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Frankokaribische Literatur

Ralph Ludwig

Diese Publikation zitieren

Ralph Ludwig, Frankokaribische Literatur (2008), Narr Francke Attempto, 72070 Tübingen, ISBN: 9783823373520

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Literatur aus der ´französischen´ Karibik - der von den Franzosen kolonisierten Karibik - stellt heute für den europäischen Leser ein Faszinosum dar, das nicht nur mit der Anziehungskraft einer wie auch immer gearteten Exotik erklärt werden kann. Die frankokaribische Literatur gehört zu den lebendigsten Literaturen der Frankophonie: sie ist ein Kreuzungspunkt der Nationen und versammelt Kulturtraditionen von indianischen, europäischen, afrikanischen und asiatischen Bevölkerungsgruppen. Doch war die Plantagengesellschaft, also die für das karibische Archipel rund drei Jahrhunderte bestimmende Organisationsform, kein Ort friedlicher Synthese der Kulturen - so wurde etwa die indianische Kultur der Arawak und Kariben bis auf wenige Spuren ausgelöscht, konnten sich afrikanische Mythen etwa nur im religiösen Bereich halten, hat die indische Minorität, eine der jüngsten Zuwanderergruppen, erst seit wenigen Jahrzehnten zu neuem Selbstbewusstsein gefunden. Das historische Durchleben und ästhetische Sublimieren der Erfahrungen von Kolonialisierung und Migration machen daher den gemeinsamen Nenner und zugleich auch die Vielfalt der frankokaribischen Literatur aus. Dabei schöpfen die Autoren aus einem reichen Schatz mündlicher Tradition, aus den Erlebnissen und kreolischen Gewohnheiten des Alltags, aus den überlieferten Mythen. Sie finden im Exotismus und Indigenismus, der Négritude, Antillanité und Créolité oder auch im magischen Realismus vielfältige, sehr unterschiedliche Antworten auf die Fragen nach der eigenen literarischen und historischen Identität. Am Ende erweisen sich die frankokaribischen Literaturen als Steine eines Mosaiks, hinter dessen verschiedenen Teilen das Ganze schemenhaft sichtbar wird.

Beschreibung

Ralph Ludwig ist Professor für Romanische Sprachwissenschaft an der
Martin-Luther-Universität Halle

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • 1 Grundfragen
  • 1.1 Die Karibik als Kreuzungspunkt der Nationen:Kulturkontakt und Kreolisierung als moderne Erfahrung
  • 1.2 Diglossische Spaltung als ästhetische Quelle
  • 1.3 Saint-John Perse oder die Schwierigkeit,„karibische Literatur” zu bestimmen
  • 2 Gekreuzte Perspektiven: kulturelle undidentitäre Wege der antillanischen Gesellschaft
  • 2.1 Literatur als Teilganzes –Erinnerungs- und Identitätsarbeit
  • 2.2 Orte – Ziele – gekreuzte Interessen
  • 2.3 Artikulationen von Selbst- und Fremdverständnis
  • 2.4 Wahrnehmungen von Zeit und Weg
  • 2.5 Wahrnehmungen der Natur und ihrer Gewalten
  • 2.6 Sprachkontakte – Mündlichkeit und Schriftlichkeit
  • 3 Etappen
  • 3.1 Das 19. Jahrhundert: Europäische Dominanzim kulturell-ästhetischen Selbstverständnis
  • 3.2 Der haitianische Indigenismus als politisch-literarischeGegenreaktion
  • 3.3 Die französische Karibik: vom Exotismus zur Négritude
  • 3.4 Die haitianische Überwindung der Négritude: JacquesStephen Alexis und das Feld des magischen Realismus
  • 4 Gestern und Morgen der antillanischen Literatur:Édouard Glissant
  • 4.1 Glissant als Antithese
  • 4.2 Fragment und Dunkelheit
  • 4.3 Geschichte, non-histoire und chaos-monde
  • 4.4 Vom chaos-monde zum Tout-monde
  • 5 Perspektiven:Ein verändertes Wirklichkeitsverhältnisder frankokaribischen Literatur
  • 6 Entwicklungen der haitianischen Literatur
  • 6.1 Schreiben zwischen Kreolisch und Französisch
  • 6.2 Vermittlungen zwischen Räumen und Diskursen
  • 7 Perspektiven der Literatur von Guadeloupe,Martinique und Französisch-Guayana
  • 7.1 Oszillationen: Afrika, Europa und die Antillen –Oralität und Literalität
  • 7.2 Die Créolité
  • 7.3 Kontinuitäten und Diskontinuitäten
  • 8 Schlussbemerkung
  • 9 Zitierte Literatur
  • 9.1 Literarische und kritische Werke karibischer Autoren
  • 9.2 Sammelpublikationen und Anthologien
  • 9.3 Historische und kulturgeschichtliche Werke
  • 9.4 Weitere Referenzen

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