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Soziologie des Genozids

Stefan Friedrich

Beschreibung

Soziologische Forschungen zu kollektiver Gewalt haben Genozide bis heute selten explizit in den Fokus genommen. Friedrichs Studie zeigt in einer kritischen Rekonstruktion zentraler Ansätze soziologisch orientierter Beschäftigungen mit Gewalt, dass dieses auffällige Desiderat bereits im Theoriedesign und den Paradigmen der jeweils zugrunde gelegten Analysemodelle begründet ist. Entwickelt wird ein analytischer Ansatz, mit dem die Soziologie Antworten auf die Frage geben kann, wie sich eine "genozidale Gesellschaft" konstituiert, in der Völkermorde als politische Option erscheinen und eine Verwirklichung erfahren.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Dank
  • 1. Einleitung
  • 1.1 Ausgangspunkt und Leitfragen
  • 1.2 Stand der Forschung: Theoriemuster zur Analyse von kollektiver Gewalt und Genozid in modernen Gesellschaften
  • 1.3 Forschungsdesiderate
  • 1.4 Aufbau, Zielsetzung und Leitthesen der Arbeit
  • 2. Genozid und Kollektivgewalt als Gegenstand der Soziologie?
  • 2.1 Der Nationalsozialismus als Herausforderung für die Soziologie: Vom Selbstverständnis einer Wissenschaft
  • 2.2 Gesellschaft zwischen Konsens und Konflikt: Kollektivgewalt und Genozid als Niemandsland soziologischen Denkens
  • 2.2.1 Talcott Parsons: Strukturfunktionalistische Zugänge
  • 2.2.1.1 Parsons’ allgemeine Theorie über die Entstehungsbedingungen faschistischer Bewegungen
  • 2.2.1.2 Nationalsozialismus und ›deutscher Sonderweg‹: Parsons’ Erklärung der Entstehungsbedingungen nationalsozialistischer Herrschaft
  • 2.2.1.3 Zwischen Grundlegungslogik der Soziologie und historischer Analyse: Parsons’ Erklärung von Aggression und Kollektivgewalt
  • 2.2.2 Ralf Dahrendorf: Konflikttheoretische Zugänge
  • 2.2.2.1 Dahrendorfs Grundlegung der Soziologie als Wissenschaft des sozialen Konflikts
  • 2.2.2.2 Von den vermeintlichen Grenzen soziologischer Theoriebildung: Dahrendorfs Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
  • 2.3 Gesellschaft zwischen Ordnung und Konflikt: Von den Ursachen kollektiver Gewaltphänomene
  • 2.3.1 Kollektive Gewalt als Phänomen reaktiven Verhaltens: Gewalttheorien zwischen Strukturfunktionalismus und Sozialpsychologie
  • 2.3.2 Kollektive Gewalt als Phänomen kollektiven Handelns: Gewalttheorien zwischen Konflikttheorie und historischer Soziologie
  • 2.3.2.1 Konflikt, Gewalt und Genozid: Die Grenzen des konflikttheoretischen Paradigmas
  • 2.4 Genozid als Gegenstand der Soziologie?: Zum Verhältnis von Geschichte und Soziologie
  • 3. Soziologie und Genozid: Zwischen Generalisierung, Modellbildung und Individualisierung
  • 3.1 Zivilisations- und modernitätstheoretische Zugänge: Ansätze zu einer makrosoziologisch orientierten historischen Soziologie des Genozids
  • 3.1.1 Shmuel Noah Eisenstadt: Zum zivilisatorischen Kern von Genozid und Kollektivgewalt
  • 3.1.2 Zygmunt Bauman: Barbarei durch Modernität
  • 3.2 Generalisierung und Vergleich oder: Auf der Suche nach dem ›Warum?‹
  • 3.2.1 Komparative Genozidforschung zwischen Theoriebildung und Geschichte: Definitionen, Typologien und Modelle
  • 3.2.2 Strukturbedingungen des Genozids
  • 3.3 Die Soziologie der Gewalt oder: Das ›Was‹ und ›Wie‹ der Gewalt
  • 4. Genozid und Sozialtheorie: Überlegungen zur Kontur und den Konstitutionsbedingungen einer Tätergesellschaft
  • 4.1 Max Weber: Zwischen Geschichte, Kultur und Gesellschaft
  • 4.2 Cornelius Castoriadis: Geschichte und Gesellschaft als symbolisch vermittelter Institutionenzusammenhang
  • 5. Resümee
  • Bibliographie

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