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Nihilistisches Geschichtsdenken

Marcus Andreas Born

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Marcus Andreas Born, Nihilistisches Geschichtsdenken (2010), Wilhelm Fink Verlag, 33098 Paderborn, ISBN: 9783846750490

Beschreibung

Mit dem proklamierten "Tod Gottes" stellt Friedrich Nietzsche auch das Geschichtsdenken vor große Herausforderungen. Seine Wendung gegen vermeintlich absolute Standpunkte bedeutet jedoch keinesfalls einen Verzicht darauf, über Vergangenes zu urteilen.
Stattdessen verlangt er, in der Geschichtserkenntnis die eigenen (nihilistischen) Grundlagen zu reflektieren. Gerade Elemente wie der menschliche Leib und das Machtstreben, die Nietzsche in der philosophischen Tradition vernachlässigt sieht, können zum positiven Bestandteil einer genealogischen Geschichtserkenntnis werden. Dadurch, dass der Erkennende eingesteht, dass sein eigener Standpunkt perspektivisch ist, kann der Geschichte in einem endlichen Horizont ein starkes Gewicht gegeben werden. Hierbei soll die Denkfigur einer auf Erkenntnis ausgerichteten Feindesliebe zeigen, dass der Interpret seine Thesen weder absolut setzen noch relativieren muss. Die Frage nach blinden Flecken, die Nietzsches Denken insbesondere im Umgang mit seinen Idealgegnern Sokrates und Jesus prägen, folgt somit seiner Aufforderung, auch seine Gedanken auf ihre Genesis hin zu untersuchen.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • VORWORT
  • EINLEITUNG: ZUR GENEALOGISCHEN GESCHICHTSSCHREIBUNG
  • 1. Die Erkenntnis der Genealogie
  • 2. Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben
  • a) Monumentalische Historie
  • b) Antiquarische Historie
  • c) Kritische Historie
  • 3. Zur fortwährenden Selbstüberwindung des Lebens
  • 4. Die Differenz zwischen Ursprung und Zweck
  • 5. Der flüssige Sinn von Geschichte
  • 6. Genealogie als methodische Forderung
  • ERSTER TEIL: EINE GENEALOGIE DES NIHILISMUS
  • I. Sokrates und die Heraufkunft des Nihilismus
  • 1. Der Sokratische Intellektualismus
  • 2. Die Aufnahme des sokratischen Denkens in Griechenland
  • 3. Der überwundene apollinisch-dionysische Gegenentwurf
  • 4. Fundierung der Moral im Intellekt
  • 5. Sokrates als Beispiel umgreifender Décadence
  • II. Die Selbstaufhebung des Christentums
  • 1. Jesus
  • 2. Paulus und das Christentum
  • 3. Der Sklavenaufstand in der Moral
  • 4. Décadence und Christentum
  • 5. Das asketische Ideal
  • 6. Der Wille zur Wahrheit und die Wissenschaft
  • 7. Die redliche Selbstaufhebung des Christentums
  • III. Nihilismus
  • 1. Die Herkunft der christlichen Werte
  • 2. Der Tod Gottes
  • 3. Die ewige Wiederkunft des Gleichen
  • 4. Der Nihilismus und die Umwertung aller Werte
  • 5. Exkurs: Der Nihilismus im Nachlass
  • a) Das Lenzer-Heide-Fragment
  • b) Aktiver und passiver Nihilismus
  • c) Der vollkommene Nihilismus als Umwertung aller Werte
  • ZWEITER TEIL: GESCHICHTE OHNE GOTT DENKEN
  • I. Das Telos der Geschichte
  • 1. Teleologie und das Bewusstsein von Geschichte
  • 2. Die nachträgliche Sinnbildung der Geschichte
  • 3. Destruktive und konstruktive Aspekte der Geschichtsbetrachtung
  • II. Die Macht der Interpretation
  • 1. Die interpretierte Macht
  • 2. Erkenntnis als Machtgeschehen
  • 3. Der Leib der Erkenntnis
  • 4. Die rhetorische Sprache
  • 5. Perspektiven und Interpretationen
  • III. Nietzsches Feindesliebe
  • 1. Nietzsche und die christliche Feindesliebe
  • 2. Die Forderung nach vergeistigter Feindschaft
  • 3. Erkenntnis als Kampfgeschehen
  • 4. Die zwei großen Feinde Nietzsches – Sokrates und Jesus
  • a) Sokrates
  • b) Jesus
  • 5. Liebe zur Wahrheit als Liebe zum Feind
  • DRITTER TEIL: EINE GENEALOGIE DER GENEALOGIE
  • I. Ein Bewusstsein des Bewusstseins
  • II. Der übermenschliche Atheismus
  • III. Nihilismus und Genealogie
  • VERWENDETE LITERATUR

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