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Affektives Kapital

Die Ökonomisierung der Gefühle im Arbeitsleben

Otto Penz und Birgit Sauer

Diese Publikation zitieren

Otto Penz, Birgit Sauer, Affektives Kapital (2016), Campus Frankfurt / New York, 60486 Frankfurt/Main, ISBN: 9783593419992

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung

Otto Penz lehrt Soziologie an der Universität Wien und an der Wirtschaftsuniversität Wien. Birgit Sauer ist Professorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien.

Beschreibung / Abstract

Mit dem Wandel von der industriellen zur Dienstleistungsgesellschaft werden Gefühle zu entscheidenden beruflichen Kompetenzen. Sie unterliegen der Vermarktlichung und werden zu einem Kapital. Otto Penz und Birgit Sauer entwickeln vor diesem Hintergrund in Anlehnung an Bourdieu und Foucault ein kritisches gesellschaftstheoretisches Konzept von Affekten. Sie untersuchen deren soziale und geschlechtsspezifische Prägung im Kontext neoliberaler Transformation von Erwerbsarbeit und zeigen am Beispiel einer einst staatlichen Verwaltung, nämlich der Post, wie die Fremd- und Selbstkontrolle von Affekten zu einer unternehmerischen Haltung der Arbeitskräfte beiträgt.

Das Buch behandelt sowohl die Auswirkungen affektiver Arbeit auf die Subjektivität der Beschäftigten als auch die Frage der affektiven Vergesellschaftung von Arbeitskräften im gegenwärtigen Kapitalismus. Es diskutiert, ob die Mobilisierung von Affekten zum Verschwinden der Geschlechterdifferenz führt und ob sich aus affektiven Beziehungen neue Chancen für solidarisches Handeln angesichts prekärer Arbeitsverhältnisse eröffnen.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Einleitung: Über die Ökonomisierung von Gefühlen
  • 1. Von Gefühlen, Emotionen und Affekten: Begriffliche Klärungen in einem weiten (Forschungs-)Feld
  • 1.1. Über die wissenschaftliche (Wieder-)Entdeckung von Emotionen
  • 1.2. Sozialwissenschaftliche Dimensionen von Emotionen und Gefühlen
  • 1.3. Die affektive Wende
  • 1.4. Eine machtsensible Definition von Affekten
  • 2. Von emotionaler zu affektiver Arbeit: Annäherungen an die Transformationen von Erwerbsarbeit
  • 2.1. Die ›Entdeckung‹ emotionaler Arbeit
  • 2.2. Affektive Arbeit im verkörperten Kapitalismus
  • 2.3. Affektive Arbeit und Geschlecht
  • 3. Affektives Kapital und Affekte als Regierungstechnik: eine gesellschaftstheoretische Perspektive
  • 3.1. Affektives Kapital
  • 3.2. Dispositiv, Gouvernementalität und Regieren
  • 4. Neoliberale affektive Gouvernementalität: Wandel zentraler gesellschaftlicher Felder
  • 4.1. Neoliberalismus als Regierungsrationalität
  • 4.2. Staat, Politik und Affekte
  • 4.3. Ökonomie, Konsum und Affekte
  • 5. Neoliberalisierung und Transformationen der Erwerbsarbeit
  • 5.1. Von der ›Freiheit von Arbeit‹ zur ›Freiheit in der Arbeit‹
  • 5.2. Arbeit der Subjektivierung
  • 5.3. Flexibilisierung, Prekarisierung und Entgrenzung der Erwerbsarbeit
  • 5.4. Interaktive Dienstleistungen als affektive Arbeit: das unternehmerische Selbst und neoliberale affektive Gouvernementalität
  • 6. Affektive Staatlichkeit: von der Bürokratie zur öffentlichen Dienstleistung am Beispiel Österreich
  • 6.1. Die Entwicklung Österreichs in Richtung neoliberalem Wettbewerbsstaat und Wissenskapitalismus
  • 6.2. Vom Amt zur Dienstleistung: affektive Folgen der Privatisierung der österreichischen Post
  • 6.3. Wandel der Geschlechterverhältnisse: Maskulinisierung oder Feminisierung durch affektive Arbeit?
  • 7. Affekte als gesellschaftliches Transformationspotenzial? Formen des Widerstands und der Solidarisierung im verkörperten Kapitalismus
  • 8. Fazit: affektive Herrschaft im Neoliberalismus
  • Literatur

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