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Mädchen und Armut - Lebenslagen und Bewältigungsformen

Susann Fegter

Beschreibung

Kinderarmut hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Thema der Öffentlichkeit entwickelt und dies nicht nur in Deutschland sondern international (Andresen/Fegter 2011). Diese Entwicklung hängt nicht nur mit einem Interesse am individuellen Wohl des einzelnen Kindes zusammen, sondern auch mit ökonomischen Interessen und der Entdeckung von Kindern als Humankapital (vgl. Mierendorff 2011). Die Ungerechtigkeit und Benachteiligung, die sich für Kinder mit einem Aufwachsen in Armut verbinden, sind zugleich aus pädagogischer und sozialstaatlicher Perspektive nicht haltbar. Den World Vision Kinderstudien war es daher seit ihrem Beginn im Jahr 2007 ein besonderes Anliegen, die konkreten Auswirkungen von Armut auf das Leben von Jungen und Mädchen herauszustellen.

Bevor dies im folgenden Artikel auf der Grundlage der zweiten World Vision Kinderstudie von 2010 ausgeführt und mit Befunden der Bepanthen-Kinderarmutsstudie (Andresen/Fegter 2009) ergänzt wird, beginnt der Beitrag mit einer Einordnung in die gegenwärtig auch international intensiv geführte Diskussion darum, was unter Armut verstanden wird und ob es einen besonderen Begriff von Kinderarmut braucht. Dahinter steht die Frage, ob Kinder in spezifischer Weise von Armut betroffen sind, zum Beispiel in der Form, dass sich ein Aufwachsen in Armut besonders nachhaltig auf ihr Leben auswirkt. Was also ist gemeint, wenn von Kinderarmut gesprochen wird? Wie sind die Zahlen und Trends der letzten Jahre in Deutschland? Worin unterscheiden sich die Kindheiten von Mädchen die Armut erleben gegenüber Mädchen, die hiervon unbelastet aufwachsen? Und welche Hinweise gibt es zu der Frage, ob Mädchen Armut anders erleben und bewältigen als Jungen?



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