn

Diese Publikation zitieren

Joachim Renn, Praktische Gewissheit und die Rationalität zweiter Ordnung. (20.02.2020), Beltz Juventa, 69469 Weinheim, ISSN: 2195-0695, 2013 #1, S.56

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Beschreibung / Abstract

Die Schwierigkeit, Kriterien für die Rationalität der Beziehungen zwischen gesellschaftlich differenzierten Rationalitätskriterien und -bereichen anzugeben, gibt Anlass für eine Verlagerung des Fokus der zentralen soziologischen Rationalitäts-Frage. Eine Theorie gesellschaftlicher Rationalität und Rationalisierung profitiert deswegen weniger von der eventuellen Ausweisung normativer Grundlagen einer kritischen Soziologie oder von der womöglich abschließenden Evaluation der Tauglichkeit von Modellen des "rationalen Entscheiders" als von der Bearbeitung der Frage nach der Rationalität der Übergänge zwischen generalisierten Normen bzw. Regeln und Kriterien und jeweils spezifischen Kontexten ihrer Anwendung. Auf dem Wege der Bearbeitung dieser Frage kann zugleich der rationale Status des - traditional als kognitiv inferior betrachteten - impliziten bzw. praktischen Wissens freigelegt als auch die Relevanz eines solchermaßen handlungstheoretisch rehabilitierten impliziten Wissens für Fragen der Rationalität von differenzierten Makroordnungen erschlossen werden.

Schlagwörter: Rationalität, Rationalisierung, Gesellschaftstheorie, Handlungstheorie, Differenzierung, implizites Wissen, Praxis, Regelfolge, Übersetzung, Habermas, Weber, Luhmann



The question, according to which criterion the rationality of relations between socially differentiated rationalities ought to be evaluated, is a great challenge for every sociological concept of rationality at all. Instead of focusing on the normative questions of institutionalized reason or methodological questions about the utility of models of rational choice, sociological theory may take advantage of a reconstruction of the rational character and function of tacit knowledge with regard to macro-level structures. The paper connects a revisionary reading of the concept of tacit knowledge with the second order problem of societal rationality by focusing on the passages between differentiated macro-level-rationalities.

Keywords: rationality, rationalization, theory of society, action theory, social differentiation, tacit knowledge, practices, rule-following, translation, Habermas, Weber, Luhmann



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