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Kampf der Eliten

Das Ringen um gesellschaftliche Führung in Lateinamerika, 1810-1982

Cristóbal Rovira Kaltwasser

Diese Publikation zitieren

Cristóbal Rovira Kaltwasser, Kampf der Eliten (2009), Campus Frankfurt / New York, 60486 Frankfurt/Main, ISBN: 9783593407517

Getrackt seit 05/2018

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Beschreibung

Cristóbal Rovira Kaltwasser, Dr. phil., ist Post-Doctoral Fellow der Alexander von Humboldt- Stiftung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).

Beschreibung / Abstract

Der Elitebegriff hat besonders in den letzten Jahren Konjunktur und gewinnt fortlaufend an Brisanz. Allerdings fehlt seinem Gebrauch meist die nötige Trennschärfe: Häufig signalisiert er zum einen die Suche nach leistungsstarken gesellschaftlichen Führungskraften, zum
anderen drückt er Empörung über die »Unfähigkeit« der politischen Klasse aus. Jenseits dieses Phänomens stellt sich die Frage nach dem theoretischen Gehalt des Elitebegriffes. Inwiefern ist er relevant für die politische Theorie? Worin liegt sein analytisches Potential?
Die Antwort dieses Buches lautet: In der historisch vergleichenden Forschung, die den Kampf um gesellschaftliche Führung zwischen Eliten in den Mittelpunkt der Analyse rückt. Denn erst so lassen sich nationale Entwicklungspfade rekonstruieren, anhand derer sich
Konflikte zwischen Eliten und die Austragung dieser Konflikte herauskristallisieren. Aus diesem Blickwinkel müssen Bildung und Erneuerung der Eliten als Prozesse von langer Dauer verstanden werden, die entscheidend für die historische Entwicklung aller Gesellschaften sind.

Auf Grundlage dieser theoretischen Diskussion untersucht das Buch die Geschichte Lateinamerikas von der politischen Emanzipation von Europa bis zum ökonomischen Zusammenbruch von 1982. Dabei stehen Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko im Fokus, so dass vier Länder im Detail vergleichend untersucht werden. Der Autor lenkt den Blick auf die Frage, inwiefern gemeinsame Probleme - etwa die politische Unabhängigkeit von Europa, die Formierung des Staates oder der Umgang mit der sozialen Frage - von den jeweiligen Eliten eines Landes unterschiedlich wahrgenommen und gelöst worden sind. Im Gegensatz zu europäischen Diskursen, die Lateinamerika vielfach romantisieren (andauernde Aufstände und Aufstieg charismatischer Führer) oder degradieren (permanente Korruption und Unterentwicklung), bietet dieses Buch eine nüchterne Darstellung dieser komplexen Region. Statt sie zu exotisieren, wird demonstriert, dass sich aus dem Kampf zwischen den jeweiligen Eliten wesentliche Weichenstellungen ergeben haben, anhand derer sich historische Entwicklungspfade rekonstruieren lassen.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • Vorbemerkung
  • Vorwort von Herfried Münkler
  • 1. Einleitung
  • Teil I: Theoretische Diskussion
  • 2. Zur Rekonstruktion der klassischen Elitentheorie
  • 3. Eliten: Umriss eines mehrdeutigen Forschungsgegenstandes
  • 4. Zu einer historischen Analyse der Eliten
  • Teil II: Historische Analyse
  • 5. Die Unabhängigkeit und die Suche der Eliten nach einer neuen Ordnung (ca. 1810–1880)
  • 6. Autoritäts- und Machtkonsolidierung der Eliten in der oligarchischen Ordnung (ca. 1880–1929)
  • 7. Aufstieg und Niedergang der nationalpopulären Ordnung (ca. 1929–1982)
  • 8. Kampf der Eliten und Formierung von Entwicklungspfaden: jenseits der Exotisierung Lateinamerikas
  • 9. Literatur

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