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Zwischen Trauma und Rechtfertigung

Wie sich ehemalige Wehrmachtssoldaten an den Krieg erinnern

Ute Mank

Diese Publikation zitieren

Ute Mank, Zwischen Trauma und Rechtfertigung (2011), Campus Frankfurt / New York, 60486 Frankfurt/Main, ISBN: 9783593411323

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Beschreibung

Ute Mank, Dr. phil., Diplom-Pädagogin, ist freiberuflich in den Bereichen Erwachsenenbildung und Journalismus tätig.

Beschreibung / Abstract

Viel wurde in den letzten 20 Jahren über die Schuld der Wehrmacht und ihrer Soldaten an den NS-Kriegsverbrechen geschrieben. Ute Mank hat neun von ihnen intensiv befragt und ihnen zugehört, ohne sie zu konfrontieren oder zu belehren. Aus diesem Erinnerungsmaterial hat sie die verborgenen und verleugneten Ebenen des Themas herausgefiltert: Sie identifiziert Hingabe an Hitler, den Wunsch nach Aufwertung, anhaltenden Antisemitismus und Enttäuschung darüber, dass die grandiose Zukunft ausgefallen ist. Ihr Buch ist eine intime Auseinandersetzung mit Schuld und Verdrängung. Darüber hinaus aber sind die hier untersuchten Erinnerungen ein Vermächtnis, das uns alle angeht.

Inhaltsverzeichnis

  • BEGINN
  • Inhalt
  • 1. Einleitung
  • 1.1 Wehrmachtsausstellung
  • 1.2 Die Goldhagen-Debatte
  • 1.3 Resonanzen im Untersuchungsumfeld
  • 1.4 Ein schwieriges Thema – Ambivalenz einer Forscherin
  • 1.5 Die Interviewpartner
  • 1.6 Wehrmachtssoldaten als besondere Zeitzeugengruppe
  • 1.7 Eine Typologie der inneren Haltungen
  • 2. Der Linientreue
  • 2.1 Der Krieg – das Chaos
  • 2.2 Gefangenschaft – »die krochen auf allen Vieren«
  • 2.3 Nach dem Krieg – weiter das Chaos
  • 2.4 Der Vater
  • 2.5 Neuanfang
  • 2.6 Auf der »Schiene« geblieben
  • 3. Die Erforschung des verborgenen Sinns
  • 3.1 Tiefenhermeneutische Kulturanalyse – Grundlagen
  • 3.2 Nationalsozialistische Weltanschauung als Vergesellschaftung eines Symptoms
  • 3.3 Tiefenhermeneutische Kulturanalyse – Anwendung
  • 4. Der Ohnmächtige
  • 4.1 Enttäuschte Begeisterung – das Militär
  • 4.2 Der Krieg – »da kriegte man die Wut«
  • 4.3 Verwundung als Mittel zur Selbstverfügung
  • 4.4 Gefangenschaft – »ich wusst’ ja nit was die wollten«
  • 4.5 Der Macht ausgeliefert
  • 4.6 Die Vaterautorität
  • 5. Gleichgeschaltete Jugend
  • 5.1 Sozialisationsraum Hitlerjugend
  • 5.2 Jugend als Entlastungsmoment – »war’n se erst 17«
  • 6. Der Ehrenretter
  • 6.1 Der Versuch, soziale Schranken zu überwinden
  • 6.2 Krieg als Abenteuer
  • 6.3 Gefangenschaft – »was ist denn Dachau«
  • 6.4 Unerfüllte Heldenträume
  • 7. Erinnerung und Geschichtsbewusstsein
  • 7.1 Nationalsozialismus und Holocaust in der Nachkriegsöffentlichkeit
  • 7.2 Die Nachkriegsgenerationen und ihre Geschichtsdeutung
  • 7.3 Kollektives Gedächtnis ohne persönliche Erinnerung?
  • 8. Der Schamlose
  • 8.1 Kriegel als Sanitäter – »dann passiert dir nix«
  • 8.2 Russland – »war mer doch eigentlich naiv«
  • 8.3 Auf der Flucht – »nach ’m Polarstern«
  • 8.4 Nationalität und Sprache als Identitätsmerkmale
  • 8.5 Gefangenschaften – »jetz’ geht’s uns genauso«
  • 8.6 Die Juden – »verhasst war’n se ja«
  • 8.7 Abwehr durch Isolierung der Ereignisse
  • 9. Der Zeuge
  • 9.1 Die Wehrmacht – »eine hochdisziplinierte Armee«
  • 9.2 Kriegstrauma – »uns hat keiner eine Therapie angeboten«
  • 9.3 »Hab’ derartige Dinge nie erlebt« – eine Gegendarstellung
  • 9.4 Waffen – »wirklich vernichtend«
  • 9.5 Russland – »Da ging’s um Leben und Tod«
  • 9.6 Einseitige Parteinahme
  • 10. »In keiner Weise so« – Antisemitismus
  • 11. Der Bekenner
  • 11.1 Der Weg durch die Institutionen der NS-Sozialisation
  • 11.2 Das Militär – »restlos angetan davon«
  • 11.3 Der Krieg – »hineingeschlittert«
  • 11.4 Die Kapitulation – ein »Erdrutsch«
  • 11.5 Nach dem Krieg – »vor dem Nichts«
  • 11.6 Der Wunsch nach einem moralischen Selbstbild
  • 11.7 Schuld und Vergebung
  • 12. Bilderbuchkrieg – gnadenloser Krieg
  • 12.1 Eroberungskrieg – »ham wie Gott in Frankreich gelebt«
  • 12.2 Polen – »dann hatte der Krieg begonnen«
  • 12.3 Russland – »Aber was ich da erlebt habe, war recht hart«
  • 12.4 Die russischen Soldaten – »die taugen ja nichts«
  • 12.5 Narrative vom Krieg
  • 12.6 Der Krieg wird nicht in Frage gestellt
  • 13. Der Betrogene
  • 13.1 Kindheit und Jugend – »aufgeregte Zeit«
  • 13.2 Lehrzeit – »hab’ das letztendlich auch geschafft«
  • 13.3 Schäfer als Soldat – »ich hab’ Glück gehabt«
  • 13.4 Kriegsfolgen als Gewinn- und Verlustrechnung
  • 13.5 Vom »Verführten« zum »Betrogenen«
  • 14. Das Tonband oderdie Grenzen des Erzählbaren
  • 15. Der Einzelgänger
  • 15.1 Im »Knast« beginnt die »Laufbahn«
  • 15.2 Der Krieg – »in den tiefen Winter noch mal hinein«
  • 15.3 Das Soldatenleben gehandhabt
  • 15.4 Die Amerikaner überlistet – »wie’s die Füchse machen«
  • 15.5 Bewahrt geblieben
  • 16. Trauma – »man fühlt sich zurückversetzt«
  • 16.1 Sterben, Tod und mangelnde Selbstwirksamkeit
  • 16.2 Kollektives Erinnern – kollektives Trauma
  • 16.3 Kollektive Verbrechen in der Öffentlichkeit
  • 16.4 Transgenerationelle Weitergabe des Traumas
  • 17. Der Friedliebende
  • 17.1 Der Krieg – »Wir ham das von beiden Seiten gesehn«
  • 17.2 Gefangenschaft – »Wassersuppe« und »Schweinefutter«
  • 17.3 Krieg – »’n friedlicher Zustand«
  • 18. Ringen um Wahrheit – »was objektiv is’«
  • 18.1 Die Interviewsituation als Erinnerungsgemeinschaft
  • 18.2 »Nichts damit zu tun gehabt« – trügerische Erinnerung
  • 18.3 Gebrochene Biographien
  • 18.4 Erinnerungsgemeinschaften als Abwehrbündnisse
  • 18.5 Opfer-Täter-Aufspaltung als Abwehrkonstellation
  • 18.6 Paradoxes Aufarbeitungsbedürfnis
  • 19. Resümee
  • Literatur
  • Dank

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