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Medialer Dialog

Henrike Manuwald

Diese Publikation zitieren

Henrike Manuwald, Medialer Dialog (2008), Narr Francke Attempto, 72070 Tübingen, ISBN: 9783772052606

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung / Abstract

Text und Bild waren in der um 1270/75 entstandenen ´Großen Bilderhandschrift´ des Willehalm Wolframs von Eschenbach kontinuierlich einander gegenüber gestellt. Im vollständigen Zustand muss diese einzigartige volkssprachige Epenhandschrift, von der nur noch Fragmente vorhanden sind, nahezu 1300 Zeichnungen enthalten haben - eine Bilderfülle, die selbst in Handschriften mit geistlichem Inhalt nicht die Regel ist. Um den Besonderheiten dieser viel diskutierten Handschrift näherzukommen, ist in der vorliegenden Arbeit eine auf sie abgestimmte Methodik entwickelt worden: Mit einer Kombination von Ansätzen aus Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Kodikologie und Semiotik werden die Fragmente detailliert untersucht und die Funktionen von Text und Bild neu bestimmt. Auf dieser Grundlage lässt sich die ´Große Bilderhandschrift´ trotz ihrer Ausnahmestellung in ein Netz volkssprachiger und lateinischer Vergleichshandschriften einordnen. Im Ergebnis erscheint die Bilderfülle medienhistorisch nicht als Reflexion eines Übergangs von einer mündlichen zu einer schriftlichen Kultur (wie vorgeschlagen wurde), sondern als eine in der Schriftkultur verankerte Würdigung des Willehalm-Textes.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Vorwort
  • 1. Einleitung
  • 1.1 Einführung in die Thematik
  • 1.2 Forschungsüberblick und Desiderate der Forschung
  • 2. Methodologische Überlegungen
  • 2.1 Die ‹Große Bilderhandschrift› als Untersuchungsgegenstandder Text-Bild-Forschung: Terminologische Fragen
  • 2.2 Disziplinspezifische Herangehensweisenin der Text-Bild-Forschung
  • 2.3 Semiotik als transdisziplinärer Lösungsansatz?
  • 2.4 Das Problem der Vergleichbarkeit von Texten und Bildern
  • 2.5 Vorgehensweise
  • 2.6 Methodischer Vorbehalt: Der Fragmentcharakterder Handschrift
  • 3. Kodikologische Aspekte
  • 3.1 Kodikologische Analyse
  • 3.2 Arbeitsabläufe bei der Herstellung
  • 3.3 Schlussfolgerungen
  • 4. Der Text
  • 4.1 Das Werk als Ganzes und seine Überlieferung:Fragen der Gattungszuordnung
  • 4.2 Inhaltliche Einordnung der zu den erhaltenen Fragmentengehörigen Textpartien
  • 4.3 Die Textversion der Fragmente
  • 4.4 Schreibsprachliche Merkmale
  • 4.5 Narratologische Analyse der zu den erhaltenen Fragmentengehörigen Textpartien
  • 4.6 Visualität und Zeichensysteme im Text
  • 5. Die Bilder
  • 5.1 Die Prinzipien der Bildanlage
  • 5.2 Die Sprache der einzelnen Bilder
  • 5.3 Bildsequenzen
  • 5.4 Die Narrativität der Bilder
  • 6. Verhältnis von Text und Bildern
  • 6.1 Struktureller Vergleich
  • 6.2 Die Visualität des Textes und die Bilder
  • 6.3 Die Bilder als Rezeptionszeugnis
  • 6.4 Äquivalenz- und Informationsrelationen
  • 7. Mediale Übersetzungsprozesse
  • 7.1 Produktionsästhetische Aspekte
  • 7.2 Rezeptionsästhetische Überlegungen
  • 8. Kontextualisierung der kodikologischenMerkmale der ‹Grossen Bilderhandschrift›
  • 8.1 Seitenaufteilung
  • 8.2 Verweiszeichen
  • 8.3 Initialengliederung und Schriftart
  • 8.4 Rahmenlose Federzeichnungen auf Pergamentgrund
  • 8.5 Bilderanzahl
  • 8.6 Schlussfolgerungen
  • 9. Kontextualisierung der Bildersprache der‹Grossen Bilderhandschrift›
  • 9.1 Abbreviaturen
  • 9.2 Attributive Zuordnungen
  • 9.3 Darstellung von Redegegenständen
  • 9.4 Bedeutungsfunktion der Gestik
  • 9.5 Koexistenz verschiedener Realitätsebenen: Ich-Figurenund sprachliche Bilder in den Illustrationen
  • 9.6 Eine volkssprachige Ikonographie?
  • 10. Die ‹Grosse Bilderhandschrift› im Kontextvon Handschriften aus demselben‹Werkstattzusammenhang›
  • 10.1 Die Berliner Pantheon-Fragmente
  • 10.2 Die Bilderhandschriften des Sachsenspiegels
  • 10.3 Folgerungen für die ‹Große Bilderhandschrift›
  • 11. Die ‹Grosse Bilderhandschrift› im Kontextillustrierter Handschriften aus derselben Region
  • 11.1 Versuch einer stilistischen Lokalisierung der Bilderder ‹Großen Bilderhandschrift›
  • 11.2 Die Gothaer Handschrift der Sächsischen Weltchronik
  • 11.3 Das Jenaer Martyrologium
  • 11.4 Die Bilderhandschriften des Apokalypsekommentarsdes Alexander Minorita
  • 11.5 Innovative Illustrationskonzepte im nord- undostmitteldeutschen Raum
  • 12. Fazit: Die ‹Grosse Bilderhandschrift›als komplexes Zeichensystem
  • 13. Dokumentationsteil
  • 13.1 Transkription
  • 13.2 Inhaltliche Zuordnung der Bilder zum Text
  • 13.3 Literaturverzeichnis
  • 13.4 Abbildungsnachweis
  • 13.5 Verzeichnis der Handschriften- und Bibliothekssiglen
  • 13.6 Register

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